Mit 70 Anmeldungen zur Lesung der Eppsteiner Autorin Sabrina Reulecke, alias Brina Stein, war das Lokal am Stadtbahnhof fast ausgebucht, so dass die wenigen Gäste, die ohne Reservierung kamen, am Bartresen Platz fanden. Inhaberin Saskia Büchs hieß alle Ankömmlinge charmant willkommen, bediente, beriet, platzierte, wenn gewünscht, um und erfüllte so alle machbaren Wünsche.
Neben der Bühne konnten die Besucher in Ruhe in Brina Steins Büchern blättern – unter anderem die drei Eppstein-Krimis und etliche Kreuzfahrtromane. Saskia Büchs begrüßte die Zuschauer und leitete zum Abendprogramm über mit der Band Neustart, die die Besucher mit ihrem „Eppstein-Rock“ in Schwung brachte.
So eingestimmt, machte Brina Stein es sich in einem mit Leder bezogenen Sessel an einem kleinen Holztisch mit Stehlampe bequem, und stellte sich kurz vor. Nach der Bitte, dass alle, die noch nie ein Buch von ihr gelesen haben, sich melden mögen, entschied sie: „Na, das hat noch Luft nach oben!“ Wer an diesem Abend ein sogenanntes „Triple“, also drei Romane auf einmal kaufte, erhielt dazu ein kleines von der Eppsteinerin Ricarda Prinz handgemachtes Lesezeichen in Form eines grauen Filz-Monsters.
Zur Einstimmung erklärte die Krimiautorin die Entstehung eines Krimis, setzte dann ihre Brille zurecht und begann zu lesen. Der Roman beginnt mit einem schlichten und zugleich innigen Gedicht von Ulrike Bekker über Freundschaft. Die Autorin erläuterte die Findung des Buchtitels, der dank eines spontanen Einfalls der Frankfurter Krimi-Autorin Franziska Franz „Mord aus Gnade“ laute, und stieg in den Prolog ein.
Die Zuhörer bekamen einen Vorgeschmack auf die Verstrickungen ihrer Figuren mit den seltsamen Morden in Eppstein.
Bevor die Krimibegeisterten in die Pause entlassen wurden, kamen sie in den Genuss eines munteren Trinklieds, passend zum „EppBräu“, einer lokalen Bier-Spezialität, die im Roman genannt wird und an diesem Abend in Natura ausgeschenkt wurde.
Anschließend spielte die Band den Titel „Wellengeflüster“, ein speziell für Brina Stein geschriebener Song mit sanften Klängen, die an das Meer erinnern sollten. Das Publikum lauschte so aufmerksam, dass es schien, als würde mit den Klängen der Tenorukulele das Glitzern auf dem Wasser hörbar.
Spannend wurde die Lesung nach der Pause. Wie zu erwarten blieb das Ende offen.
Insgesamt war es ein gemütlicher Abend im schönen Ambiente der Wunderbar mit Lesung, musikalischen Beiträgen und anregendem Gaumenkitzel. ccl


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