Ultranet: Kritik an Netzplanung und Behörden

Unter der Hochspannungsleitung am Spielplatz in Niedernhausen versammelten sich die Menschen beim Protestcamp gegen das Stromtrassenprojekt Ultranet.Foto: privat

Unter der Hochspannungsleitung am Spielplatz in Niedernhausen versammelten sich die Menschen beim Protestcamp gegen das Stromtrassenprojekt Ultranet.Foto: privat

Rund 150 Bürgerinnen und Bürger von Hofheim bis Hünstetten haben sich am vergangenen Freitag auf dem Spielplatz „Am Dachsbau“ in Niedernhausen versammelt, um gegen das Stromtrassenprojekt „Ultranet“ zu protestieren. Organisiert wurde die Veranstaltung vom Umweltschutz Taunus (UTeV).

UTeV-Sprecher Dirk Lorbach begrüßte etliche politische Vertreter aus den angrenzenden Kommunen und Landespolitiker.

Ein zentraler Programmpunkt war ein offener Brief des UTeV an den Präsidenten der Bundesnetzagentur, Klaus Müller. Darin wird der Behörde vorgeworfen, einen zuvor konstruktiven Planungsprozess abrupt beendet und alternative Trassenführungen nicht ausreichend berücksichtigt zu haben.

Gesundheitliche Aspekte spielten in den Vorträgen eine wichtige Rolle. In einem Beitrag zu elektromagnetischen Feldern (EMF) wurde auf offene Fragen und mögliche Risiken hingewiesen. Kritiker bemängeln, dass Langzeitwirkungen der neuen Technik nicht ausreichend erforscht seien. Ein weiterer Schwerpunkt lag auf dem Stand der Klage vor dem Bundesverwaltungsgericht. Nach Angaben der Initiatoren wurden wesentliche technische Unterlagen, insbesondere zur Statik der Masten, bislang nicht offengelegt, dies erschwere die umfassende rechtliche Prüfung. Die Projektkosten hätten sich inzwischen verdoppelt auf mehr als 2 Milliarden Euro, eine transparente Kontrolle oder Begründung sei nicht erfolgt.

Emotional wurde es bei der Diskussion möglicher Sicherheitsrisiken. Redner beschrieben Szenarien wie Mastversagen bei Starkwind oder Eislast sowie die Gefahr herabfallender Eisstücke. Diese Risiken sehen viele Anwohner nicht ausreichend berücksichtigt. Zum Abschluss ermutigten die Organisatoren die Bürger, sich weiterhin aktiv einzubringen, etwa durch die Dokumentation von Bauarbeiten und möglichen Umweltbeeinträchtigungen und die Unterstützung der Klage.

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