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Abgesagt – Geschlossen – Verboten

Dieses Foto mit den Hinweisschildern nahm Burgkastellan Leander Kuhlisch am Freitag, 13. März, auf, dem Tag, als die Absage-Welle anrollte. Bis zum 20. April bleibt Eppsteins Wahrzeichen geschlossen und das gesellschaftliche Leben im Ausnahmezustand – Stand heute.

Das Leben in der Stadt hat sich verändert. Rathäuser und städtische Einrichtungen, Kindergärten, Schulen und Betreuungen sind seit Anfang dieser Woche geschlossen.

Arbeitsgruppen, Veranstaltungen, Sprechstunden, Anliegerversammlungen und die wöchentlichen Magistratssitzungen der Stadt wurden abgesagt, selbst der Wertstoffhof ist geschlossen. Seit Mittwoch ist sogar das Herumtoben auf Spielplätzen verboten – beschlossen von der Bundesregierung und den Landesregierungen, umgesetzt in Landkreisen und Kommunen. Das Bürgerbüro öffnet nur nach telefonischer Terminabsprache. Das gleiche gilt für unaufschiebbare Amtsgeschäfte. Auch Bauhof und Stadtbücherei sind geschlossen, Rückgabefristen müssen nicht eingehalten werden.

Seit Freitag, 13. März, treffen täglich neue Regelungen ein, mit dem Ziel, die Ausbreitung des neuartigen Coronavirus aufzuhalten. Bürgermeister Alexander Simon gab am Dienstag bekannt, dass die Verbote auch für die Nutzung von Sportstätten und Vereinsräumen gelten.

Volkshochschule und Musikschule sind nicht nur geschlossen, Kurse und Veranstaltungen sind seit Mittwoch sogar verboten. Die meisten Vereine, darunter auch der Kulturkreis mit seinem Angebot für März bis Mitte April, hatten bereits vorher ihre Veranstaltungen abgesagt. Sämtliche Maßnahmen gelten vorerst bis zum 20. April. Geschlossen sind das Bürgerhaus, das Sitzungszimmer im Erdgeschoss der Wohnanlage Am Bündelberg in Vockenhausen, die Verwaltungsstellen in Bremthal und Ehlhalten, die Dattenbachhalle, der Vereinssaal in Niederjosbach, das Backhaus in Bremthal – und die Burg.

„Das Leben deutlich herunterfahren“

Bürgermeister Alexander Simon appelliert an die Eppsteiner, nur dringend notwendige Angelegenheiten zu erledigen. Im MTK sind derzeit 16 Corona-Fälle offiziell bestätigt, bislang ist kein Fall in Eppstein bekannt. „Wir nehmen diese Maßnahmen zum Schutz unserer Bürgerinnen und Bürger sehr ernst“, sagte Simon. Auch Landrat Michael Cyriax kündigte an: „Wir werden das Leben deutlich herunterfahren.“ Die Burg mit bis zu 100 Besuchern an schönen Sonntagen, darunter auch internationales Publikum, bleibt deshalb vorerst geschlossen.

Standesamtliche Trauungen und Beerdigungen sind weiterhin möglich, kirchliche Hochzeiten und Gottesdienste sind jedoch verboten, die städtischen Trauerhallen sind geschlossen. Gottesdienste und Trauerfeiern finden nach Absprache mit den Geistlichen oder Beerdigungsinstituten auf dem Friedhof statt.

Auch die Seniorenresidenz des Main-Taunus-Kreises in der Langenhainer Straße ist für Besucher geschlossen. Angehörige dürfen nur bis zum Foyer, beispielsweise um Wäsche vorbeizubringen.

In Kindergärten und Schulen gibt es seit Montag eine Notbetreuung für Kinder von Angehörigen bestimmter Berufsgruppen. Bis Mittwoch nahmen nur vereinzelt Eltern diese Möglichkeit wahr, „aber das kann sich täglich ändern“, sagte Erste Stadträtin Sabine Bergold, die für Kindergärten und Betreuung zuständig ist, mit Hinweis auf neue Regelungen.

Noch nicht geklärt sei, wer die Kosten für den Ausfall der Betreuung trägt. Da die Anordnung von Land und Bund komme, erwartet Bergold, dass dort auch die Frage der Finanzierung geklärt wird. „Ich bin sicher, dass es eine Regelung geben wird, aber derzeit müssen wir Prioritäten setzen, auch bei den hunderten von E-Mails, die uns täglich zu diesen Themen erreichen“, betonte Bergold.

Lebensmittelgeschäfte, Apotheken, Drogerien, Tankstellen und Geldinstitute bleiben geöffnet. Für sie wird das sonntägliche Öffnungsverbot gelockert. Der Tegut-Markt am Valterweg in Bremthal teilte schon im Laufe des Dienstags mit, dass der Laden am kommenden Sonntag von 12 bis 18 Uhr geöffnet sei. Bei Edeka und Lidl war die Entscheidung bis Redaktionsschluss noch nicht getroffen.

Restaurants hingegen dürfen nur noch zwischen 6 und 18 Uhr öffnen. Der Lieferservice ist von dieser Regelung ausgeschlossen. Die Gastronomen spüren die Auswirkungen der Corona-Krise unmittelbar. Wunderbar-Chef Ralph Otto spricht von Umsatzeinbußen um bis zu 80 Prozent. Sämtliche Feiern und Hochzeiten von April bis in den Mai hinein seien abgesagt, genauso die Konzerte im März und vermutlich auch weitere Konzerte im April.

Bars und Spielhallen sind geschlossen. Selbst Pflanzaktionen mit Bürgern im Wald wurden abgesagt. bpa

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