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Volker Pottmann gibt mit Mikrokrediten Hilfe zur Selbsthilfe

Volker Pottmann unterstützt Mikrokredite und Fairtrade-Handel.

Fast sein ganzes Arbeitsleben lang hat sich Volker Pottmann mit der Herstellung von Geld beschäftigt. Als Ingenieur für Druckwesen arbeitete er zunächst in der Bundesdruckerei in Berlin.

Er war dort noch für die Entwicklung der letzten Serie Papiergeld der Deutschen Mark verantwortlich und dann, seit 1998, beim Europäischen Währungsinstitut, dem Vorläufer der Europäischen Zentralbank, mit dem Aufbau sinnvoller Strukturen für die Geldproduktion zur Einführung des Euros 2002 beauftragt. Neben der Materialprüfung mussten die Druckstandards in rund 40 Zulieferbetrieben und 14 europäischen Druckereien vereinheitlicht werden, erinnert sich der 63-Jährige.

Als Pensionär beschäftigt er sich nun damit, Geld sinnvoll einzusetzen. Vor zwölf Jahren stieß er bei einer Internet-Recherche auf den Verein Kiva, eine wohltätige Organisation aus den USA, die Mikrokredite an Menschen in ärmeren Ländern vermittelt. Aufmerksam wurde er auf das Modell der Mikrokredite durch die Verleihung des Friedensnobelpreises an den Bangladeshi Mohamed Yunus und die Grameen Bank 2006.

Seitdem unterstützt er immer wieder Projekte in Afrika, Asien oder Südamerika. Oft sind es Frauen, die Geldgeber für ein Projekt suchen. Kiva arbeitet mit nationalen Organisationen aus den Herkunftsländern der Kreditnehmer zusammen. Sie helfen den Kleinstunternehmern beim Geschäftsplan, bei der Berechnung der Kosten und später beim Aufbau ihres Unternehmens: Einmal gab Pottmann Geld für eine Fahrradwerkstatt, einmal für das Aufstocken des Angebots eines kleinen Dorfladens oder zum Kauf einer Nähmaschine. Auf der Internetseite von Kiva stellen die Menschen ihre Projekte und den Kreditwunsch vor. Oft wird Saatgut benötigt, sollen ein Schwein oder ein paar Ziegen angeschafft werden. Wenn das Geschäft des Kleinunternehmers gedeiht, zahlt er seinen Kredit zurück. Die Arbeit von Kiva stellte Potthoff im Familienzentrum der Talkirchengemeinde vor, um auch andere von der Sinnhaftigkeit zu überzeugen. Seine Motivation als Kreditgeber sei, Menschen dabei zu helfen, sich in ihrer Heimat eine Zukunft aufzubauen.

Hilfe zur Selbsthilfe sei die beste Methode, um Menschen vor der Flucht zu bewahren, sagt Pottmann, der sich seit fast drei Jahren auch als Flüchtlingshelfer im Asylkreis engagiert. „Wenn wir einem Menschen in einem Entwicklungsland helfen, seine Ideen zu verwirklichen und seine Einkünfte zu verbessern, dann sieht auch sein Nachbar, dass es sich lohnt, hart zu arbeiten“, ist Pottmann überzeugt.

Mit seinem Vortrag und Beiträgen in den sozialen Netzwerken versucht er andere Eppsteiner für das System der Mikrokredite von Kiva zu begeistern (http://kiva-deutschland.org). Die einzelnen Kreditgeber zahlen nur kleine Geldsummen, Minimum sind 25 US-Doller. Das Risiko wird so auf viele Schultern verteilt. Dank der Arbeit der nationalen Hilfsorganisationen mit den Kreditnehmern ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass das Geld zurück gezahlt wird: Die Rückzahlungsrate beträgt 98 Prozent. Er selbst habe nur einmal einen kleinen Kredit verloren, weil der Kreditnehmer krank wurde und sein Saatgut, das er sich vom Kredit angeschafft hatte, verdorben war. „Die anderen Kredite laufen gut“, sagt er. Mal wird nur ein Dollar pro Monat zurückgezahlt, dann kann es Jahre dauern, bis das Geld wieder auf dem Konto ist, manchmal dauert es nur wenige Monate. Die Zinsen für den Kredit erhalten die Hilfsorganisationen, um ihre Arbeit zu finanzieren.

Den größten Kredit über 125 Dollar habe er für ein Projekt zur Wasseraufbereitung in Afrika gewährt, sagt Pottmann. Sieben Frauen haben sich zu einer Kooperative zusammengeschlossen, um eine Chloranlage für den Trinkwasserbrunnen des Dorfes anzuschaffen. Sein Geld war die letzte, noch fehlende Summe. Damit hatten sie die Investition zusammen und konnten die Anlage bauen. Inzwischen zahlen sie den Kredit zurück aus Wassergebühren und Spenden der Dorfbewohner.

Den Menschen ein gutes Leben in ihrer Heimat zu ermöglichen ist auch Pottmanns Antrieb in der Fairtrade-Steuerungsgruppe der Stadt, der er seit Gründung 2016 angehört. Im vergangenen Jahr nahm er die Anerkennungsurkunde als Fairtrade-Stadt für Eppstein entgegen. Fairer Handel geht noch einen Schritt weiter und unterstützt bestehende Betriebe. Ziel ist der Aufbau von Strukturen, um Arbeits- und Lebensbedingungen der Mitarbeiter zu verbessern, etwa durch Schulen für die Kinder, Ausbildungsplätze und Gewerkschaften.bpa

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Kommentare

URL falsch angegeben

Hallo,

die korrekte Domain von KIVA Deutschland ist http://kiva-deutschland.org nicht kiva-deutschland.de . Letztere läuft leider ins Leere.

Viele Grüße

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