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Black Moon – Jazz der Extraklasse in der Musikschule

Bruno Angelini und Eric Plandé (v.li.) sind ein eingespieltes Duo.

Aufmerksam, einige mit geschlossenen Augen, lauschten die nur rund 20 Zuhörer im Saal der Musikschule einem 80-minütigen Modern-Jazz-Konzert zweier Musikgrößen aus Frankreich.

Eric Plandé, vor 13 Jahren aus Paris nach Deutschland gezogen und seit zwei Jahren Lehrer an der Musikschule Eppstein-Rossert, sowie sein langjähriger Freund und Musikerkollege Bruno Angelini – ebenfalls aus Frankreich – präsentierten mit Tenor- und Sopransaxophon sowie am Flügel ihr neues Album „Black Moon“.

„Wir wollten einfach ein Duett schreiben“, erklärte Angelini. „Die Lieder hat Eric geschrieben, gemeinsam haben wir dieses Album daraus entstehen lassen.“ Des weiteren lobte der Franzose Angelini, der selbst ebenfalls Lieder schreibt, das deutsche Publikum: „Sie sind dankbare Gäste, sie hören aufmerksam zu und genießen einfach die Musik – das ist für uns als Musiker ein wirklich tolles Gefühl.“

„Wir wollten unser Album gerne in der Musikschule präsentieren. Livemusik ist einmalig – für das Publikum, für uns als Musiker und natürlich auch für die Musikschule“, sagte Plandé nach dem Konzert.

Zehn Titel umfasst das abwechslungsreiche Album, kein Titel gleicht einem anderen. Eine Mischung aus gefühlvollen Duetten von Saxophon und Klavier über künstlerische, zweistimmige Improvisationen bis hin zu nahezu verrückt-wahnsinnigen Disharmonieparts, die aber immer auf einer perfekt geplanten gemeinsamen Ebene bleiben. Abgerundet wird das ganze durch nahezu gehauchte Saxophonparts sowie dem feinen und präzisen Klavierspiel. Wie der Name „Black Moon“ ahnen lässt, klingen die Stücke düster, emotional, melancholisch und doch kraftvoll und motivierend zugleich.

Während Eric Plandé sein Saxophon manchmal extrem schnell, doch stets mit viel Gefühl und Luft spielt, unterstützt von Bruno Angelini mit gekonnten „Klopfeinlagen“ am Korpus des Klaviers, greift Angelini tief in die Trickkiste, verwendet zu seinem sehr emotionalen Klavierspiel Knete und Klammern, um einige Saiten des Klaviers nahezu stumm zu schalten, oder Rosshaar eines Violinen Bogens, um Celloartige Klänge aus seinem Tasteninstrument zu locken und Paukenschlägel, um die Töne perkussiv zu gestalten.

Die Besucher applaudierten, waren von jedem neuen Stück begeistert und sichtlich erstaunt von der Komplexität der Stücke.

Dass Plandé und Angelini sich seit fast 30 Jahren kennen und ebenso lange gemeinsam musizieren, spürte man von der ersten Sekunde an.

„Ich bin fasziniert, wie sehr die beiden harmonieren und wie gut sie zusammen spielen. Teilweise klingt es, als würden sie zwei verschiedene Stücke spielen und dann doch wieder auf einem Punkt zusammentreffen“, lobte Hansjörg Gerny aus Eppstein.

Nico Pete, ebenfalls aus Eppstein, bewunderte vor allem das Gefühl im gemeinsamen Spiel der beiden Musiker. „Ich mag Jazz sehr gerne – ich habe die Musik regelrecht gefühlt“, erklärte Pete.

Gesche Wasserstraß, die erste Vorsitzende der Musikschule, bedauerte den geringen Besucheranklang: „In Eppstein und Umgebung sind zur Zeit einfach zu viele Veranstaltungen, hinzu kommt, dass diese Art von Musik sehr speziell ist.“

Im Anschluss an das Konzert hatten die Zuhörer Gelegenheit, sich mit den beiden Künstlern zu unterhalten. Sympathisch scherzten sie mit den Gästen und erklärten ihnen geduldig ihr Equipment.

Für Infos über kommende Konzerte: www.ericplande.com, www.brunoangelini.com.js

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