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Carsharing: Autos teilen als Alternative zum eigenen Fahrzeug

Michael Lindhof will Carsharing mit Elektroautos nach Eppstein bringen. Die erste Station ist am Rathaus vorgesehen.Foto: B. Palmert-Adorff

Carsharing-Anbieter Mobileee will sein erstes Fahrzeug samt Ladestation am 2. Mai vor dem Rathaus I aufstellen. Die Flotte des Frankfurter Unternehmens besteht ausschließlich aus Elektrofahrzeugen. Deshalb muss jeder Standort eines Carsharing-Fahrzeuges mit einer Ladestation ausgestattet werden.

Der Standort vor dem Rathaus ist bewusst ausgewählt, denn die Stadt ist der erste, sogenannte Ankermieter des Carsharing-Anbieters. Während der Rathaus-Arbeitszeit nutzen städtische Mitarbeiter das Fahrzeug für berufliche Fahrten. Abends und an den Wochenenden steht es als Mietfahrzeug allen Eppsteinern zur Verfügung.

Mobileee-Geschäftsführer Michael Lindhof stellte das Konzept seines Carsharing-Unternehmens schon beim Bahnhofsfest im vorigen Jahr vor. Inzwischen hat er mit dem Kreis verhandelt, weil er auch in anderen Main-Taunus-Kommunen Fuß fassen will. Mit 194 000 Kraftfahrzeugen bei knapp 237 000 Einwohnern auf 222 Quadratkilometer zählt der Main-Taunus-Kreis, so die Zahlen des aktuellen Polizeiberichts für 2018, nicht nur zu den am dichtest besiedelten Regionen Deutschlands, sondern auch zu den Regionen mit den meisten Fahrzeugen.

Lindhof, der selbst mit seiner Familie in Vockenhausen wohnt, will das Carsharing auch in Kleinstädten und auf dem Land verbreiten. Da dort, anders als in Großstädten, die Laufkundschaft fehle, macht mobileee die Einrichtung einer Carsharing-Station von Ankermietern abhängig, die sich verpflichten, eine feste Anzahl Fahrstunden pro Monat abzunehmen. „Derzeit“, so Lindhof, „laufen viele Gespräche mit Eppsteiner Nachbarstädten und potenziellen Ankermietern“.

Da für jedes Fahrzeug ein fester Parkplatz samt Ladestation nötig ist, wirbt Lindhof auch bei den Unternehmen. Eine zentrale Lage und öffentlich zugängliche Parkplätze sind von Vorteil, damit die Fahrzeuge auch anderen Eppsteinern zur Verfügung stehen.

Gebucht werden die Fahrzeuge per App. Sie zeigt die Standorte an und welche Fahrzeuge frei sind. Ankermieter, so Lindhof, können Stundenkontingente, aber auch feste Termine buchen.

So will beispielsweise First Climate, das Unternehmen, das den Wohnpark Müllerwies errichtet, einer der ersten Firmen-Ankermieter werden. Beim jüngsten Treffen auf der Baustelle An der Müllerwies berichtete First Climate, dass sich das Unternehmen weitgehend einig sei, mobileee ein oder zwei Parkplätze für seine Autos zur Verfügung zu stellen.

Matthias Werner von der Talkirchen-Stiftung, der Bauherrin des Projekts, ist überzeugt, Carsharing-Autos vor der Haustür steigern die Attraktivität der Wohnungen. 11 der 13 Eigentumswohnungen In der Müllerwies seien bereits verkauft. Im Mai startet die Vermarktung der 34 Mietwohnungen.

Carsharing, so Lindhof, soll die Eppsteiner davon überzeugen, dass zumindest mittelfristig das Zweitauto überflüssig ist und die Leihautos für kurze Distanzen fester Bestandteil des Nahverkehrs werden. Vorteile des Carsharings sei, so Lindhof, dass die Kosten für den eigenen Wagen wegfallen und nur tatsächlich genutzte Stunden bezahlt werden. Außerdem trage man durch die E-Mobilität zum Umweltschutz bei.

Auch Nachbarn können sich zusammenschließen und gemeinsam ein Kontingent an Fahrzeiten für Arzttermine, Einkaufsfahrten oder Hobbys mieten, beschreibt Lindhof das Konzept.

Auch die Bürgerstiftung will als Ankermieter eines Fahrzeugs auftreten und unterstützt Mobileee in den ersten drei Jahren mit 1000 Euro pro Jahr. Die Freifahrten stellt die Stiftung Ehrenamtlern in Eppstein zur Verfügung. Die Idee, dass sich mehrere Menschen ein Auto teilen, ist aus Sicht der Vorsitzenden der Bürgerstiftung, Christina Cantzler, zeitgemäß und auch ökologisch sinnvoll.

Erklärtes Ziel von Mobileee sind Carsharing-Standorte in allen fünf Stadtteilen, sagt Lindhof. Starten will er mit zwei bis drei Standorten in Eppstein. Seit 2015 ist Mobileee auf dem Markt. 2017 wurden die ersten Verträge, unter anderem mit Friedrichsdorf und Schlüchtern abgeschlossen.bpa

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