Kunstkaufhaus: Malerei, Aquarell und Glaskunst in der Wunderbar

Großformatige Bilder luden am Bahnhof zum Schauen und Verweilen ein. Foto: EZ

Die „Wunderbar Weite Welt“ am Stadtbahnhof bietet der Kunst wieder einen Raum. Nach längerer Pandemie bedingter Pause war es auch für sieben im Kelkheimer Kunstkaufhaus organisierte Künstler die erste Veranstaltung nach dem „Lockdown“.

In gelöster Stimmung mit Sekt und Häppchen empfingen sie ihre Gäste zur Vernissage am vergangenen Sonntag. „Diese Veranstaltung war eigentlich schon im Frühjahr geplant“, sagte Silke Offermann, erste Vorsitzende des Vereins Kelkheimer Kunstkaufhauses. Und mit einem Augenzwinkern: „Das ist Kunst und die kann auch weg“. Sämtliche Exponate, die bis zum 16. Oktober in der Wunderbar gezeigt werden, sind verkäuflich. Die bildenden Künstler wenden ganz unterschiedliche Arbeitsmethoden an, deshalb ist die Ausstellung so vielfältig.

Christa Reifschneider beispielsweise malt mit Öl- und Acrylfarben und verarbeitet des öfteren Pappmaché in ihren Bildern. „Ich male sehr intuitiv, aber schon auch gegenständlich. Ich mag das Figürliche, wenn Menschen auf den Bildern sind“, erklärte sie.

Ingrid Franke hingegen liebt abstrahierte Landschaften. Sie hält es mit einem Spruch von Botero: „Nicht die Abbildung der Wirklichkeit ist das Ziel der Kunst, sondern die Erschaffung einer eigenen Welt.“ Sie setzt die Idee einer Landschaft in Szene und ist immer wieder fasziniert, was Betrachter darin entdecken.

Anja Gilles wiederum arbeitet mit Glas und kombiniert es mit anderen Materialien. Ihre Schmuckkollektion umfasst gedrehte Perlen aus Altglas, aber auch mit Flaschenhälsen verzierte Halsreifen aus Kautschuk. Die Glasmeisterin verschmilzt Glas im Ofen bei 800 Grad. Das Ergebnis sind Deko-Objekte, auch für den Garten geeignet, bei denen die Farben und deren Intensität sorgsam komponiert sind. „Upcycling“, die Umwandlung von Abfallprodukten in neuwertige Produkte, ist seit drei Jahren ein großes Thema für sie.

Steffi Schönenbach hat Freude am Experiment und wendet eine ganze Bandbreite an Methoden an. Ihr Schaffenswerk umfasst Tuschebilder, Prägedrucke, Holz- und Linolschnitte, aber auch Bronzen, Radierungen und Aquarelle. Schönenbach, die darüber hinaus dem Eschborner Künstlerkreis angehört, präsentiert in der Ausstellung auch Drucke, die sie auf einer Töpferscheibe mit Hilfe von geätzten Metallplatten hergestellt hat.

Georgia Wolf , die – wie sie sagt – eigentlich von der fotografischen Seite kommt, malt ohne Vorlage „aus dem Bauch heraus und immer anders“. Ihre Motive sind meist abstrakt.

Steffen Offermann hingegen richtet sich nach einer Vorlage und hat einen Hang zu kräftigen Farben und Kontrasten. Die farbenfrohe Flora und Fauna, die er als junger Mensch in Venezuela kennengelernt hat, inspiriert ihn bis heute. Als Konstrukteur bei Opel im Hauptberuf zeigen seine Bilder diverse konkrete „Männerträume“, schnelle Maschinen aber auch Tiere – vorzugsweise Papageien.

Der reiselustige Künstler Steffen Leuter aus Frankfurt präsentiert in der Wunderbar sechs seiner Werke, in Aquarell festgehaltene Szenen in mehreren Ländern. „Dort wo es mir gefällt, fange ich gleich an zu malen“, dieses Statement ist auf seiner Homepage zu lesen. Leuter musste wegen einer Erkrankung zu Hause bleiben.

Der 2017 gegründete Verein Kelkheimer Kunstkaufhaus bietet 23 Künstlerinnen und Künstlern eine Plattform. Im Laden in der Hauptstraße 4 hat jeder Künstler zwei Stellwände für seine Werke. Alle vier Wochen werden die Exponate ausgetauscht, so dass es immer wieder Neues zu entdecken gibt.

Der Verein, der das kulturelle Leben in der Region bereichern will, veranstaltet in „normalen“ Zeiten regelmäßig Partys, Tango-Nacht oder Taunus-Soul. Für dieses Jahr war ein Krimi-Dinner geplant, das sich bisher nun nicht realisieren ließ.

Noch immer ist Vorsicht geboten. Ralph Otto, Chef der Wunderbar, nimmt die Maßnahmen zum Schutz vor einer Corona-Infektion sehr ernst. Der Gastraum wurde bereits um einige Tische ausgedünnt. „Wenn Familien kommen, ist Sicherheitsabstand weniger das Thema“, hofft er. So lange es geht, will er seine Gäste im Biergarten bewirten.

Die Vernissage klang – dank des schönen Spätsommerwetters – ganz entspannt aus mit der Musik von Songwriter Wolf Schubert-K. & Friends, denen die Bühne ab 17 Uhr gehörte.mi

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