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Erzieherinnen krank: Kita-Gruppe geschlossen

Eine Gruppe im Kindergarten „Unterm Regenbogen“ ist bis Weihnachten geschlossen. Foto: privat

 

Seit Monaten ist die Personaldecke in der Kindertagesstätte „Unterm Regenbogen“ der evangelischen Talkirchengemeinde knapp. Als jetzt, zusätzlich zu anderen Krankheitsfällen und vakanten Erzieherstellen beide Bezugserzieherinnen einer Gruppe krankheitsbedingt ausfielen, musste die Kita-Leitung die Notbremse ziehen und schloss eine der drei Gruppen für zunächst eine Woche. Laut Udo Bergholz vom Kirchenvorstand der Talkirchengemeinde sind fünf Stellen nicht besetzt, unter anderem weil einige Mitarbeiterinnen langfristig erkrankt sind.

 

„Für die betroffenen Eltern ist das eine Katastrophe“

Inzwischen steht fest, dass die Gruppe bis Weihnachten geschlossen bleibt. „Für die betroffenen Eltern ist das natürlich eine Katastrophe“, hat Pfarrerin Heike Schuffenhauer Verständnis für deren Lage. Doch sei bis Weihnachten keine Entlastung abzusehen. Zwischen den Jahren macht die Einrichtung Weihnachtsferien. „Danach“, hofft Schuffenhauer, „sind zumindest akute Krankheitsfälle überstanden.“ Außerdem rechnet die Krippe zum Jahresbeginn mit der Rückkehr einer Mitarbeiterin aus der Elternzeit und der Unterstützung durch eine neue Aushilfskraft.

Um die Last des Kindergartenausfalls für die Familien erträglicher zu machen, beschlossen die Elternvertreter der Kita, dass nicht eine Gruppe komplett geschlossen wird, sondern reihum alle Kinder aus allen drei Gruppen bis zu den Weihnachtsferien drei bis fünf Tage zu Hause bleiben, sagte Kirchenvorstand Udo Bergholz.

Schuffenhauer führt die aktuelle Krankheitsserie auf eine Reihe von Faktoren zurück. Schon seit einigen Monaten seien drei Stellen in der Einrichtung mit drei Kindergartengruppen mit 65 und drei Krippengruppen mit 30 Kindern vakant. Zwei Mitarbeiterinnen sind langfristig erkrankt. Jetzt kommen die jahreszeitlich bedingten Krankheiten hinzu. Die Elternbeiräte haben deshalb selbst vor einigen Wochen eine Initiative gestartet und alle Eltern dazu aufgerufen, kranke Kinder unbedingt zu Hause zu lassen. Kürzlich habe sich so eine Mitarbeiterin an Scharlach angesteckt, führt Bergholz ein Beispiel an.

„Mindestens zwei Stellen müssen wir neu besetzen“, führte Bergholz aus. Obwohl der Kirchenvorstand schon vor Wochen inseriert habe, „treffen erst jetzt, gegen Jahresende, Bewerbungen ein“, sagte Bergholz. Mit neuen Fachkräften ist deshalb erst in einigen Monaten zu rechnen. Der Personalwechsel sei ein Dauerthema, bestätigte Schuffenhauer.

In den beiden Teams von Kita und Kinderkrippe arbeiten vorwiegend junge Frauen. Entsprechend hoch sei der Anteil an Frauen, die Familien gründen. Mutterschutz beginnt bei Erzieherinnen in Krippeneinrichtungen aus arbeitsrechtlichen Gründen deutlich vor den regulären sechs Wochen vor dem Geburtstermin.

Möglicherweise erhält die Kita jetzt noch Hilfe von anderer Seite. Eppsteins Erste Stadträtin Sabine Bergold hat bei den städtischen Einrichtungen angefragt, ob die personelle Lage dort erlaubt, dass eine Kollegin in der Kita Unterm Regenbogen aushilft. „Wir haben in der vorigen Woche alle Eppsteiner Einrichtungen angeschrieben und um Unterstützung gebeten“, sagte Bergold, sofern dies möglich sei, sollten sich die Kolleginnen direkt an die Kita Unterm Regenbogen wenden.

Bislang habe sich noch keine der anderen Einrichtungen gemeldet, sagte Bergholz. Er freue sich zwar über das Angebot, glaube aber nicht, dass es umzusetzen ist: „Wir müssen den Eltern ein planbares Konzept bieten. Das funktioniert nicht mit einigen Aushilfen.“

Denn auch in allen anderen Einrichtungen gibt es derzeit Krankmeldungen.

In den vergangenen Monaten musste die Stadt zudem zwei neue Kindergärten buchstäblich aus dem Boden stampfen und neues Personal suchen, um Kindern den ihnen rechtlich zustehenden Platz in einem Kindergarten zu ermöglichen. Mit der Glückskinder GmbH aus Hofheim und der gemeinnützigen Familiendienste GmbH des DRK Main-Taunus haben zwei externe Träger den Betrieb übernommen.bpa

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