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Abgespeckte Ferienspiele, weil eine Stelle unbesetzt ist

Bei „Games on tour“ trafen sich die Jungen und Mädchen der Ferienspielaktion zur Spielerunde im Familienzentrum. Foto: bpa

Das Ferienspielangebot dieses Sommers war deutlich kleiner als in den vergangenen Jahren und fand deshalb auch in einem Heft im Format eines Pixi-Heftes Platz. Seit dem Weggang von Jugendarbeiterin Fatima Hafsaoui im vergangenen Herbst ist die Stelle vakant.

Derzeit ist sie zum dritten Mal ausgeschrieben. Dreimal habe die Stadt, so die Erste Stadträtin Sabine Bergold, in den vergangen Monaten auf ihre drei Ausschreibungen Bewerber für die vakante Stelle im Jugendamt einstellen wollen. Mangels älterer und erfahrener Bewerber habe man jungen Hochschulabsolventen zugesagt. Jedesmal sagten die Bewerber kurzfristig ab. Als Grund für ihre Absagen, so Bergold, gaben die jungen Sozialarbeiter an, dass ihnen einerseits die Berufserfahrung fehle, sich als einziger Jugendsozialarbeiter im Rathaus zu behaupten, andererseits die Jugendarbeit in Eppstein schon wegen der Größe der Stadt nicht die vielfältigen Möglichkeiten biete wie Jugendarbeit in einer größeren Stadt. „Der Markt ist einfach leergefegt“, sagte Bergold, Stellen für erfahrene Sozialpädagogen gebe es bekanntlich genug. Sie zeigte sich trotzdem zuversichtlich: „Wir sind nicht die einzige Kleinstadt, der es so ergeht und sind auf der Suche nach einer guten Lösung.“

Die Aktionen der Ferienspiele hat die Stadt mit Hilfe der Mobilen Beratung und in Kooperation mit dem Erlebnispädagogen Harald Röder aus Bremthal organisiert. Mit 30 Anmeldungen war das Abenteuerwochenende auf einer Maininsel ausgebucht. Dank einer Spende des Lions Clubs erhielten Eppsteiner Kinder eine Ermäßigung, wenn sie den Gutscheincode aus dem Anmeldeheft vorweisen konnten.

Auch die letzte Aktion vor den Ferien, „Nightball“ für Jugendliche und junge Erwachsene sei ausgesprochen gut angenommen worden, sagte Sandra Droll: 24 junge Menschen kamen zum Fußballspielen in die Bienroth-Halle.

Für die restlichen neun Angebote für zehn- bis 15-jährige Jungen und Mädchen in den beiden ersten Ferienwochen gab es am Ende zusammen 30 Anmeldungen. Fünf wurden umgesetzt, die anderen Ferienaktionen fielen mangels Interesse aus. Wahrscheinlich fehle den Eltern das ganztägige Betreuungsangebot, vermutete Sandra Droll von der mobilen Beratung. Die Gründe seien schwierig zu beurteilen, sagte Bergold als zuständige Dezernentin: „Wir hatten attraktive Angebote und haben das Beste aus der Personalsituation gemacht.“

Droll, die die Ferienspiele organisierte und umsetzte, freute sich über einige neue Anregungen der Kinder und Jugendlichen. So waren die Teilnehmer des Spieleangebots „Games on Tour“ vom Familienzentrum sehr angetan und regten für die Wintermonate an, im Familienzentrum eine wöchentliche „Spielothek“ für Kinder und Jugendliche anzubieten.

Der Ausflug der „Walddetektive“ mit dem Förster war mit zwölf Teilnehmern gut besucht. Die Kinder und Jugendlichen lernten viel über den Wald und seine Bewohner, spielten mit Naturmaterial, entdeckten Tiere in Wald und Bach und hatten die Idee, ein Familienpicknick im Wald zu organisieren.

Beim Kochduell traten zwar nur zwei Mannschaften à drei Mitspieler gegeneinander an. Die hatten aber umso mehr Spaß beim Umsetzen der Aufgaben. So mussten sie in ihrem Drei-Gänge-Menü drei vorgegebenen Lebensmittel verarbeiten, durften Rezepte aus einem Rezeptbuch verwenden, eigene Gerichte kreieren oder sich aus dem Internet Anregungen und Rezepte holen. Außerdem mussten sie pro Gang ein Quiz mit Fragen zum Thema Lebensmittel und Kochen bestehen und beispielsweise ihre Geschicklichkeit beim Eischnee-Schlagen mit einem Schneebesen beweisen oder das richtige Gummibärchen beim Hütchenspiel entdecken.

Am Ende waren die jungen Köche genauso begeistert wie die Helfer und baten um eine Neuauflage. „An uns soll es nicht liegen“, sagte Sandra Droll, die sich freute, dass die Freiherr-vom-Stein-Schule die Schulküche trotz der Ferien zur Verfügung stellte: „Die bot natürlich ideale Bedingungen und ausreichend Platz.“ Sie hofft, dass sich der Erfolg des Kochduells rumspricht „und wir eine Wiederholung anbieten können“. Das gemeinsame Kochen sei eine wertvolle Teamerfahrung und eine gute Kombination von Lernen und Vergnügen.

Beim Krimi Diamantenraub holte die Stadt wieder den Verein Waldritter mit ins Boot, die in den vergangenen Herbstferien das pädagogische Live-Action-Rollplay rund um die Burg organisiert hatten. Sie verknüpften Fantasy-Elemente, Rollenspiel und logisches Denken zu einem spannenden Detektivspiel – diesmal allerdings mit geringer Resonanz. Nur fünf Mitspieler meldeten sich an. Nach dem Riesenerfolg im vergangenen Herbst hatte sich Droll mehr Resonanz erhofft. bpa

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