Kampftraining im Zeichen der Burg

Schaukampf mit Schild und Schwert.
            Foto: Philipp Bilz/artsofphilo.com

Schaukampf mit Schild und Schwert.

Foto: Philipp Bilz/artsofphilo.com

Beim Kampftraining auf der Burg freute sich die Eppsteiner Rotte vergangenen Samstag über schaulustige Besucher und Teilnehmer anderer Mittelaltergruppen. Aus Koblenz und Darmstadt kamen die Kampfwütigen.

Mit Schwert, Speer, Gleve und Schild traten sie einzeln oder in zwei gegnerischen Gruppen gegeneinander an. Die Gleve, auch Gläfe oder Glefe, ist eine Stange mit einer Hiebklinge in Form eines Messers am Ende. Die Kämpfe waren nicht ganz ohne Risiko, denn nach kurzer Zeit hatte sich Ritter Ulli das Knie gezerrt. „Unkoordinierte Bewegungen sind die größte Verletzungsgefahr bei unseren mittelalterlichen Kämpfen!“, erklärte Patrick Klein von der Eppsteiner Rotte. Umso wichtiger seien die wöchentlichen Treffen, bei denen die Bewegungsabläufe immer wieder geübt und Kondition trainiert werden.

Auch ein privat aus Koblenz angereister Teilnehmer, ausgestattet mit Schwert und Schild, wusste um die Verletzungsgefahr und ließ sich daher ausreichend Zeit, um Knie und Schienbeinschutz anzulegen und mit Bandagen zu befestigen. Die ersten Einzelkämpfe gewann er beinahe alle und wusste viel zu berichten. Er reiste bereits nach Norwegen und Italien, um regelmäßig an Kampfübungen teilzunehmen. Die Veranstaltungen seien stets gastfreundlich, da die Szene eher klein sei.

Zwei weitere Teilnehmer aus Wiesbaden und Darmstadt, die einer Gruppe angehören, die sich „das Rudel“ nennt, trugen ebenfalls die Kleidung aus der Epoche der Ritter und Burgen. Es gibt etwa zehn Regelwerke über Kampftechniken, die Eppsteiner Rotte wendet den sogenannten „Codex Belli“ an, was so viel wie „Gesetzbuch des Krieges“ bedeutet.

Bislang ist der Mittelalterkampf keine anerkannte Sportart. Klare Regeln müssen dennoch eingehalten werden: „Erlaubt sind Hiebe, keine Stiche am Kopf, von Brust bis Knie.“ Die Stichwaffen sind allesamt abgestumpft und verstärkt, nach einer international genormten Schablone mit Maßen für die Spitzen und Längen der Waffen.

Einige Besucher aus Eppstein, Verl im Landkreis Gütersloh, Niedernhausen und Frankfurt saßen und standen im Burghof, um den Ereignissen zu folgen.

Manch einer wagte den Aufstieg auf den Burgturm, um bei herrlichem Sonnenschein Eppsteins malerisches Panorama zu betrachten, und auch die Jüngsten von zwei und vier Jahren, Paulo und Giulio, freuten sich über das Kampf-Spektakel. ccl

Weitere Artikelbilder:

Kommentare

Anmelden oder Registrieren um Kommentare zu schreiben


X