Home | Meine Eppsteiner | Eppsteiner Gesichter

Stella Costas Bilder sind in Farbe verarbeitete Emotionen

Stella Costa leitet Malkurse des Vereins Junge Künstler und lässt sich beim Holzbildhauersymposium inspirieren.    Foto: Helga Mischker

 

Eine Aura umgibt Stella Costa, die mit bürgerlichem Namen Stiliyana Stickert heißt. Stella riefen sie ihre Eltern, Costa war der Nachname ihres Vaters. Zierlich wirkt sie und zugleich stark. Seit dem Abitur hat sie sich der Kunst verschrieben. Die Malerei bot ihr eine Nische mit vielen Entfaltungsmöglichkeiten. Heute gibt sie Kindern und Erwachsenen einen zwanglosen Raum, sich schöpferisch unter fachkundiger Anleitung auszudrücken. Stella Costa hat sich in Eppstein als Künstlerin und Mallehrerin einen Namen gemacht.

So betreut sie für den Verein Junge Künstler Kinder und Jugendliche in Malkursen. Die dabei entstehenden Bilder kommen groß heraus: Zur Weihnachtszeit schmückten sie in den vergangenen Jahren digitalisiert und großformatig die vier Adventsfenster an der Burg. Jedes Jahr findet außerdem eine  Ausstellung des Vereins Junger Künstler zu einem bestimmten Thema statt. Für dieses Ereignis rahmt Costa gemeinsam mit der Vorsitzenden Dagmar Hirtz-Weiser liebevoll die Werke ihrer Schülerinnen und Schüler und setzt sie im Bürgersaal ins rechte Licht. Derzeit laufen die Vorbereitungen für die nächste Ausstellung am 21. April unter dem Motto „Rund um die Welt“.   

Die Malerin lebt und arbeitet in der ehemaligen Fabrikantenvilla Drexel in Vockenhausen. Diese im Stil des Historismus 1886 erbaute Villa des Lederfabrikanten Drexel gefiel ihr mit seinen Giebeln und Erkern so gut, dass sie vor sieben Jahren mit ihrem Sohn und ihrer Hündin, einem Spitz, dort einzog. Seit rund 20 Jahren ist die 45-Jährige mit einer kurzen Unterbrechung in Eppstein zu Hause. Die ersten Eindrücke der Burgstadt „beim Durchrauschen auf der B 455“, so erinnerte sie sich, stimmten sie erst einmal skeptisch,  „aber die Menschen haben mich immer mehr angezogen“.

Im bulgarischen Lom geboren und in Montana aufgewachsen machte sie nach der Schule eine Ausbildung als Hotelkauffrau. 1994 wanderte sie aus und machte zunächst Station in Hannover, bevor sie wenig später ins Rhein-Main-Gebiet wechselte, zunächst nach Frankfurt. Sie war im Schlosshotel Rettershof beschäftigt und später für sechs Jahre in einer Zahnarztpraxis in Königstein. 

2007 gründete sie ihr Atelier in Eppstein und machte sich selbstständig, sowohl als Künstlerin und Coach als auch in einem weiteren Beruf, der als Broterwerb fungiert. „Künstlerische Grafik ist das, was mir wirklich liegt“, erklärte sie. Dafür hat sie ein mehrjähriges Fernstudium absolviert und blickt inzwischen auf zahlreiche Gruppen- und Einzelausstellungen zurück. Sie präsentierte ihre Werke auch beim Kunst Forum auf dem Zauberberg und kam dadurch in Kontakt zur Kunstszene im Main-Taunus-Kreis, darunter Landsmann Dimitri Vojnow und der inzwischen verstorbene Erwin Pleines.

In der Villa Drexler führt eine schwere Holztreppe hinauf in Wohnung und Atelier. Um den großen Arbeitstisch herum stehen farbbekleckste Stühle. In den Regalen lagern Acrylfarben und Buntstifte, auch Erschaffenes wie Pappmaché-Figuren und Handarbeiten. An den Wänden stehen in Acryl gemalte Bilder – manche ziehen den Betrachter sofort in ihren Bann. Die Papierbilder, die an Klemmen und Klammern an den Wänden übereinander hängen, sind meist die Werke ihrer Schüler. „Ich habe sie gerettet“, erklärte sie, „die Kinder malen meist nicht, um ihre Bilder aufzuhängen“. 

Costa unterrichtet zwei Schülergruppen. Das Besondere ist, dass die Gruppen nicht nach dem Alter der Teilnehmer unterteilt sind. Grundschüler und Abiturienten malen neben einander inspirieren sich gegenseitig“, schilderte Costa. „Je jünger die Künstler, desto reiner ist das, was sie produzieren“. Sie setzten den goldenen Schnitt oder Fluchtpunkte um, ohne die Technik bewusst zu kennen.

Sie motiviert die Kinder, ihre inneren Bilder und Gefühle in Farbe umzusetzen. Sie nutzt Selbstmanagement-Techniken wie Neuro-Linguistisches Programmieren (NLP), um bei ihrem Unterricht die Kinder zu motivieren und zu leiten, ohne dass Konflikte entstehen. „Wichtig ist, dass kein Widerstand durch Druck aufkommt“, erklärte sie. Die Schüler sollen beim Malen ihre eigene Wahl treffen.

Beim 7. Holzbildhauer-Symposium vom 6. bis 13. Mai greift Costa selbst zum Pinsel. Im Freiluftatelier will sie ihre durch die Holzbildhauer inspirierten Impressionen beim „Action Painting“ auf die Leinwand bringen. Sie begleitet damit zum zweiten Mal als Künstlerin eine vom Kulturkreis Eppstein organisierte Veranstaltung. Beim Konzert der Band o-ton im September 2016 in den Verkaufsräumen der Firma Gottron beeindruckte sie mit ihren großformatigen ausdrucksstarken Musiker-Portraits, der lodernden Akkordeonspielerin und des Pianisten in Blau.

„Bilder sind wie meine Kinder“, erklärte Costa ihre Auffassung von künstlerischem Ausdruck, „sie sind mit Gefühlen verbunden, in Farbe verarbeitete Emotionen. „Meine Arbeiten entstehen spontan, angeregt von persönlichen Erlebnissen. Mir ist danach, Momente festzuhalten und in stillem Dialog – wortlos – die einfachen Dinge des Lebens in Frage zu stellen.“ 

Costa lässt ihre Bilder sprechen. Sie erzählen etwas, was sie durch Sprache nicht vermitteln will. „Es ist nicht meine Absicht, dass der Betrachter meine Geschichte entdeckt. Öfters findet er sich selbst widergespiegelt und durch seine eigene Geschichte wird er Teilhaber der Meinen.“    Helga Mischker

Weitere Artikelbilder:

Noch keine Bewertungen vorhanden

Neueste Kommentare

Hochzeitskulisse wird zur ständigen Heimat
18 Stunden 32 Sekunden
Auf Postkarten durchs historische Eppstein …
18 Stunden 2 Minuten
Pulse of Europe: Wie eine neue Bewegung entsteht
1 Woche 5 Tage
Kinderfreundliches Deutschland?
1 Woche 6 Tage
Parkplätze noch bis Juli gesperrt
2 Wochen 1 Tag
X
Sichere Anmeldung

Diese Anmeldung ist mit SSL Verschlüsselung gesichert