Eppsteiner Mutter startet Petition für Luftfilter an MTK-Schulen

Kerstin Lünenbürger am Landratsamt.

Kerstin Lünenbürger, Diplom-Informatikerin und engagierte Mutter aus Eppstein, hat eine weitere Petition eingereicht. Nachdem sie im Januar die „Bereitstellung von Luftreinigungsgeräten für alle Schulen in Hessen“

gefordert und eine Petition mit knapp 2660 Unterschriften aus Hessen beim Landtag eingereicht hat, war sie am Montag im Landratsamt, um dort eine Petition mit der gleichen Forderung für alle Klassenräume im Main-Taunus-Kreis an Landrat Michael Cyriax zu überreichen. Aus dem Main-Taunus-Kreis haben sich 253 Unterzeichner der Petition angeschlossen, insgesamt haben 304 Menschen unterschrieben. Informationen und Links zum Thema stehen auf: https://www.openpetition.de/!luftfiltermtk.

Am gleichen Tag diskutierte der Kreistag über einen Eilantrag der Fraktion der Linken zur Anschaffung von Luftfiltern für Klassenräume. Der Antrag wurde von der Mehrheit im Kreistag abgelehnt. Im Laufe des Jahres hat der MTK die Schulen nahezu flächendeckend mit CO2-Ampeln ausgestattet, aber nur 200 Luftfiltergeräte für Schulen angeschafft.

Der Main-Taunus-Kreis folge bei seiner Strategie zur Eindämmung der Pandemie an Schulen den Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts und des Umweltbundesamts, führte Pressesprecher Johannes Latsch auf Anfrage der Eppsteiner Zeitung aus.

Nach Ansicht von Lünenbürger reicht das nicht aus. Angesichts der sich schnell ausbreitenden Delta-Variante des Corona-Erregers und der Tatsache, dass es für Kinder unter zwölf Jahren keinen Impfstoff gibt, hat sie einen Appell an den Main-Taunus-Kreis geschickt und die Petition eingereicht.

Lünenbürger ärgert sich insbesondere darüber, dass Mandatsträger ihrer Meinung nach so wenig informiert seien über das Zusammenspiel von Luftfiltern und richtigem Lüften. Die eine Maßnahme ersetze nicht die andere: Luftfilter seien geeignet, um Viren zu bekämpfen, mit dem Lüften werde das CO2 aus den Räumen geholt. Beides sei notwendig, um die Inzidenz in Schulen niedrig zu halten, ist Lünenbürger überzeugt und zieht dazu unterschiedliche Studien heran, unter anderem eine kanadische Studie, die zum Schluss kommt, dass die Infektionsgefahr um das drei- bis vierfache sinkt, sobald Luftfiltergeräte zusätzlich zum Lüften eingesetzt werden.

Eine aktuelle Studie der Universität Stuttgart an Stuttgarter Schulen kommt zu einem ganz anderen Ergebnis. Nach Auswertung der Messungen sprechen sich Experten in dieser Studie dagegen aus, Luftfiltergeräte für alle Schulen anzuschaffen. Als ein Gegenargument führen sie die Lautstärke und das starke Gebläse an und, dass die Luftreinigungsgeräte keine Lüftung ersetzen könnten, da sie Feuchtigkeit und CO2 nicht abführten.

Kerstin Lünenbürger vergleicht das Zusammenspiel der verschiedenen Maßnahmen bei der Pandemie-Bekämpfung, wie Luftfilter, Lüften, das Tragen von Masken oder Abstandhalten mit einem „Schweizer-Käse-Modell“: Eine einzelne Scheibe Käse sei viel zu löcherig und durchlässig, viele einzelne Maßnahmen zusammen, halten die Viren erfolgreich ab, „selbst wenn die einzelne Käsescheibe Löcher hat“, ist Lünenbürger überzeugt und wirbt mit ihrer Petition weiter für Luftreiniger in Schulklassen als eine von mehreren Maßnahmen.bpa

Kommentare

Der Inhalt dieses Feldes wird nicht öffentlich zugänglich angezeigt.
CAPTCHA
Diese Frage hat den Zweck zu testen, ob Sie ein menschlicher Benutzer sind und um automatisierten Spam vorzubeugen.
14 + 5 =
Lösen Sie diese einfache mathematische Aufgabe und geben das Ergebnis ein. z.B. Geben Sie für 1+3 eine 4 ein.


X