Familienzentrum geht „Outdoor“

Almut Karig erfreut sich am Anblick des Burgturms in der Altstadt.Foto: Beate Schuchard-Palmert

Almut Karig erfreut sich am Anblick des Burgturms in der Altstadt.Foto: Beate Schuchard-Palmert

Der Anblick der Burg zwischen der Häuserreihe erfreue sie jedes Mal auf ihrem Weg zu ihrer Arbeitsstelle im Familienzentrum der Talkirchengemeinde in der Burgstraße. „Der hohe Turm und die Fachwerkhäuser sind einfach nur schön“, sagt Almut Karig, die das Zentrum seit zwei Jahren leitet.

Wie jede ihrer Vorgängerinnen hat auch sie die Einrichtung inzwischen mit ihrem persönlichen Stil geprägt. Ob als „Sternensammlerin“, die beim Weihnachtsmarkt im langen Kleid aus dunkelblauem, fließendem Stoff Märchen erzählt, als Initiatorin der „Seelenoase“ oder mit Angeboten für Menschen aller Altersgruppen.

Nahezu jeden Tag trifft sich eine andere offene Gruppe im Familienzentrum: Montags Eltern oder Großeltern mit Krabbelkindern, dienstags und freitags Menschen mit Migrationshintergrund im Sprach-Café mit Gisela Rasper, mittwochs ist ein Baby-Kurs mit Trage-Sprechstunde zu Gast, donnerstags der Handarbeitskreis und die Spielerunde Zug um Zug parallel zu Karigs offener Sprechzeit. Freitagnachmittag treffen sich Menschen unterschiedlichster Herkunft mit Alla Serhijeva zu „Freitags unter Freunden“. Der Hinterbliebenenkreis ist inzwischen auch im Familienzentrum zu Hause. Zweimal im Monat, jeweils mittwochs, trifft sich die Spielerunde für anspruchsvolle Gesellschaftsspiele im Familienzentrum.

Kurse wie „Fit im Kopf“ für Senioren oder „Beweglichmacher“, Fitness für Senioren mit Annika Racky, finden Raum im Familienzentrum. Ebenso der Erste-Hilfe-Tag, diesmal am 23. Mai, mit einem Kurs über Erste Hilfe für Babys und Kleinkinder und nachmittags einem Erste-Hilfe-Café für über 60-Jährige.

Dieses Jahr will Karig ihr Angebot erweitern. Sie absolviert gerade eine zusätzliche Ausbildung zur Erlebnispädagogin und Outdoor-Trainerin. „Das eröffnet mir ganz neue Inhalte“, sagt Karig begeistert, „damit weiten wir den Raum des Familienzentrums aus“.

Als erstes plant sie ein Outdoor-Wochenende vom 12. bis 14. Juni für Familien und Freunde in einem privaten Garten am Waldrand in Bremthal. „Dort dürfen wir unsere Zelte aufschlagen und haben eine Feuerstelle“, sagt sie. Denn Feuermachen ohne Streichhölzer und Feuerzeug stehe dort ebenso auf dem Programm wie Kräuter bestimmen und sammeln. Solche Angebote sollen künftig fester Bestandteil im Jahresprogramm sein. „Man braucht fast keine Utensilien in der Natur. Und mit einem Seil, einem Ball und zwei Planen eröffnen sich neue Welten“, sagt Karig. Feuermachen, Kochen im Freien und was dabei zu beachten ist, sind weitere Themen. Kompass und Karte sollen Teil eines Orientierungs-Kurses sein. Naturerfahrungen sind für Karig, die in ihrer Freizeit gerne wandert, existenziell. Diese Erfahrung möchte sie gern mit anderen teilen.

Klaus Stephan vom BUND ist längst ein wichtiger Kooperationspartner: Am kommenden Samstag, 24. April, laden Familienzentrum und BUND gemeinsam zu einer Vogelstimmenwanderung ein, außerdem ist ein Fledermausabend im Sommer geplant und für Herbst ein Kelterfest auf einer Streuobstwiese. Auch der Asylkreis sei ein wichtiger und verlässlicher Partner, ebenso wie der Lions Club, der etliche Angebote finanziell unterstützt. So bietet Karig am 27. Mai eine Malstunde an zum Malwettbewerb des Lions Clubs. Die Kinder sollen an diesem Tag einen Entwurf für den nächsten Adventskalender der Organisation malen. Karig gibt Tipps zu Maltechniken und hält einige Vorlagen von Eppsteiner Sehenswürdigkeiten als Anregung bereit. Am Abend des 27. Mai lädt der Bremthaler Arzt Franz Lindenberg zu einer Ethik-Beratung zu Konflikt-Potenzial in der Medizin.

Seit zwei Jahren leitet Karig das Familienzentrum und ist froh, dass sie inzwischen ein eigenes Netzwerk aufgebaut hat. Denn im Juni steht mit dem Abschied von Pfarrerin Heike Schuffenhauer in der Talkirchengemeinde ein großer Einschnitt bevor. „Sie ist eine tolle Gesprächspartnerin, mit der man wunderbar Ideen entwickeln kann“, sagt Karig. Sie habe gerade in der Anfangszeit sehr viel von Schuffenhauer gelernt. Das Gute am Familienzentrum sei aber gerade seine Flexibilität: „Wir probieren oft etwas Neues aus. Wenn es gut angenommen wird, machen wir es weiter.“ Dennoch sagt Karig: „Heike Schuffenhauer hat so vieles vom Hintergrund aus gelenkt, immer mitgedacht und Verbindungen hergestellt. Das wird mir fehlen.“ bpa

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