Schnäppchenangebote für Smart Meter erst mal prüfen

Stromzähler können mit neuen digitalen Messeinrichtungen zum intelligenten Smart Meter ausgebaut werden..
            Foto: geralt/picxabay.com

Stromzähler können mit neuen digitalen Messeinrichtungen zum intelligenten Smart Meter ausgebaut werden..

Foto: geralt/picxabay.com

Nicht jedes scheinbar sinnvolle Angebot lohnt sich tatsächlich.

So hat uns ein Bewohner der Straße am Holderbusch informiert, dass er und etliche seiner Nachbarn, also vermutlich noch weitere Menschen in Vockenhausen, einen recht offiziell aussehenden Brief des Unternehmens „Deutsche Messwesen“ erhalten haben mit einem Angebot für den kostenlosen Einbau eines „Smart Meters“, der manuelle Ablesetermine in der Zukunft überflüssig mache. Angeblich bündele das Unternehmen aktuell Kapazitäten am Holderbusch und könne so eine kostenlose Installation anbieten. Darüber hinaus wirbt das Unternehmen mit „123 Euro reduziertem Netzentgelt im Jahr“ .

Nach kurzer Internet-Recherche hat der Hausbesitzer herausgefunden, dass der Einbau selbst möglicherweise kostenlos erfolgt, so, wie die Deutsche Messwesen wirbt, aber die Folgekosten für den Betrieb in dem Anschreiben nicht erwähnt werden. Das sei unseriös findet der Eppsteiner und möchte andere Eppsteiner davor warnen, auf solche anscheinend günstigen Angebote einzugehen.

Auch Bürgermeister Alexander Simon hat sich mit dem Thema beschäftigt und weist darauf hin, dass es zum Einbau sogenannter „Smart Meter“ keine vertragliche Vereinbarung mit der Stadt gebe. Es gebe auch keinerlei Verpflichtung, auf dieses Angebot einzugehen oder den Messstellenbetreiber zu wechseln. „Etwaige gesetzliche Vorgaben zum Einbau intelligenter Messsysteme sind davon zu unterscheiden“, betont Simon, „sie begründen keine Verpflichtung, gerade dieses Unternehmen zu beauftragen!“

Die Stadt empfiehlt als ersten Ansprechpartner die Syna bzw. die Süwag als örtlichen Stromnetzbetreiber. Dort gibt es Auskunft über den aktuellen Messstellenbetrieb, ob ein Zählertausch vorgesehen ist und vor allem, sollten Voraussetzungen, Möglichkeiten und Kosten für den Einbau eines intelligenten Messystems wie Smart Meter genau geprüft werden. Stromlieferant, Netzbetreiber und Messstellenbetreiber können unterschiedliche Unternehmen sein.

Auch die Verbraucherzentrale Niedersachsen hat sich mit vergleichbaren Schreiben der Deutschen Messwesen befasst und weist ausdrücklich darauf hin, dass eine kostenlose Installation nicht bedeutet, dass der Messstellenbetrieb auch kostenfrei ist. Es könnten laufende jährliche Entgelte anfallen, die man auf jeden Fall mit denen anderer Anbieter vergleichen sollte.

Einsparungen, die sich aus dem Energiewirtschaftsgesetz ergeben könnten, setzen bestimmte Voraussetzungen voraus. Ein Smart Meter allein führe nicht automatisch zu einer Ersparnis, betont Simon. So seien Messstellenbetreiber nicht an gesetzliche Preisobergrenzen gebunden. Auch die Verbraucherzentralen empfehlen, Angebote sorgfältig zu prüfen und miteinander zu vergleichen.

Keinesfalls, so der Bürgermeister, sollten sich Hausbesitzer von der im Schreiben der Deutschen Messwesen genannten Frist 1. November unter Druck setzen lassen.bpa

Kommentare

Anmelden oder Registrieren um Kommentare zu schreiben


X