Zwerchfellzuckungen bei Kunz & Brosius erschüttern die Ruine

Luca Brosius und Peter Kunz (v.l.) begeistern das Eppsteiner Publikum mit Wortwitz und Situationskomik.Foto: Uta Kindermann

Bei den Burgfestspielen stand am vergangenen Sonntag die Kunz & Brosius Comedy-Show auf dem Plan. Zwerchfellzuckungen und schallendes Gelächter inbegriffen.

Vielleicht hatte die Stadt deshalb vorsorglich die Tribüne gesperrt… Doch im Burghof tummelte sich das Publikum schon eine Stunde vor Vorstellungsbeginn auf fast restlos verkauften Plätzen.

In Kooperation mit dem Kulturkreis Eppstein entpuppte sich die Comedy-Show von Luca Brosius und Peter Kunz als einzigartige Lachnummer: Dauergrinsen, Kicheranfälle und hemmungsloses Feixen im Publikum bildeten die akustische Grundkulisse.

Der gebürtige Offenbacher Peter Kunz, ursprünglich Ingenieur, aber auch Radiomoderator und Stadionsprecher für den SV Darmstadt 98, wurde 1972 geboren, an dem Tag, an dem TV-Delfin Flipper starb. Er hält sich deshalb für dessen Reinkarnation. Sein Bühnenkollege Luca Brosius ist hingegen Saarländer, hat eigentlich Betriebswirtschaftslehre studiert und bezeichnet sich als Eigner von „Geheimratsecken 43+“.

Acht Neonröhren und einen hellgrün bezogenen Bistrotisch, mehr brauchen die beiden für ihr betreutes Lachyoga nicht.

Peter Kunz punktet vor allem mit brillanten Wortspielen. Er lotet die unterschiedlichsten Themen aus: Altersprobleme ab 50 – „Ich brauche kein Update. Bis ich in Rente bin, reicht mein Windows95.“ oder „Sind die Glocken länger als das Seil, beginnt des Lebens zweiter Teil.“ – Kreuzfahrten, – „Are you German? See I so out?“ – Bestattungsinstitut Sargenhaft und Autofahren – „Du fährst Auto, weil du deinen Führerschein durch betrunkenes Radfahren verloren hast.“ Er macht deutlich, kein Pessimist zu sein und hortet Knäckebrot für zwei Jahrzehnte neben der Atombunkertür. Sein Ausflug in die 1980er Jahre gestaltet sich als eine Achterbahnfahrt voller Sprachwitz und Doppeldeutigkeit: „Damals haben wir in der Schule noch Aschenbecher getöpfert.“

Luca Brosius begeistert durch slapstickhafte Tanzeinlagen, seinen grandiosen Umgang mit Dialekten und Akzenten. So rezitiert er Romeo in der sächsischen Urfassung – einfach umwerfend komisch. Er stellt in „Clubbesuch“ diverse Tanztypen vor: Introvertiert, Möchtegernchecker, Robodancer, Minimalist und Latino.

Ob er seine Hüfte schwingt oder nur dezimiert mit dem Zeh wackelt, ob seine Kniescheiben wie bei einem verunglückten John Travolta rotieren oder er herumzappelnd an einen Mr. Bean erinnert, der über Eppstein aus einem Hubschrauber gefallen ist…, die Damenwelt kreischt jedenfalls vor Vergnügen. Ebenso verblüffend sind seine satirischen Flughafendurchsagen und seine Parodien von prominenten Zeitgenossen, wie Gesundheitsminister Karl Lauterbach.

Beide Comedians legen am Ende ihrer Show noch eine Schippe drauf: Das Publikum macht mit, erhebt sich, schwingt die Beine, während Brosius als Jorge González zu peppiger Musik das Hohlkreuz von Kunz beschwört.

Tosender Applaus ist das Geschenk der Eppsteiner an Kunz & Brosius, während diese ihrerseits dem Kulturkreis Eppstein, der Stadt, der Gastronomie und dem Kastellan danken. 500 Euro ihrer Gage gehen zudem an den Zonta Club, einem Netzwerk von Frauen zur Verbesserung der Lebensbedingungen von Frauen weltweit, das auch einen Club im Taunus und Mitglieder in Eppstein hat.

Kunz & Brosius stellen an diesem wundervollen Sommerabend klar: Lachtränen sind einfach die besseren Augentropfen.uki

Weitere Artikelbilder:

Kommentare

Der Inhalt dieses Feldes wird nicht öffentlich zugänglich angezeigt.
CAPTCHA
Diese Frage hat den Zweck zu testen, ob Sie ein menschlicher Benutzer sind und um automatisierten Spam vorzubeugen.
3 + 1 =
Lösen Sie diese einfache mathematische Aufgabe und geben das Ergebnis ein. z.B. Geben Sie für 1+3 eine 4 ein.


X