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Glasfaser: Eppstein noch weit entfernt von 40 Prozent

Im vergangenen November stellten Mirko Tanjsek (re.) und Bürgermeister Alexander Simon das Glasfaserprojekt für Eppstein vor.

Foto: Beate Palmert-Adorff

Die Befürworter eines flächendeckenden Glasfasernetzes müssen zittern: Nicht einmal ein Viertel der Eppsteiner Haushalte haben sich bis jetzt für einen Glasfaseranschluss entschieden.

Vor allem in den bevölkerungsreichen Stadtteilen Bremthal und Vockenhausen liegen die Anmeldezahlen mit 14 und 16 Prozent weit hinter den erforderlichen 40 Prozent zurück. Auch in Alt-Eppstein bekunden nur 16 Prozent ihr Interesse. Mit 35 Prozent erreicht Ehlhalten als einziger Stadtteil zwei Wochen vor Ende der sogenannten Nachfragebündelung fast die geforderten 40 Prozent. In Niederjosbach bekunden immerhin 27 Prozent der Haushalte Interesse – unterm Strich sind das nur knapp 22 Prozent der Haushalte in ganz Eppstein.

Das Thema wird auch auf unserer Internetseite diskutiert. Zum Beispiel die Tatsache, dass die Mehrheit der Eppsteiner sich ein solches, bislang einmaliges Angebot, noch nicht einmal erklären lassen. Wir fassen einige Argumente unserer Leser zusammen: Magnus Fischer aus Bremthal beispielsweise weist darauf hin, dass die erste Anmeldung bis zum 25. März noch nicht verbindlich sei. Nach der Anmeldung bei der DG kommt ein Techniker ins Haus, um den möglichen Installationsweg zu besprechen.

Falls für das Verlegen der Leitung der Boden aufgegraben werden muss, übernimmt die Deutsche Glasfaser die Wiederherstellung der Oberfläche. Ängste, bei diesen Arbeiten werde der Vorgarten umgegraben, können dann ebenfalls in aller Ruhe geklärt werden. Und wer nach der Ortsbegehung zum Ergebnis kommt, der Glasfaseranschluss ins Haus sei doch nichts für ihn, hat dann immer noch Gelegenheit, aus dem Vertrag auszusteigen.

Andere Leser weisen darauf hin, dass Glasfaser den Wert des Eigenheims erhöht, also auch Menschen interessieren könnte, die selbst keine großen Internet-Ambitionen haben. Leser Udo Kotthaus weist darauf hin, dass auch ältere Menschen künftig vom besseren Netz profitieren, zum Beispiel, wenn es um medizinische Hilfe oder Pflegeunterstützung geht.

Ralf Kotthaus argumentiert, dass die Möglichkeiten der DSL Anschlüsse ausgereizt und die maximalen Geschwindigkeiten erreicht seien. Wichtiger als schnelles Internet sei es, eine zukunftsfähige Infrastruktur zu schaffen, die unter anderem für neue Fernseh-Technik oder für den Arbeitsplatz zu Hause benötigt wird. Dafür seien schnelle und stabile Netzanbindungen zwingend erforderlich. Das, so Kotthaus, liege auch im Interesse der nächsten Generation von Eppsteinern.

Selbst das recht gut ausgebaute Netz in Bremthal kann zwar derzeit noch den meisten Ansprüchen gerecht werden, es bietet aber bei weitem nicht die technischen Möglichkeiten wie Glasfaser.

Junge Familien schreiben uns, wie sehr sie auf den Glasfaseranschluss hoffen. Familie Rehfeld aus Ehlhalten hat mit ihren zwei Kindern in den vergangenen Jahren hautnah erlebt, wie schnell die Ansprüche an eine gute Internetversorgung auch für Privatpersonen steigen.

Vor allem für junge Menschen gehören Online Gaming, Streaming und Cloud-Dienste zum Alltag. Sie weisen darauf hin, dass auch das Stadtentwicklungskonzept flächendeckendes Glasfasernetz als wichtigen Baustein für die Zukunft der Stadt aufführt.

Die Befürworter loben auch das Engagement der Deutschen Glasfaser für ein flächendeckendes Netz, in dem es anders als bei Ausbauaktionen der Telekom oder anderer Netzbetreiber in der Vergangenheit keine „Lost places“ geben soll: Nicht nur lukrative Gewerbegebiete oder dicht besiedelte Stadtteile, jede Straße, jede Sackgasse sollen mit Glasfaser versehen werden – wenn sich mindestens 40 Prozent der Eppsteiner für einen Anschluss entscheiden.

Die Kupferleitung bleibt natürlich weiterhin bestehen. Wer also nach der Mindestlaufzeit von 24 Monaten unzufrieden mit Kosten oder Leistung ist, hat die Möglichkeit, wieder zurückzukehren zu Telekom und Co.

Diese und viele andere Details erklärt die Deutsche Glasfaser beim Glasfasertag am Samstag, 16. März, von 10 bis 15 Uhr auf dem Rathausplatz in Vockenhausen.bpa

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Kommentare

Eppstein ohne Glasfaser ???

Wie lange will man noch warten bis Glasfaserleitungen in jeden Haushalt verlegt sind, 20 oder 30 Jahre?
Da kommt ein Anbieter der vorwiegend im ländlichen Raum ein faires Angebot für eine Glasfaser Installation unterbreitet. Das Pro und Contra spiel aber nur in der Gegenwart, egal ob 16, 50 oder 100 M/Bits. Zukünftig reichen diese Bandbreiten niemals aus. Ein Vergleich, das Heizen mit Holz und Kohle müsste ÖL und Gas weichen. Technologisch ist Kupfer in der Informationstechnik am Ende. Seit Anfang der 90-ger Jahre werden Glasfasertrassen verlegt, blöd nur wenn diese bei den meisten Menschen noch nicht ankommen. In modernen Autos sind Glasfaserleitungen mittlerweile Standard.
Liebe Eppsteiner(-innen), es ist auch ein Vorsprung für die Stadtentwicklung und insgesamt für uns alle Bürger zukünftig von Nutzen.

Glasfasernetz für Eppstein

Liebe Mitbürger und Mitbürgerinnen, wir finden es gut und richtig, dass im „Stadtentwicklungs-Konzept 2030“ für die Stadt Eppstein ein „flächendeckendes Glasfasernetz in Eppstein“ als Ziel definiert wurde und begrüßen den Kooperationsvertrag der Stadt Eppstein mit der Deutschen Glasfaser als wichtigen Schritt, um dieses Ziel auch tatsächlich zu erreichen. Wir wissen aufgrund unserer beruflichen Erfahrungen im IT-Bereich sehr gut, wie wichtig und entscheidend eine gute Infrastruktur für die Realisierung von neuen Lösungen ist und diese teilweise erst möglich macht. Das war auch unsere Motivation, den Brief an den Bürgermeister, die Stadträtin und die Ortsvorsteher der Stadt Eppstein zu schreiben. Wir haben uns damals gewundert, wie verhalten das Interesse der Bürger Eppsteins an den neuen Möglichkeiten der digitalen Zukunft ist (es sind Stand 15.3.2019 immer noch weniger als 25%) und sahen dabei den Grund in einer zu einseitigen Information der Bürger durch die Mitarbeiter der Deutsche Glasfaser Unternehmensgruppe. Wir freuen uns sehr, dass wir mit unserem Brief etwas dazu beitragen konnten, die Diskussion in der Bevölkerung anzukurbeln. Wir haben die Artikel und Kommentare aufmerksam verfolgt und sehen dabei bestätigt, wie wichtig die Kommunikation zu diesem Thema ist. Wir sehen die Nachfragebündelung der DG nach wie vor als riesige Chance für Eppstein, seine Bewohner, alle Gewerbetreibenden und Unternehmen und natürlich die Stadt selbst, denn eine digitalisierte Stadtverwaltung eröffnet neue Möglichkeiten und wäre auch ein Gewinn für die Bürger und Bürgerinnen. So wie es unser Bürgermeister in seiner Antwort auf unseren Brief schreibt, hat die Stadt „unseren Bürgerinnen und Bürgern die Tür zur Zukunft geöffnet. Durch diese Tür … müssen aber die Menschen selbst hindurchgehen.“, so sehen wir es natürlich auch, niemand soll genötigt oder überrumpelt werden, aber jeder sollte ausreichend und richtig informiert sein, um seine Entscheidung gut treffen zu können. Wir hoffen sehr, dass die Bürger und Bürgerinnen der Stadt Eppstein die sich jetzt bietende Chance doch noch ergreifen. Dorothe & Bernd Rehfeld

Reaktion von jemandem, der KEINE Glasfaser möchte....

Nachdem ich das so verfolge, mit dem "Glasfaserwahn", sollten auch Gegenargumente zugelassen werden. Alle Befürworter der DG tun so, als wäre der Rest, die das nicht wollen, fast schon asozial... Was bitte will das ältere Ehepaar mit Glasfaser, die sie nicht brauchen??? Die aufgrund der wenigen Rente eh schon auf Kosten achten müssen... Das Ehepaar Rehfeld schreibt in seinem offenen Brief an Herrn Simon er "soll über geeignete Maßnamen nachdenken", wie bitte sollen die aussehen? Die Leute unter Druck setzen? Dazu sind die monatlichen Kosten nun auch nicht für jeden aus der Portokasse bezahlbar, wozu soll ich einen "Doppelanschluss" haben und doppelte monatliche Kosten, für etwas, das ich gar nicht brauche? Wie vorgeschlagen von Magnus Fischer... Für etwas, was ich nicht nutze??? Er stellte auch die Frage "Was lässt Sie zögern?" Kosten lassen mich zögern unter anderem. Im günstigsten Tarif zahlt man ab dem 13. Monat 44,99€, PLUS 2,9ct/Minute fürs Telefonieren.... Der zweite Tarif sind 49,99€, das sind 10€ mehr als mein jetziger Tarif bei der Telekom, für etwas, das ich nicht brauche... Nein danke. Wie Herr Hermann auch schon sehr richtig schrieb, die aktuell angebotene Geschwindigkeit reicht uns ! Es laufen bei uns 2 Smartphones und u.U. ein Notebook übers WLAN, ohne Probleme! Fernsehen bringt uns die Schüssel genügend Sender, und das kostenlos :-) und wenn´s mal mehr sein muss, der Fernseher läuft auch super mit unserem jetzigen WLAN (+ die 2 Smartphones dazu ;-)) Und was meint Hr. Kotthaus mit "wenn es um medizinische Hilfe oder Pflegeunterstützung geht"? Natürlich ist es schade, wenn die Glasfaser nicht kommt, für die, die sie unbedingt wollen, aber bitte niemanden fast schon "nötigen", der für sich beschlossen hat, sie nicht zu wollen.

Ein paar Gedanken

Sehr geehrter Gast,

es freut mich, dass Sie sich mit dem Thema und meinen Ausführungen dazu beschäftigt haben und ich danke Ihnen dafür!

Eine Entscheidung Pro oder Contra Glasfaser ist immer individuell und selbstverständlich von jedem selbst zu treffen.
Ich gehe daher davon aus, dass das Ehepaar Rehfeld mit seiner Aufforderung an Herrn BM Simon, „über geeignete Maßnahmen“ nachzudenken, nicht meint, Ihnen zwangsweise einen Anschluss zu verpassen, sondern, ob z.B. der Zeitraum der Nachfragebündelung verlängert werden kann, die Stadt einen Zuschuss zur Infrastruktur zur Verfügung stellen kann oder ähnliches.

Bzgl. meines Beitrags führen Sie aus, dass Sie die Kosten zögern lassen und dass der „zweite Tarif mit 49,99€ ab dem 13. Monat 10€ mehr im Monat“ koste, als Ihr heutiger Tarif.

Gestatten Sie eine kurze Gegenrechnung: Sie zahlen nach Ihren Angaben somit € 39,99/Monat. In 24 Monaten (Mindestvertragslaufzeit für einen neuen Anschluss) sind das somit € 959,76.

Der von Ihnen als Vergleich herangezogene DG Classic 400 kostet 12 Monate lang € 24,99 (= € 299,88) und 12 Monate lang € 49,99 (= € 599,88). In Summe also € 899,76 oder (rechnerisch) € 37,49/Monat.

Das scheint mir günstiger zu sein, als Ihr derzeitiger Tarif.

Selbst, wenn Sie die € 69,99 einmaliges Bereitstellungsentgelt hinzurechnen, zahlen Sie in den 24 Monaten damit (rechnerisch) nur 42 ct/Monat (!) mehr als heute bei Ihrem bestehenden Anschluss.

Zu meiner Idee eines Doppelanschluss'. Der Gedanke dahinter ist folgender: Nur, wenn sich heute genug Haushalte finden, die sich einen Anschluß legen lassen, besteht in Zukunft überhaupt die Möglichkeit, später einzusteigen. Denn nur dann existiert in Eppstein ein Glasfasernetz.
Ein Hausanschluß kostet (nach Auskunft der DG) mindestens € 750. Je nach Untergrund auf dem Ihr Haus steht, darf es wahrscheinlich auch mehr werden.
Hinzu kommen dann in Zukunft noch die normalen Nutzungsgebühren. In Summe wird das also sicher teurer, als wenn Sie sich heute für einen Anschluß entscheiden - auch, wenn Sie ihn erst in Zukunft brauchen.
Ein Gedankenspiel: Sie buchen den günstigsten Tarif der DG und zahlen (nur für den Anschluß, denn Sie nutzen ihn ja nicht) dann quasi als Rate (rechnerisch) € 37,91 für 24 Monate.

Was Sie bekommen?
Einen Anschluss an die Zukunft - selbst wenn Sie die Leistungen der Glasfaser heute noch nicht brauchen.

Was Ihnen bleibt nach Ablauf der Mindestlaufzeit von 24 Monaten?
Die freie Wahl - bleiben bei der Glasfaser oder zurück zum Kupferkabel.

Hätten Sie vor z.B. 5 Jahren gedacht, welche digitalen Möglichkeiten heute bestehen (und welche Datenvolumina erforderlich sind)? Ich nicht!
Nur, wenn Sie heute die Chance nutzen, haben Sie in Zukunft eine Entscheidungsfreiheit, denn Sie haben dann beide Anschlüsse in Ihrer Wohnung!

Es liegt mir fern, jemanden zu einer Entscheidung zu nötigen und bedaure, wenn Sie das für sich so empfinden. Ich bitte nur, die Chance für die Zukunft zu sehen: Für sich selbst und für Eppstein insgesamt.

Beste Grüße
Magnus Fischer

Kommentar Ausbau Glasfaserkabel

Lieber Leserinnen und Leser der Eppsteiner Zeitung, gerne schreibe ich hier meine Sicht zum Glasfaserausbau in Eppstein und den Kommentaren in diesem Forum. Unser Telefon und Internet läuft über Kupferkabel der Telekom mit 16 MBits. Wir haben keine Geschwindigkeitsprobleme mit drei Smartphones und einem Teenager als Internet-Intensivnutzer. Ein Kabelanbieter versorgt uns mit einem hervorragendem Fernsehbild. Fehlende Sender im Standardangebot können dazu gebucht werden. Sollte der Kabelanbieter mal Probleme haben, was immer mal vorkommt, auch beim Glasfaserkabel, können wir immer noch über das Internet ins TV-Programm einsteigen. Wir haben eben nicht nur einen Anbieter.

Gut, ein Glasfaser bietet deutlich mehr Mbits... und sonst? Internationale Fernsehprogramme, die auch unsere weitgereisten Eppsteiner Einwohner versorgen, sucht man vergebens bei der Deutschen Glasfaser (DG). Die gute alte Telekom bietet TV aus Italien, Polen, Russland etc. und bei den Kabelanbietern gibt es noch mehr. Nach Auskunft des Vertriebsmitarbieters der DG könne man sich das über das Internet besorgen. Wer das mal gemacht hat, fühlt sich in die 90er zurück versetzt. Fazit: Die DG ersetzt nicht den Kabelanbieter, wenn man mehr will als den Standard. Will man von außen seine Heizung oder Waschmaschine steuern, also einen Zugriff auf das Heimnetzwerk, dann bietet die DG nur den IP V 4 Standard. Das Zugangsprotokoll IP V 6 ist nur über einen externen Anbieter mit zusätzlichen Kosten möglich. Welche Sichheitsstandards dabei eingehalten werden, bleibt unklar.

Ganz interessant ist das Argument der Wertsteigerung. Der Vetriebsmitarbeiter zitierte eine Studie der Sparkassen und spricht von 9%. Kurz hoch gerechnet bedeutet das bei einem Hauswert von € 500.000 eine Wertsteigerung von € 45.000. Also, man mag Vorteile beim Glasfaser sehen, aber das ist mit Sicherheit Verkaufslyrik. Besonders störend finde ich die Verkaufsmethoden. Gestern sprach bereits der dritte Verkaufsexperte an unserer Haustür vor und versuchte zu überzeugen. Ich brauche das nicht und habe darum gebeten, das zukünftig zu unterlassen. Er konnte mir das nicht zusichern und avisierte weitere Besuche. Jeder möge selbst den Nutzen eines Glasfaserkabels beurteilen und entscheiden. Ich habe hier meine Meinung wieder gegeben. Keiner weiß, was uns die Zukunft bringt. Vielleicht gibt es bald schnelles Internet und Fernsehen kabellos. Beim Telefon haben wir das schon.

Mit besten Grüßen Ralf Herrmann

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