Sportfreunde werfen Stadt Salamitaktik vor

Ein Transparent vor dem Bürgerhaus weist auf die Befürchtung einiger Vockenhäuser hin.

Neben dem Eingang zum Bürgerhaus prangte ein Transparent „Bürger gegen Sportplatz Bebauung“. Drinnen diskutierten Ortsbeirat Vockenhausen und Stadtentwicklungsbeirat in einer Sondersitzung über den Standort für einen neuen Kindergarten neben dem Sportplatz in Vockenhausen.

Wie berichtet, will die Stadt eine Kita für 100 Kinder auf einer Grünfläche zwischen der Straße An der Embsmühle und dem Fußballplatz der Sportfreunde bauen.

Eine Anliegerversammlung hat nach Angaben von Bürgermeister Alexander Simon in der vorigen Woche stattgefunden. Dabei seien noch viele Fragen offen geblieben. Unter anderem über die zusätzliche Verkehrsbelastung an der Zufahrt zum geplanten Kindergarten und an der Landstraße 3011. Dazu wolle die Stadt ein Verkehrsgutachten in Auftrag geben.

Um ausreichend Platz für Gebäude, Grünfläche und Parkplätze zu schaffen, verhandelte die Stadt trotz eines bis 2022 laufenden Pachtvertrags mit den Sportfreunden über einen 15 Meter breiten Grundstücksstreifen, etwa acht Meter davon liegen auf dem Sportplatz, der dann nur noch etwa 60 Meter breit wäre. Außerdem will die Stadt den Grundstücksstreifen zwischen den Parkplätzen der Feuerwehr und dem Sportplatz aus dem Vertrag auslösen.

Simon berichtete, dass beide Vereine, ihre Einrichtungen weiter nutzen wollen. Deshalb sichere die Stadt den Sportfreunden und dem TSV zu, dass die Zufahrt zum Vereinsgebäude der Sportfreunde und zu Vereinsheim, Tennis- und Boule-Platz des TSV jederzeit zugänglich bleibe.

Sportfreunde-Chef Stefan Bauer betont in einem Leserbrief, es gebe keine Einigung mit der Stadt über das Abtreten eines Geländestreifens am Sportplatz oder des Parkplatzes. Er befürchtet, genau wie sein früherer Vorstandskollege Richard Prag, der in einem Kommentar (www.eppsteiner-zeitung.de) von einer „Salamitaktik“ spricht, dass das Sportplatzgelände Stück für Stück einer anderen Nutzung zugeführt wird. Das sei „Mord auf Raten“ an den Vereinen, wirft Bauer der Stadt vor und denkt dabei auch an den TSV, dessen Vertrag mit der Stadt ebenfalls Ende 2022 ausläuft.

Der Ortsbeirat stimmte mit fünf Stimmen bei vier Enthaltungen für den Bau der Kita, der Ausschuss mit sechs Stimmen bei einer Ablehnung und zwei Enthaltungen. bpa

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