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Eppsteiner nur mäßig begeistert von den Glasfaser-Bandbreiten

Nachfragebündelung Eppstein Stand 10.02.2019 - Datenquelle: Deutsche Glasfaser Homepage

Die vier Informationsabende der Deutschen Glasfaser (DG) für den geplanten Ausbau des Glasfasernetzes in Eppstein waren sehr gut besucht. Die DG Holding GmbH will flächendeckend Glasfaserleitungen in Eppstein verlegen und ein Leitungsnetz bis in die Häuser hinein aufbauen.

Das Informationsbedürfnis der Eppsteiner ist groß. Auch die Info-Stellen in den einzelnen Stadtteilen würden sehr gut angenommen, berichtete Projektmanager Mirko Tanjsek. Die tatsächlichen Vertragsabschlüsse spiegeln dieses Interesse bisher nicht wider. Knapp sechs Wochen vor Ablauf der Bewerbungsfrist laufen die Anmeldungen schleppend. Das sei jedoch nicht ungewöhnlich, sagte Tanjsek.

Seit dem letzten Infoabend Anfang Februar zeichne sich ein Aufwärtstrend ab: Spitzenreiter ist Ehlhalten. Dort haben sich bereits 20 Prozent der Grundstücksbesitzer für einen Vertrag mit der DG entschlossen, gefolgt von Niederjosbach, wo sich 10 Prozent für den Wechsel zur Deutschen Glasfaser entschlossen haben. In Eppstein und Vockenhausen haben 8 Prozent der Haushalte unterschrieben. In Bremthal, dem größten Eppsteiner Stadtteil sind es allerdings erst 5 Prozent.

Tanjsek hat mehrere Erklärungen dafür: Zum einen seien einige Straßen in Bremthal schon recht gut mit leistungsfähigem Kabel versorgt. Wer mit seinem Internetzugang zufrieden ist, baut womöglich darauf, dass sich auch künftig andere technische Möglichkeiten ergeben, die Internetkapazitäten zu erhöhen, ohne den Anbieter wechseln zu müssen.

Die Tarife, die die DG mit einer zweijährigen Laufzeit anbietet, sind im ersten Jahr sehr günstig, steigen aber im zweiten Jahr an: 25 Euro für Tarife zwischen 200 bis 600 Mb im ersten Jahr, vom zweiten Jahr an kosten sie zwischen 45 und 80 Euro. Ein 1000 MB-Anschluss kostet dann 120 Euro. Die besten Telekom-Raten in Eppstein liegen bei – nicht garantierten – Bandbreiten bis 250 Mbit im Bremthaler Ortskern und in den anderen Stadtteilen bis maximal 100 Mbit.

Dorothe und Bernd Rehfeld gehören zu den 20 Prozent Ehlhaltenern, die sich für den Glasfaseranschluss im Haus entschieden haben. Sie befürchten, dass viele Eppsteiner nicht erkennen, welche Chance ihnen das Glasfasernetz bietet.

Anders können sie sich die Zurückhaltung der Eppsteiner nicht erklären und zählen die Vorteile des Breitbandanschlusses, auch für Privathaushalte in einem Brief an die Redaktion auf: „Nutzbarkeit für alle künftigen Medien- und Clouddienste, volle Bandbreite, auch während der Stoßzeiten, Werterhaltung der Immobilie, wegen des offenen Netzes eine größere Unabhängigkeit von einzelnen Versorgern, Standortvorteil für Firmen, insbesondere auch für Büro- und Heimarbeit.“

Die DG-Mitarbeiter beobachten, dass vor allem Bewohner von Mehrfamilienhäusern, von denen es gerade in Bremthal recht viele gibt, schwieriger zu überzeugen seien als Hausbesitzer. Tanjsek betont deshalb: Selbst wenn bis zum 25. März in einem der Stadtteile sich nicht die geforderten 40 Prozent der Anschlüsse angemeldet haben, sollte das Vorhaben für die anderen Stadtteile nicht scheitern, falls sich dort genügend Interessenten finden.

Auf der Internetseite der Deutschen Glasfaser lässt sich der aktuelle Stand der Interessenten für Eppstein, aber auch andere Bauvorhaben und abgeschlossene Projekte unterm Stichpunkt „Netzausbau“ jederzeit nachlesen.

Aus Erfahrung in anderen Städten wisse er, so Tanjsek, dass bis zur Hälfte der Verträge erst gegen Ablauf der Frist für den kostenlosen Ausbau des Hausanschlusses unterschrieben werden. In Eppstein haben Hausbesitzer und Mieter noch bis zum 25. März Zeit, sich zu entscheiden. In jedem Stadtteil hat die DG ein Info-Büro eingerichtet. Der Container vor dem Rathaus I in Vockenhausen ist dienstags bis freitags von 14 bis 19 Uhr und samstags von 10 bis 15 Uhr geöffnet.bpa

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Kommentare

Nachfragebündelung

Ich bin wirklich erstaunt, dass man hier diese einzigartige Gelegenheit, flächendeckend mit einer hochperformanten Anbindung versorgt zu werden, verstreichen lässt. Ja, ich war auf dem Infoabend und bekam direkt die Besorgnis mit, der eigene Vorgarten könne einem Truppenübungsplatz gleichen wenn die Grabearbeiten durchgeführt werden. Man hätte das im Internet gelesen, da hätte jemand was geschrieben. Aber: wie viele Anschlüsse wurden denn bisher verlegt und werden von zufriedenen Teilnehmern genutzt? Richtig: Überwältigend mehr!
Auch ist das mit Beiträgen in Foren immer so eine Sache. Man sollte nie alles glauben oder zumindest immer hinterfragen. Auch hörte ich dort "Erst mal sehen, was der magentafarbene Mitbewerb vielleicht anbietet". Dieses Warten geht schief.
Und sollte vom großen T. wirklich was kommen, dann nur, wo es sich rentiert - also vorwiegend Gewerbegebiete oder dort, wo mit wenig Aufwand und Einsatz schneller Gewinn lockt. Man erinnere sich: die Deutsche Glasfaser wird alle Straßenzüge anbinden. Ohne Wenn und Aber. Lost Places wird es hier nicht geben. Kupfer gehört zum alten Eisen. Wer das selbst nach den Infoabenden nicht erkannt hat, darf sich später auch nicht beschweren. Noch sind ein paar Tage Zeit. Zumindest einen Besuch der Info-Container sollte da drin sein. Die Betonung liegt hier auf 'Info'.

Re:Nachfragebündelung

Den gemachten Aussagen kann ich nur zustimmen. In den Foren überwiegen die Stänkerer und Jammerer. Das kennt man ja aus dem privaten Umfeld zur Genüge. Gute Dinge werden als selbstverständlich dahingenommen, sollte etwas mal nicht so sein wie erwartet, dann wird sich lauthals beschwert. So wird die Wirklichkeit verzerrt, da die große, zufriedene Mehrheit schweigt.
Was häufig nicht erwähnt wird: Durch einen Glasfaseranschluss geht die Kupfertelefonleitung ja nicht verloren! Ganz im Gegenteil, eine neue Möglichkeit kommt hinzu. Sollte es tatsächlich eine große Unzufriedenheit bei dem Einzelnen geben, so ist es selbstverständlich möglich, nach den 24 Monaten Mindestvertraglaufzeit zurück zur alten Technik zu wechseln.
Wir Bewohner der Eppsteiner Stadtteile können nun entscheiden und sollten den Schritt in die Zukunft wagen. Es wird sich lohnen.

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