Home | Eppstein

Beim Ausruhen auf der Terrasse vom Fuchs gebissen

Füchse sind Kulturfolger und häufig in der Nähe von Siedlungen zu beobachten. Foto: www.pixabay.com

Seit Monaten schon beobachtet Ingrid Wiechens, dass ein Fuchs über ihre Terrasse in der Straße An der Embsmühle streunt, anscheinend immer auf der gleichen Route vom angrenzenden Wald zu einem Nachbargrundstück.

Er habe keinerlei Scheu vor ihr oder anderen Menschen und streife auch tagsüber durch das Wohngebiet. In der vergangenen Woche hat der Fuchs sie sogar gebissen. Sie habe vorigen Donnerstag gegen 17 Uhr auf ihrer Terrasse die Sonne genossen und sei dabei kurz eingenickt, erzählt die Vockenhäuserin. Dabei kam wohl gerade der Fuchs vorbei und sei unter ihren hochgelegten Beine hindurch gestreift. Sie zuckte zusammen und habe dabei offensichtlich den Fuchs erschreckt, der sich umdrehte und sie ins Bein biss.

Sie fuhr sofort zum Arzt und ließ die Wunde versorgen. Da sie befürchtet, der Fuchs könne die Tollwut haben, entschloss sie sich zur Tollwutimpfung und musste dafür noch zu verschiedenen Ärzten und in zwei Kliniken, bis sie behandelt werden konnte. Insgesamt fünfmal erhält sie innerhalb weniger Wochen Spritzen und muss auch noch Antibiotika einnehmen. „Und das nur, weil anscheinend ein Nachbar das Tier regelmäßig füttert“, ärgert sie sich. Denn in den vergangenen 30 Jahren, in denen sie in ihrem Haus in der Embsmühle wohne, sei so etwas noch nicht vorgekommen.

Erst in jüngster Zeit habe sie öfters beobachtet, dass das Tier mit Hähnchenschenkeln im Maul von einem Grundstück in der Nachbarschaft gelaufen kam. Dass das Tier sie nun gebissen habe, will sie nicht mehr einfach hinnehmen und hat sich ans Ordnungsamt und den Revierförster gewandt.

„Wir nehmen die Angelegenheit sehr ernst“, sagte die Erste Stadträtin Sabine Bergold. Dafür, dass das Tier angefüttert wird, spreche seine offensichtlich fehlende Scheu vor Menschen und die feste Route seiner nachmittäglichen Streifzüge. Konkret gegen bestimmte Personen könne man nicht vorgehen. Dafür gebe es keine Beweise. Bergold betont jedoch: „Das Anfüttern von Wildtieren ist kein Kavaliersdelikt, sondern ein Verstoß gegen das Jagdgesetz.“ Wer wilde Tiere füttert, macht sich strafbar, bestätigt Revierförster Peter Lepke, der in diesem Zusammenhang auch auf die akute Gefahr der Staupe hinweist. In den vergangenen Wochen habe man im Main-Taunus-Kreis vier Fälle von Fuchsstaupe festgestellt, einer davon in Fischbach. Die Infektionskrankheit ist für den Menschen ungefährlich, aber für Hunde äußerst ansteckend (siehe Meldung unten) – Ein Grund mehr, die Füchse weder gewollt noch ungewollt durch Katzenfutter auf der Terrasse, offen gelagerte gelbe Recycling-Säcke oder andere Nahrungsangebote anzulocken.

Bergold hat inzwischen die Untere Jagdbehörde beim Kreis eingeschaltet und eine Sondergenehmigung für das Aufstellen einer Lebendfalle beantragt. Der Antrag ist notwendig, da Füchse noch Schonzeit bis zum 15. August genießen.

Einig sind sich die Fachleute, dass das Füttern von Wildtieren erst solche Probleme mit Füchsen in Wohngebieten entstehen lässt. Deshalb will die Stadt Handzettel in dem waldnahen Wohngebiet verteilen. Bergold: „Wir wollen aufklären, damit so etwas nicht wieder vorkommt.“ bpa

Staupe bei Füchsen – Hunde sollten geimpft werden

Im Main-Taunus-Kreis ist bei Füchsen das gefährliche Staupevirus aufgetreten. Wie Kreisbeigeordnete Madlen Overdick mitteilt, ist es für Menschen nicht gefährlich. Dennoch sollten auffällige Tiere sofort gemeldet werden: „Jeder kann damit einen Beitrag leisten, unsere Tiere im Haus und in der freien Natur zu schützen“, so die Veterinärdezernentin. Das Virus könne auch Hunde befallen; daher sollten sie unbedingt geimpft werden.

Das offiziell „Canine Distemper“ genannte Virus wurde seit Jahresbeginn bei vier Füchsen nachgewiesen. Die Tiere waren in Eschborn-Niederhöchstadt und Kelkheim-Fischbach aufgefallen, wurden erlegt und untersucht. Bei drei weiteren in Fischbach und in Hofheim erlegten Tieren stehen die Untersuchungsergebnisse noch aus.

Die Hundestaupe ist eine weltweit verbreitete, hochansteckende, virusbedingte Infektionskrankheit, die bei sogenannten Hundeartigen auftreten kann, also bei Hunden, Füchsen, Mardern und Waschbären. Übertragen wird das Virus durch direkten Kontakt mit infizierten Tieren, es bleibt aber auch in der Umwelt einige Tage ansteckend.

Erkrankte Tieren haben hohes Fieber und sind abgeschlagen, unter Umständen haben sie auch Durchfall, Erbrechen, Bindehautentzündung oder Symptome einer Atemwegsinfektion. Ist das zentrale Nervensystem betroffen, fallen die Tiere durch ungewöhnliches Verhalten auf. Wer ein solches Tier beim Spaziergang im Wald oder im Garten sieht, sollte Abstand halten und den Jagdpächter oder die Polizei informieren, erläutert Overdick.

Hunde können am sichersten durch eine vorbeugende Impfung gegen das Staupevirus geschützt werden. Daher ruft die Dezernentin alle Hundehalter auf, ihre Tiere impfen zu lassen.Weitere Informationen zur aktuellen Staupe-Situation in Hessen gibt es im Internet unter https://lhl.hessen.de/veterin%C3%A4rmedizin/virologie-serologie/aktuelle....

Noch keine Bewertungen vorhanden

Neueste Kommentare

Wolfgang Kupfer hat nicht nur eine Meise
1 Woche 6 Tage
Vier Eppsteiner Erzbischöfe und ihr Ringen um …
3 Wochen 6 Tage
Vier Eppsteiner Erzbischöfe und ihr Ringen um …
5 Wochen 6 Tage
Hochzeitskulisse wird zur ständigen Heimat
12 Wochen 3 Tage
Auf Postkarten durchs historische Eppstein …
12 Wochen 3 Tage
X
Sichere Anmeldung

Diese Anmeldung ist mit SSL Verschlüsselung gesichert