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Hinter dem Bürgermeister steht die ganze Familie

Alexander Simon mit Ehefrau Kim und Tochter Louisa im eigenhändig gebauten Sandkasten. Foto: Helga Mischker

Das traute Heim der Simons liegt über Alt-Eppstein mit herrlichem Blick auf die Burg.

Vom Garten aus erscheint der Burgfried zum Greifen nahe, im Hintergrund erhebt sich der 310 Meter hohe Jähenberg mit Villa Anna und Neufville-Turm. Von hier aus kann der Bürgermeister sogar auf seinen Lieblingsplatz auf dem Staufen, die Martinswand mit der Mendelssohn-Gedenkstätte unweit des Kaisertempels blicken. „Eigentlich hätte an dieser Stelle der Kaisertempel errichtet werden sollen“, erzählt Simon, „aber der Einsturz einer Holzkonstruktion, die testweise dort errichtet worden war, wurde damals als schlechtes Omen gesehen“.

Anfang 2016 zogen Alexander und Kim Simon – gerade frisch vermählt – von Vockenhausen nach Alt-Eppstein, im August 2017 kam Töchterchen Louisa zur Welt. Noch im Herbst vergangenen Jahres baute Simon eigenhändig einen Sandkasten im Garten, den Louisa jetzt auf ihren flinken Beinchen in Besitz genommen hat. „Der Sandkasten ist richtig tief“, sagt Simon stolz, „ich habe ihn ausgeschachtet, den Kasten gebaut und mit Kies und Sand verfüllt“. Das sei ein schöner Ausgleich zum Beruf gewesen.

Simon, der Bürgermeister mit „Eppstein im Herzen“, so sein Wahlslogan, hat sein Amt seit 2013 inne. Zuvor war er Stadtverordneter (2001–2008) und Erster Stadtrat (2009–2013). Am 26. Mai stellt er sich wieder zur Wahl. Nach fünf Jahren Amtszeit sieht der gebürtige Bremthaler das Bürgermeisteramt nach wie vor als Berufung an.

„Eigentlich übe ich zwei Berufe aus“, erklärt der Volljurist, „zum einen arbeite ich als Verwaltungschef im Rathaus, zum anderen bin ich sehr viel draußen unterwegs“. Erst am 1. Mai zog die Familie gemeinsam mit den Bergolds von Fest zu Fest, von der Feuerwehr Niederjosbach zum Tennisclub Bremthal und danach zum Tennisclub Eppstein, der ebenfalls Saisonstart hatte. Auch an Christi Himmelfahrt ist eine gemeinsame Tour mit der Ersten Stadträtin Sabine Bergold und deren Ehemann geplant.

„In Eppstein wird sehr viel geboten“, freut sich Kim Simon, „und bei Festivitäten braucht man nicht zu kochen“. Die Adventszeit genießt sie sehr. „Die Adventsfenster an der Burg sind wirklich etwas Besonderes“.

Die gelernte Bürokauffrau ist noch bis Dezember in Elternzeit, arbeitet aber schon wieder stundenweise als Direktionsassistentin für den Bad Homburger Kurdirektor Holger Reuter sowie für den Familienbetrieb ihres Vaters, der als Meister ein Sanitär- und Heizungsbauunternehmen führt.

„In dieser Zeit springen die Großmütter ein und übernehmen die Betreuung von Louisa“, erzählt sie und der Papa ergänzt: „Wir haben zwei großartige Omas“. Sie sind auch zur Stelle, wenn die Simons mal eine „halbdienstliche“ Abendveranstaltung wahrnehmen wollen.

In Eppstein ist Kim in der Talkirchengemeinde aktiv und öfters im Familienzentrum anzutreffen. Montags nimmt sie mit Louisa an der Spielgruppe teil und schätzt den Austausch mit anderen Eltern. Freitagnachmittags ist die 30-Jährige manchmal dort, um sich mit Senioren zu treffen. „Meistens endet es mit einem Besuch auf dem Wochenmarkt“, erzählt sie. Samstags, wenn der Bürgermeister noch dringende Angelegenheiten im Rathaus abarbeitet, geht es mit der Großmutter in den Pferdestall zu Risco, Kims Pferd. „Louisa ist ein schönes Pferdemädchen“, freut sich die passionierte Reiterin, „sie ist sogar schon auf Risko geritten“.

Der Bürgermeister hingegen findet kaum noch Lücken, um einem Hobby nachzugehen. „Manchmal gehe ich joggen im Wellbachtal und laufe Richtung Fischbach“. Ganz selten kommt es vor, dass er Zeit für einen Kinobesuch inklusive Abendessen im Restaurant findet. Zuletzt war der „Queen-Fan“ im Film „Bohemian Rhapsody“. „Ich kenne alle Lieder“, schwärmt er, „ein großartiger Film“.

Der Bürgermeister ist nach wie vor glühender Eintracht-Fan. „Im Gegensatz zu vor sechs Jahren ist die Eintracht jetzt richtig gut“. Kim fiebert mit Eintracht-Schal um den Hals mit. Auch Louisa konnte er für diese Leidenschaft gewinnen: Außer „Mama“ und „Papa“ kann sie auch schon „Eintracht“ sagen. Darüber hinaus erstaunt sie ihre Eltern damit, wie gut sie Tierstimmen, die sie zuvor auf CD gehört hat, nachahmen kann.

Simon nutzt die Sozialen Medien, um Kontakt mit den Menschen in der Stadt zu halten. Er beantwortet jede persönliche Nachricht. Manche weisen ihn auf ein defektes Verkehrsschild hin, wieder andere posten ein interessantes Bild. Die Grenzen von Berufs- und Privatleben verschwimmen sehr oft.

Im Urlaub allerdings ist Simon auch einmal offline. Darauf achtet schon die Ehefrau. Im Herbst planen sie eine Reise nach Australien, um Kims Bruder Kai zu besuchen. Nach einem Sabbatjahr hat er dort eine neue Heimat gefunden und arbeitet als Industriekletterer. mi

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