Home | Eppstein

„Hessen Fairändert“ – Weiterer Schritt zur Fairtrade-Stadt

Anne-Sophie Tramer, Gabriele Sutor und Arno Müller präsentieren Flyer und fair gehandelten Orangensaft. Foto: Helga Mischker

Unter dem Motto „Fair genießen, global durchschauen und lokal gestalten“ machte die Ausstellung „Hessen Fairändert“ in der vergangenen Woche in der Aula der Freiherr-vom-Stein-Schule Station.

Vom Entwicklungspolitischen Netzwerk Hessen (EPN) und den Weltläden Hessen konzipierte Banner informierten über die Arbeits- und Produktionsbedingungen und warben für mehr Nachhaltigkeit durch bewussten Konsum und gerechtere Strukturen im Welthandel.

„Wie kann ich durch mein Verhalten Fluchtursachen bekämpfen?“ – Diese Frage stand über der Ausstellungseröffnung in der vergangenen Woche mit Arno Müller vom Eine-Welt-Kreis und der grünen Stadträtin Gabriele Sutor. 15 Interessenten waren dazu gekommen. Ein „Herzensanliegen“ nannte die Frauenbeauftragte der Stadt Eppstein ihr Engagement im Asylkreis und für die Bekämpfung von Fluchtursachen durch ein Auskommen der Menschen in den produzierenden Ländern.

„Alle Beteiligten sollen vom fairen Handel profitieren“, dafür sprach sich Bildungsreferentin Anne-Sophie Tramer vom Weltladen Unterwegs in Mainz in ihrem ergänzenden Vortrag zum Thema „Flucht, Migration und fairer Handel“ aus. „Der Preis soll in jedem Fall die Kosten decken“, sagte sie. Die Referentin berichtete, dass die Kooperation mit den fairen Handelsorganisationen auf langfristige Partnerschaft angelegt ist. Über den Zugang zu den Absatzmärkten hinaus bietet der faire Handel den Partnern im Bedarfsfall Akuthilfen und eine Plattform für Gespräche.

Als gelungenes Beispiel nannte Tramer die Zusammenarbeit mit der palästinensischen Organisation „Canaan Fair Trade“, der es gelungen ist, unter widrigen Bedingungen den Olivenmarkt zu stabilisieren und die Preise nachhaltig zu gestalten. Um Fluchtursachen zu bekämpfen, sollte auch die Handelspolitik Europas darauf abgestimmt werden, ist Tramer überzeugt und zitierte aus dem Buch „Flüchtlingsrevolution“ von Marc Engelhardt. Er schreibt, Widersprüche in der Entwicklungspolitik führten dazu, dass im Süden durch den Import billiger Waren ganze Wirtschaftszweige kollabieren, sobald sich die Märkte öffnen.

Tramer machte deutlich, dass Konsumenten durch den Erwerb fair gehandelter Produkte dazu beitragen können, den Menschen in den produzierenden Ländern eine Bleibeperspektive zu bieten. Beim Publikum sorgte die unterschiedliche Preisgestaltung fair gehandelter Produkte für Verwunderung: Discounter unf Supermärkte bieten zertifizierte Produkte wie Kaffee viel günstiger an als faire Handelsorganisationen, die mit ihrem unternehmensbezogenem „Fairtrade-Siegel eine komplett zertifizierte Lieferkette nachweisen können. „Discounter zahlen denselben Preis für fair gehandelten Kaffee, aber kalkulieren ihren Wiederverkauf anders“, erläuterte Tramer.

An den Beiträgen ließ sich ablesen, dass ein Zertifikat für fairen Handel sowohl wirtschaftliche Aspekte umfassen als auch Maßstäbe für gute soziale Bedingungen und ökologischen Anbau setzen sollte. Keine Kinderarbeit und Mutterschutz steht beispielsweise auf der Wunschliste von Sutor. Aber für das, was fair ist, gebe es zu viele Auslegungsvarianten, war sich die Runde einig. Die Politik solle für eine einheitliche Begrifflichkeit sorgen.

Die Ausstellungsbesucher waren sich einig, dass noch mehr Menschen für fair gehandelte Produkte und gerechtere Handelsbeziehungen sensibilisiert werden müssten. „Wenn Städte auf fair gehandelte Produkte umstellen, wird das Anliegen bekannter“, machte Tramer Hoffnung. „Fair gehandelter Kaffee schmeckt richtig lecker“, schwärmte Sutor, die ihn bei der Arbeit genießt. Da Eppstein auf dem Weg zur Fair-Trade-Stadt ist, gibt es im Rathaus keinen anderen Kaffee mehr. Etliche Teilnehmer deckten sich am Stand des Eine-Welt-Kreises, der sonst freitags auf dem Wochemarkt in Eppstein anzutreffen ist, mit Kaffee, Schokolade, Nüssen und Wein ein.mi

Noch keine Bewertungen vorhanden

Neueste Kommentare

Festplatz und die fehlende Genehmigung
5 Wochen 2 Tage
Flurkreuz schon wieder zerstört
6 Wochen 2 Tage
Der Rohbau wächst, Markteröffnung jedoch erst im …
8 Wochen 5 Tage
Zebrastreifen in der Bergstraße gefordert
11 Wochen 6 Tage
Petition pro Wind läuft noch
12 Wochen 1 Tag
X
Sichere Anmeldung

Diese Anmeldung ist mit SSL Verschlüsselung gesichert