Duftende Kräuter wuchern im Altangarten

Trotz Hitzesommers wuchern im Altangarten von Burg Eppstein Kräuterund Stauden üppig. Kräuterhexe Gabriele Wittich gab bei der Ernte viele Tipps zu den Pflanzen.
Foto: Beate Schuchard-Palmert

Fast wäre die Kräuterernte im Altangarten ins Wasser gefallen. Pünktlich zum Start der Führung mit Kräuterhexe Gabriele Wittich setzte leichter, aber hartnäckiger Regen ein.

Dennoch folgten ihr viele Besucher in die quadratische Gartenanlage, nachdem Heike Friedrich und Bettina Ernst von den Vockenhäuser Hexen mit einem kurzen Sketch die Aufmerksamkeit auf die Führung gelenkt hatten.

„Ursprünglich haben wir zwei Kräuterbeete und zwei Beete für höhere Pflanzen angelegt, aber inzwischen haben sich die Pflanzen ihre eigenen Standorte ausgesucht“, wies Wittich auf die dicht und üppig wuchernde Vegetation hin, die das Wegekreuz und die kleine, stillgelegte Wasserfontäne im Zentrum des Gärtchens gerade noch erahnen ließ.

Die Mispelsträucher haben sich längst zu kleinen Bäumen entwickelt. Goldrute und Alant überwuchern fast mannshoch die Pflanzengemeinschaft. Dennoch hat sich eine große Artenvielfalt mit niedrigen, mittleren und hohen Stauden entwickelt: Lavendel, Dost und Geranium blühen üppig neben Beinwell, Herzgespann und Süßdolde. „Am Amaranth hat sich schon jemand vor uns bedient“, blickte Wittich ein wenig unwillig auf die zerrupften, blutroten Blätter, die wie Spinat zubereitet werden.

Beifuß, Eber- und Weinraute – „alles Verwandte des sehr viel stärkeren und berauschenden Wermuts“, erläuterte sie nebenbei und erklärte die krampflösenden Eigenschaften des Rosmarins. Die elfjährige Amira aus Eppstein ist mit ihrer Mutter gekommen und pflückte sich ein duftendes Kräutersträußchen, ebenso wie die 16-jährige Miriel aus Medenbach, die unbedingt mehr über die Eigenschaften von Kräutern erfahren wollte.

Ein Märchen über „Lavendel“ erzählte Märchenfee Sonja von Saldern in der Fensternische der Kemenate ihren jungen Zuhörerinnen. Anschließend bastelten sie Lavendelsäckchen, die sie für guten Schlaf unters Kopfkissen legen sollten, riet von Saldern den Mädchen.

Ein gutes Dutzend Händler hatten ihre Waren im Burghof aufgebaut: Kunsthandwerk bei Bärbel Vogel, Handgenähtes von Kathrin Kilb, gehäkelte Ponchos bei Nina List-Evans und Socken und Tücher aus naturbelassener Schafwolle von Rebecca Henkel, die ihr Spinnrad nebenbei fleißig laufen ließ. Familie Zickwert aus Niederjosbach tischte Honig und Met auf.

Neubürgerin Marie Braun war zum ersten Mal auf dem Herbstmarkt. Ihre Schwester Diana Schmidt war begeistert vom Angebot der Wildkräutergärtnerei und kaufte eine Holzkiste mit schattenliebenden Waldstauden wie Waldstorchschnabel, Fingerhut oder Frühlingsblatterbse: „Das ist genau das Richtige für schattigen die Lichtschächte vor meiner Souterrain-Wohnung in Wiesbaden“, sagte sie begeistert.bpa

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