Die acht Musiker aus Eppstein und Umgebung präsentierten ein abwechslungsreiches Programm über rund zwei Stunden, das stilistisch von orientalischen und mittelalterlichen Klängen über irische Einflüsse bis hin zu tanzbarer Musik reichte – vom Orient zum Okzident wie es im Bandnamen heißt.
Im Zentrum des Abends standen vor allem Eigenkompositionen aus mehreren Jahrzehnten, die bewusst nicht nur musikalisch, sondern auch inhaltlich Akzente setzten. Die Stücke beschäftigen sich mit gesellschaftlichen Themen wie Ausgrenzung, Fremdenfeindlichkeit und Rechtsradikalismus und stellen dem ein klares Plädoyer für ein friedliches Miteinander entgegen.
Besonders eindrücklich gerieten dabei musikalische Beiträge wie „Es stand an einer Wand“, das sich mit Alltagsrassismus auseinandersetzt, sowie die Verarbeitung des Brandanschlags von Solingen im Jahr 1993. Die Verbindung aus historischen Hintergründen und künstlerischer Umsetzung verlieh dem Konzert eine spürbare emotionale Tiefe.
Gleichzeitig bot das Programm auch bewusst ruhigere und persönliche Momente. Stücke wie das „Liebeslied“ setzten einen Gegenpol und unterstrichen, dass neben Wut, Trauer und Angst gerade die Liebe als verbindendes Element im Mittelpunkt stehen kann.
Eine direkte Ansprache aus dem Ensemble brachte die Grundhaltung des Abends auf den Punkt: „Schön, dass es noch Leute wie euch gibt, die geflüchteten Menschen wohl gesonnen sind“, richtete sich Musikerin Conny Cychy an das Publikum. Die Resonanz im Saal zeigte, dass diese Botschaft ankam.
Musikalisch überzeugte das Ensemble durch ein routiniertes Zusammenspiel und stilistische Sicherheit. Dabei stand weniger die technische Virtuosität im Vordergrund – welche ohne Frage absolut gegeben war – als vielmehr die Ausdruckskraft und die inhaltliche Wirkung der Stücke.
Zudem spiegelte auch die Instrumentenauswahl mit hierzulande eher weniger gebräuchlichen Instrumenten, darunter Saz und „Regenmacher“, die Vielfalt als Grundidee wieder.
Mit „Karizma“ gelang der Musikschule Eppstein-Rossert ein Benefizabend, der Musik und gesellschaftliche Verantwortung auf eindrucksvolle Weise miteinander verband – und beim Publikum einen nachhaltigen Eindruck hinterließ.js




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