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Bienen machen sich startklar für den Frühling in Eppstein

Bienen bereiten sich auf den Frühling vor. Foto: Martin Tajmr/ Pixabay

In den Bienenstöcken in Eppstein macht sich der Frühling mit Macht bemerkbar. Die Völker beginnen zu wachsen. Rechtzeitig zur in diesem Jahr noch früher als in den Vorjahren erwarteten Obstblüte müssen viele fleißige Sammlerinnen da sein. Die Kirschknospen werden schon bald aufplatzen.

Für die Imker haben die arbeitsreichen Tage begonnen. Sie schauen die Völker durch, vereinigen schwache Völker oder setzen die stärkeren über einem Gitter auf. Es verhindert, dass die Königinnen sich ins Gehege kommen und sorgt dafür, dass das stärkere Volk dem schwächeren Starthilfe gibt.

Winterverluste gab es wie in jedem Jahr. Sie hielten sich aber bei den Eppsteiner Imkern in Grenzen. Bei Lars Zickwert in Niederjosbach haben alle 30 Völker, die Ableger des vergangenen Jahres mitgerechnet, den Winter gesund überstanden. „Ich will aber ein bisschen weniger machen“, sagt der Imker. Er hat 14 Ableger aus dem vergangenen Jahre an Imkerkollegen abgegeben. Jede Menge Feld- und Gartenarbeit stehen für ihn und seine Frau Erika an, denn die beiden wollen damit auch für Nahrung für Honigbienen und andere Bestäuber sorgen.

So hat Lars Zickwert schon zehn Salweiden an den Rand von Streuobstwiesen gepflanzt, wichtige Pollenspender für die Bienen im Frühjahr. Auf seiner Wiese werden im Sommer wieder Malven, Steinklee und Phacelia, auch Bienenfreund genannt, blühen. Ungefüllte Rosen und jede Menge Lavendel werden mit ihrem Duft die Bestäuber anziehen. Im Gemüsegarten pflanzen die Zickwerts neben Radieschen und Möhren besonders pollenreiche Gemüsesorten wie Gurken und Kürbis. Der Hintergrund: Ein vielfältig gedeckter Tisch ist wichtig für die Gesundheit der Bienen.

Sorge bereitet allen Imkern in Eppstein, dass besonders im Sommer das Trachtangebot immer eingeschränkter ist, auch weil Gärten zugebaut oder in Schotterflächen verwandelt werden. Die hiesige Imkerinitiative „Eppstein blüht“, will dagegen Zeichen setzen und wirbt für blühende Hecken, Stauden und einjährige Sommerblumen.

Mit dabei ist auch Imker Karsten Luther aus Alt-Eppstein. Er musste anders als Lars Zickwert bereits im Herbst einige Völkerverluste durch die Varroamilben hinnehmen, die die Bienen schädigen und Krankheiten übertragen. Im vergangenen Jahr fehlte ihm die Zeit, sich so intensiv wie sonst um die Bienen zu kümmern. Das leistet der Milbe Vorschub, zumal die Völker unter Faktoren wie einer ärmer werdenden Landschaft oder dem Einsatz von Pflanzenschutzmitteln leiden.

Imker sind deshalb schon während des Bienenjahres intensiv mit der Eindämmung der Varroamilbe beschäftigt. Sie müssen regelmäßig sogenannte Drohnenwaben, in denen die männliche Brut heranwächst, ausschneiden. Diese sind besonders stark befallen, weil die Drohnen länger für ihre Entwicklung als die weiblichen Arbeiterinnen brauchen und sich deshalb besser als Wirt für die saugenden Insekten eignen. Auch Imkerin Marit Koch aus Bremthal hat zwei Völker verloren. Sie führt ihre Verluste in einem Fall auf eine zu intensive Oxalsäurebehandlung gegen die Varroamilbe zurück und im anderen auf eine Baustelle in der unmittelbaren Nachbarschaft, die dem Volk am Zaun durch Erderschütterungen zugesetzt habe. Die Völker von Robert Kresse und Achim von Hein in Vockenhausen haben hingegen alle den Winter überstanden.

Verluste sind spätestens vergessen, wenn die Honigräume aufgesetzt sind und sich – falls das Wetter gut bleibt – rasch füllen. Im Normalfall wird dann Mitte Mai geschleudert. Noch sind Honiglager der Imker aus dem vergangenen Jahr gut gefüllt. Ein natürliches Lebensmittel aus der Region, das zwar keine Wunder vollbringen kann, zumindest aber die Gesundheit stärkt und in gewissem Maße antiviral wirkt. sp

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Die Bienen

Ich möchte an dieser Stelle an die Wildbienen erinnern. Gut, sie produzieren keinen Honig. Aber sie sind unermütliche Arbeiter in der Bestäubung der Obstbäume und eine große Freude.
Die Kokons wollen über den Winter gebracht werden und es ist schön wahrzunehmen, dass sich ihre Zahl von Jahr zu Jahr vermehrt.

Ralf Welsch

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