Wunderbar und Showspielhaus: Hilferuf aus der Kulturszene

Volles Haus und super Stimmung bei Konzerten im Eppsteiner Stadtbahnhof – so wünschen sich die Teams von Wunderbar und Showspielhaus ein Comeback.

Foto: H. Fischer/www.fischer-fotostudio.de

Theater, Konzerthäuser, aber auch die kleinen Musik-Bars und Clubs – alle verzeichnen rückläufige Besucherzahlen bei den Indoor-Konzerten. Die Inflation könnte diese Situation im Herbst noch verstärken, befürchten Branchenkenner.

Betroffen sind vor allem Kultureinrichtungen mit festen Häusern wie die Wunderbar Weite Welt in Eppstein. Aber auch das Showspielhaus in Hofheim hat einen Hilferuf geschickt.

Die Wunderbar Weite Welt in Eppstein hat sich mit ihren Konzerten mit Musikern aus aller Welt einen Namen in der Region gemacht und ist über die Grenzen der Burgstadt hinaus bei Blues- und Bluesrock-Liebhabern bekannt. Aber auch Wunderbar-Chef Ralf Otto beobachtet die Entwicklung mit Sorge: „Etwa ein Viertel unserer Gäste kommt schon seit langem gar nicht mehr, weitere 25 Prozent selektieren erheblich stärker als früher“, beschreibt Otto die aktuelle Situation. Er befürchtet: „Dies kann unser Geschäftsmodell sukzessive zum Einsturz bringen, denn auf Dauer drauflegen kann und will keiner der Clubs im Lande.“

So lockt das Showspielhaus in Hofheim mit 30 Prozent Preisnachlass für Frühbucher im Vorverkauf. Hintergrund der Rabattaktion: Die Veranstalter hoffen auf verlässliche Besucherzahlen, um die Auslastung vorab zu berechnen.

Die magere Auslastung von 50 Prozent beim ersten Konzert nach der Sommerpause mit dem Brasilianer Artur Menezes scheint die Befürchtungen des Wunderbar-Chefs zu bestätigen. Otto führt das auch darauf zurück, dass Menezes in Deutschland noch nicht bekannt genug sei. Denn die Wunderbar biete beste Voraussetzungen für einen authentischen und atmosphärisch dichten Clubabend, wie der erste Konzertabend der Saison in der Wunderbar laut Otto auch gezeigt habe: „Die Stimmung war gut, die Band hat voll überzeugt, technisch hervorragend gespielt und die Fans waren seelig!“ Der Entwicklung zum Trotz bietet Otto wieder eine starke Auswahl an Musik-Events im September und im Oktober an – darunter auch einige Künstler, deren Musik auch jüngere Konzertgäste überzeugen dürfte.

Die Konzerte in der Wunderbar am Stadtbahnhof beginnen donnerstags um 20 Uhr und kosten 25 Euro. Am heutigen Donnerstag (15. September) spielt die Band Black Sorrows. Unter der Leitung der australischen Musikkoryphäe Joe Camilleri stehen The Black Sorrows seit Jahrzehnten an der Spitze der australischen Musik. Die Band ist bekannt für ihre energiegeladenen Live-Shows, ihre Musikalität und ihre ansteckenden rohen, wurzeligen Rhythmen.

Eine Woche darauf, am 22. September steht der Belgier Stef Paglia und seine Band mit Bluesrock auf der Bühne der Wunderbar und am 29. September Little Caesar mit Classic-Rock aus den USA.

Die Wunderbar Weite Welt vergoldet den Oktober am Stadtbahnhof mit souligem Country-Rock, sattem Blues und Reggae voller Lebensgefühl. Drei außergewöhnliche Konzerte finden dort donnerstags um 20 Uhr statt.

Patricia Vonne & Band bringen am 6. Oktober wüstendurchtränkten Südstaaten-Sound in die Wunderbar. Patricia Vonne, die Tex-Mex-Queen aus Austin, mit ihrer „starken, sinnlichen, geschmeidigen und endlos hörbaren Stimme“ begeistert mit grandiosen Rock’n’Roll-Posen. Ihr Spiel mit den Kastagnetten führt von Rock, Folk, Flamenco, Tex Mex und Latin zu ihrem neuesten Coup „Top Of The Mountain“.

Unlimited Culture lassen am 13. Oktober Wände wackeln. Die coole Reggae-Band aus Regensburg will vor allem junges Publikum vom Hocker hauen. Auch wenn die fünf bayerischen Musiker ohne Lederhose knackige Offbeats spielen, schwingen sie ihre Dreadlocksmatten zu soulig-bajuwarischen Reggae-Tunes und heizen mit heißem „Dancehall“ auf der Tanzfläche ein.

US-Gitarrist Sean Chambers bannt sein Publikum am 20. Oktober mit Bluesrock. Er gilt als einer der Top-50-Bluesgitarristen des vorigen Jahrhunderts. Und auch in diesem Jahrhundert wird er von seinen Fans für zehn Erfolgsalben voller musikalischer Reife gefeiert. Mit Garnett Grimm an den Drums und Patt Desalvo am Bass verfällt Eppstein dem Blues.EZ

Satte Rabatte im Showspielhaus

30 Prozent Rabatt für Frühbucher auf alle Veranstaltungen des Herbst- und Winterprogramms, damit lockt das Showspielhaus Hofheim. Steigende Preise und Energiekosten versüßen niemandem das Leben. Deshalb wurde ein „Entlastungspaket für Fans und Publikum geschnürt. – Was die Ampelkoalition kann, können wir schon lange“, versichert Bernhard Westenberger vom Showspielhaus. „30 Prozent Frühbuchervorteil gibt es ab sofort für alle Tickets des Herbst- und Winterprogramms, die bis zum 30. September gekauft werden, 20 Prozent auf die Gag&Breakfast-Termine. 7,50 Euro bis beinahe 10 Euro Ersparnis für jede Veranstaltung kommen da zusammen.“ Das Team des Comedy-Tempels hat eine klare Meinung zu dieser Rabattaktion: „Auch wenn die Preise sich nach oben entwickeln, müssen Kultur, Unterhaltung und Zerstreuung bezahlbar sein. Ein volles Haus mit Menschen, die sich begegnen und zwei Stunden dem Alltag entfliehen, ist aktuell wichtiger denn je. Wir müssen uns wieder begegnen.“

Alle Produktionen bis einschließlich Dezember stehen zur Verfügung: im September die Comedy-Show „Abbala-papp“, im Oktober die Erfolgsstücke „Der TeufelsGreis 3.0“ und „Applaus ist, wenn man trotzdem klatscht“, im November „Spuk im Treppenhaus“ und im Dezember „Josef, es sind Zwillinge“.

Karten gibt es ab sofort online unter www.showspielhaus.de oder an der Theaterkasse mittwochs bis samstags von 17 bis 19 Uhr. An der Abendkasse wird der reguläre Preis berechnet.

Kommentare

Der Inhalt dieses Feldes wird nicht öffentlich zugänglich angezeigt.
CAPTCHA
Diese Frage hat den Zweck zu testen, ob Sie ein menschlicher Benutzer sind und um automatisierten Spam vorzubeugen.
15 + 4 =
Lösen Sie diese einfache mathematische Aufgabe und geben das Ergebnis ein. z.B. Geben Sie für 1+3 eine 4 ein.


X