Empfehlung aus der Stadtbücherei Eppstein

Mitarbeiter und Stammleser der Stadtbücherei stellen den Lesern der Eppsteiner Zeitung ihre Lieblingsbücher vor. Je nach Neigung haben sie aktuelle Neuerscheinungen ausgewählt oder Bücher, die ihrer Meinung nach zu Unrecht in den Regalen verstauben.

Christian Schüle: „Die Jagd nach der Muskatnuss“.

Nicht immer sind es die großen Bestseller, die lange nachwirken. Manchmal sind es die stillen Entdeckungen, die man in der Eppsteiner Bibliothek ausleihen kann und die den Blick auf die Welt nachhaltig verändern. Dazu gehört auch Christian Schüles ungewöhnliches Buch „Die Jagd nach der Muskatnuss“.

Was hat eine kleine Muskatnuss mit der Entstehung unserer globalisierten Welt zu tun? Mehr, als man vermuten würde. Schüle erzählt spannend und anschaulich, wie die Jagd nach einem kostbaren Gewürz zur Geburtsstunde des modernen Kapitalismus wurde und mit der Niederländischen Ostindien-Kompanie eine der ersten Aktiengesellschaften der Geschichte entstand.

So wird nachvollziehbar, wie Handel, Macht und wirtschaftliche Interessen unsere Welt bis heute prägen.

Das Faszinierende daran ist, dass sich hinter einer unscheinbaren Frucht eine Geschichte von Abenteuer, Gier, Mut und Macht verbirgt, die sich streckenweise wie ein historischer Roman liest und zugleich erklärt, warum unsere Welt heute so funktioniert, wie sie funktioniert.

Wer historische Sachbücher liebt, die nicht nur Wissen vermitteln, sondern den Blick auf unsere Gegenwart schärfen, wird hier eine außergewöhnliche Lektüre entdecken.

► Christian Schüle Die Jagd nach der Muskatnuss2026, 400 Seiten, Verlag Siedler

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