In der Ausbildung eigene Stärken entdecken

Markus Rösmann appellierte an die Begeisterungsfähigkeit der Jugendlichen. Foto: bpa

Gefragt, welche Erkenntnis ihnen die Vorträge der Referenten, Personalleiter oder Ausbildungsmeister von Taunussparkasse, Rothenberger GmbH Kelkheim, Polar Mohr Hofheim oder Percuma Eppstein gebracht haben, antworteten die beiden Neuntklässlerinnen Sanduni und Emily ohne lange zu zögern: „Dass man seinen Visionen folgen soll und man auch ohne Abitur Erfolg haben kann“.

Zuvor hatte der Eppsteiner Unternehmer Markus Rösmann als Abschlussredner den Jugendlichen ans Herz gelegt, nicht allen Hochglanzprospekten über Ausbildung Glauben zu schenken, sondern sich die Unternehmen persönlich anzuschauen und zu fragen, wie die Ausbildung abläuft. „Zum Beispiel, ob Auszubildende eigene Projekte entwickeln und sich ausprobieren dürfen, unabhängig vom Profit des Unternehmens.“ Das sei wichtig, um die eigenen Fähigkeiten zu entwickeln, sagte Rösmann.

Genau wie sein Vorredner, Ausbildungsmeister Stefan Jösch von Polar Mohr, wies Rösmann darauf hin, dass beruflicher Erfolg nicht unbedingt von einem Studium abhänge, sondern auch von der Lebenserfahrung. Jösch warb für die Ausbildung zum Industriemechaniker und wies darauf hin, dass dazu eine hohe Lernbereitschaft notwendig sei und die Neugier, sich auf Neues einzulassen.

Kollegin Sandra Parobeck schilderte die Ausbildung der Industriekaufleute. Beide hatten Lehrlinge mitgebracht: Kristin Sabel, Kevin Özocak und Ediz Güngördü erzählten in den Klassengruppen am Nachmittag, wie der Alltag im Betrieb aussieht. Nachmittags hatten die Schülerinnen und Schüler im Klassenverband Gelegenheit, gezielt Fragen zu stellen.

Nach einer Absage von Provadis sprang Joachim Schäfer, Personalreferent der Stadt Eppstein, ein und stellte Berufsbilder in der Verwaltung vor.

Riesige Ausbildungs-Vielfalt

Auch Katja Grundl von der Taunussparkasse wurde von zwei angehenden Bankkauffrauen begleitet. Luisa Körber, Personalreferentin von Rothenberger Werkzeuge, warb mit der Möglichkeit, dass ihre Firma den Auszubildenden die Möglichkeit für einen Spanienaufenthalt im Rahmen des Erasmus-Ausbildungsprogramms biete.

Sandra Bürger von der IHK Frankfurt und Markus Noll, Vertreter der Handwerkskammer, und Kathrin Tiewa von der Agentur für Arbeit, wiesen darauf hin, wie wichtig eine fundierte Ausbildung sei. Weit über 300 Ausbildungsberufe stehen in Deutschland zur Wahl und rund 21 000 Studiengänge. Eine Ausbildung biete den Vorteil, früh Geld zu verdienen und selbstständig zu sein. Ein kleines Quiz verriet, dass Berufe im Bauhauptgewerbe, wie Maurer, die höchsten Ausbildungsvergütungen bieten.

Rösmann erzählte den Schülern von seinem eigenen beruflichen Werdegang: Vom Bankkaufmann und Devisenhändler habe er zu einem Energie-Dienstleister gewechselt und biete jetzt Veranstaltungslocations an, und nach über 20 Jahren im Beruf erstmals auch Ausbildungsplätze: Für zwei angehende Veranstaltungskaufleute und zwei Studentinnen in einer dualen Berufsausbildung, die zwischen Uni und Betrieb pendeln. Seine Empfehlung: „Wenn ihr einen Ausbildungsvertrag eingeht, gebt ihr ein Versprechen ab. Deshalb fragt euch auch, was ihr dem Unternehmen zu geben habt.“ Im besten Fall werde man mit Freude an der Arbeit und Begeisterung für seinen Beruf belohnt.

Rösmann, der dem Eppsteiner Gewerbeverein IHH vorsteht, wies darauf hin, dass der Verein einen Eppsteiner Ausbildungs-Dialog starten möchte. Der IHH vertritt rund 90 Eppsteiner Unternehmen.

Deshalb lud Rösmann die Jugendlichen zusammen mit ihren Eltern für Dienstag, 28. Dezember, ins Winderwunderdorf im Gewerbegebiet Am Quarzitbruch zu einem Gespräch über „Ausbildung 2022“ ein. bpa

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