Radwegpläne auch in Australien genau beobachtet

Die Australier Michael Kramer und Sohn Peter interessieren sich für den Weg von der Waldallee bis zur Wiesbadener Straße. Foto: bpa

Die Australier Michael Kramer und Sohn Peter interessieren sich für den Weg von der Waldallee bis zur Wiesbadener Straße. Foto: bpa

Obwohl sich die Zusammensetzung der Stadtverordnetenversammlung geändert hat und einige neue Gesichter hinzugekommen sind, müssen bereits laufende Projekte fortgesetzt werden.

Unter anderem berichtet Bürgermeister Alexander Simon in der nächsten Sitzungsrunde über den Stand der Radweg-Planung zwischen Bremthal und Wildsachsen – „ein seit Langem bestehender und übereinstimmender Wunsch der Städte Eppstein und Hofheim sowie der Bürgerschaft und aller politischen Gremien“, betont Simon.

Mit dem Bau der rund 2,8 Kilometer langen Fuß- und Radwegeverbindung soll eine durchgängige Verbindung hergestellt werden. Das verbessere die Verkehrssicherheit für alle Verkehrsteilnehmer, so Simon. Die Trägerschaft für den Bau des Weges, liegt beim Land Hessen, denn die Wildsächser Straße sei eine Landesstraße.

Um die Umsetzung zu forcieren, hat die Stadt mit dem Land Hessen eine Verwaltungsvereinbarung abgeschlossen. Seitdem wird das Vorhaben im Auftrag der Stadt Eppstein bei Kostenerstattung durch das Land vorangetrieben. Ende 2022 wurde einer Vorzugsvariante zugestimmt. Diese Entscheidung war Grundlage für die weiteren Planungsschritte. Es fanden mehrere Umweltanalysen statt. Im Frühjahr 2025 wurde die Entwurfsplanung beschlossen. Die Stadt hat aktuell einen Umlegungsbeschluss zur Sicherung aller notwendigen Grundstücke entlang der Wildsächser Straße gefasst.

Spätestens Anfang 2027 soll die Entwurfsplanung stehen. Damit endet die Aufgabenstellung der Stadt Eppstein, die die Planungen koordiniert. Für die Fertigstellung der Planung und die Bauausführung ist das Land Hessen zuständig. „Mit etwas Glück könnte der Bau 2028 beginnen“, ist Simon zuversichtlich.

Auf diesen Startschuss warten nicht nur die meisten Bremthaler. Auch ein Gast aus Australien beobachtet die Situation für Fußgänger entlang der Wildsächser Straße seit vielen Jahren. Einmal im Jahr reist der Australier Michael Kramer nach Deutschland und macht nach dem traditionellen Familientreffen im Sauerland auch einen Abstecher zu Freunden in Bremthal. Zum ersten Mal war er 2010 in Bremthal, seit 2011 begleitet ihn Sohn Peter. Mit Verwunderung stellen beide fest, dass es immer noch nur einen provisorisch befestigten Fußpfad gibt, obwohl die Wildsächser Straße die direkte Verbindung für Bewohner der Waldallee oder Am Königsberg zum Gewerbegebiet Valterweg und zum Hessenring ist. Auch er laufe jedes mal, wenn er in Brem­thal zu Besuch ist, zu Fuß zum Lebensmittelgeschäft im Valterweg. „Das ist sehr gefährlich, weil es keinen Fußweg gibt und der Verkehr sehr schnell ist“, erzählt Kramer.

In den vergangenen Jahren hat er sich mehrfach bei der Eppsteiner Zeitung gemeldet und gefragt, ob der Weg bald gebaut werden könne. Diesmal kamen Vater und Sohn sogar persönlich zu Besuch in die Redaktion, um sich über die aktuelle Entwicklung zu informieren. Nach seinem letzten Stand von 2023, so Michael Kramer, gäbe es eine Vereinbarung mit Hessenmobil für den Bau des Radwegs. Dieses Mal zeigte Redakteurin Beate Schuchard-Palmert ihm die fertige Entwurfsplanung für den neuen Weg, über die sie 2025 berichtete.

Nun geht die Realisierung des Radwegs laut Bürgermeister Alexander Simon in die nächste Phase.

Optimistisch sieht Simon auch auf die Planung des zweiten großen Eppsteiner Radwegprojekts: Noch bis zu den Sommerferien sollen die Stadtverordneten die endgültige Trasse festlegen. Etwa ein Jahr dauere es, bis sämtliche Gutachten vorliegen, dann könnte die Entwurfsplanung erstellt werden. „In zwei Jahren könnten wir ähnlich weit sein wie heute beim Radweg Bremthal-Wildsachsen“, fasst Simon zusammen. bpa

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