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Nadja Gneupel: „Wir sind sorgsame Planer und haben viel vor“

Der Megasessel ist Nadja Gneupels Lieblingsplatz. Ihr Verlobter Christoph Wildner nennt ihn scherzhaft „Nadjas Thron“.Foto: mi

In den Wochen vor der Bürgermeisterwahl am 26. Mai stellen wir Ihnen die beiden Kandidaten auch in ihrem Privatleben vor.

EZ-Mitarbeiterin Helga Mischker hat Nadja Gneupel, Kandidatin der FDP und der SPD zu Hause besucht.

Nadja Gneupel ist mit ihrem Verlobten Christoph Wildner am Fuße des Staufen zu Hause. Die Bürgermeisterkandidatin zog vor zehn Jahren nach Eppstein in die Nähe ihres Lieblingsplatzes, den Kaisertempel, von dem sie immer mal wieder die wunderschöne Aussicht genießt. Zurzeit bleibt dafür allerdings keine Zeit. Der Tag ist durchgetaktet mit Wahlkampf und ihrer Vollzeitbeschäftigung beim Main-Taunus-Kreis als Koordinatorin für die Ehrenamtsarbeit rund um Migration, Asylverfahren und Rückkehrmanagement. Die werdende Mutter hat sich viel vorgenommen, kann aber auf ihren Christoph zählen.

Der Maschinenbau-Ingenieur, der beim Kennenlernen seinen Wohnsitz in Offenbach hatte, ließ sich nicht nur von seiner Liebe, sondern auch von der Stadt verzaubern. Seit vier Jahren teilen die beiden die Wohnung am Staufen und sehen ihrer Hochzeit im Juni entgegen. Die Geburt ihres Kindes ist für August anberaumt. „Wenn Nadja gewinnt, bleibe ich zu Hause“, sagt der künftige Ehemann fest.

Sie stammt aus Langenwolschendorf in Thüringen, er ist im hessischen Mansbach groß geworden. Das sind gerade mal 200 Kilometer Luftlinie über die ehemalige deutsch-deutsche Grenze hinweg. Kennengelernt haben sie sich aber 2014 über eine Online-Dating-Plattform, die Paare über gemeinsame Interessen zusammenführt. „Wir sind beide gejoggt“, erzählt Wildner. Zunächst haben sie sich einige Wochen lang geschrieben und dann ein erstes Treffen am Frankfurter Hauptbahnhof verabredet. „Ich hatte einen harten Tag hinter mir. Aber weil ich dachte, dass ich ihn sonst verschrecke, bin ich trotzdem gefahren“, verrät die 33-Jährige. Christoph wusste Bescheid und nahm Nadja am Zug mit einem Becher Kaffee in Empfang. Sie revanchierte sich mit einer Einladung zum Grillen.

Kurz nach dem Kennenlernen bereiteten sich beide auf die Teilnahme am Frankfurt Marathon 2015 vor. Sie drehten gemeinsam kleine und große Runden um den Staufen, Richtung Ehlhalten oder Hofheim. Christoph entschied sich schließlich gegen den anvisierten Halbmarathon und lief in der Staffel mit, sie beim Vollmarathon. „Ich war unter den Finishern“, erzählt sie mit Stolz. Zwei junge Frauen kamen damals zum Anfeuern: Nadjas beste Freundin Kathrin und Christophs Nichte Ela sind nun bei der Hochzeit die Trauzeuginnen.

„Wir sind ein bisschen altmodisch“, meint Gneupel, „wir hätten gern einen gemeinsamen Namen“. Ab Juni wird sie deshalb Wildner mit Nachnamen heißen. „Vor der Wahl wollte ich meinen Namen nicht ändern“, erklärt sie, „das hätte nur Verwirrung gestiftet“.

Die Entscheidung, dieses Jahr für das Bürgermeisteramt zu kandidieren, hat das Paar gemeinsam getroffen.

Erst danach stellte sich die Schwangerschaft heraus, was in den Augen des Paares aber kein Grund darstellt, von der Kandidatur zurückzutreten. „Das Bürgermeisteramt muss immer irgendwie gehen“, sagt sie, „wir sind sorgsame Planer und haben viel vor“. Mit Beginn der nächsten Amtszeit des Bürgermeisters am 14. November sei sie wieder voll einsatzfähig.

Seit 2015 ist Gneupel Mitglied der Eppsteiner Stadtverordnetenversammlung. Unterstützt wird die FDP-Kandidatin von der SPD. „Kommunal kann man etwas bewegen“, erläutert die Verwaltungsfachwirtin ihre Motive, in der Stadt mehr Verantwortung übernehmen zu wollen, „man wird wahrgenommen“.

Seit Ostern hängen die Wahlkampfplakate aus umwelt- und klimaneutralem Material. Sie habe sich ganz bewusst gegen Plastik entschieden. Einziger Nachteil: Die Lieferfrist dauerte etwas länger. Sie war deshalb später im Stadtbild präsent als der amtierende Bürgermeister Alexander Simon. In den kommenden Wochen hat sie sich viel vorgenommen, um die Eppsteiner von ihren Argumenten zu überzeugen: Hausbesuche gehören dazu, am kommenden Freitag verkauft sie auf dem Wochenmarkt Schmalzbrote zugunsten des neuen Naturkindergartens, an den Sonntagen spricht sie die Wähler beim Brötchenkauf an.

„Wer seine Heimat liebt, der macht sie besser“, lautet einer ihrer Slogans. Sie empfinde sich inzwischen als Hessin – nicht nur, weil sie Handkäse und Grüne Soße mag. Sie liebt Eppstein und ist Mitglied in zahlreichen Vereinen: im Burgverein, bei Miteinander Füreinander und bei den Burgschauspielern, mit denen sie vergangenes Jahr beispielsweise die Walpurgisnacht mitgestaltet hat. Beim Kulturkreis hat sie das Amt der Schriftführerin inne. Und beim GCC tanzte sie bei den Roten Tatongkas. Dass sie vergangenes Jahr an Fasching nicht auf der Bühne stand, war den Prüfungsvorbereitungen für das berufsbegleitende Studium zur Verwaltungsfachwirtin geschuldet. „Wie andere Mütter werde ich nach der Geburt wahrscheinlich wieder mit dem Tanzen anfangen“, überlegt Gneupel.

Das Kinderzimmer ist schon ausstaffiert mit Schränken; Babybettchen und Wickelkommode fehlen noch. Christoph hat bereits ein paar Kindersöckchen gekauft und eine Lampenleiste mit funkgesteuerter Lightshow installiert. „Vielleicht lässt sich unser kleiner Wurm damit beruhigen, wenn er aus vollem Halse schreit“, hofft er.

Ob nach der Geburt weiterhin Zeit für gemeinsame Motorradfahrten bleibt, wollen beide auf sich zukommen lassen. Vielleicht muss auch Gneupels Vorliebe für Mittelalterfeste eine Weile hintenanstehen. Im Flur hängen durch die Burg inspirierte mittelalterliche Waffen wie Schwert oder Morgenstern. Zum Schild mit dem Wappen von Langenwolschendorf soll sich irgendwann auch ein Schild mit dem Eppsteiner Wappen gesellen.

Gneupel mag außerdem Huskies, jene freundlichen Schlittenhunde aus der Polarregion mit meist blauen Augen. Christoph erfüllte ihr beim ersten gemeinsamen Weihnachtsfest den Traum ihres Lebens und schenkte ihr eine Husky-Schlittenfahrt. „Dieses Geschenk lässt sich nun nicht mehr toppen“, bedauert er.mi

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