Wolfgang Nothdurft sucht Nachfolger für FvSS-Förderverein

Wolfgang Nothdurft 

Auch der Förderverein der Freiherr-vom-Stein-Schule hat die Auswirkung der Corona-Pandemie zu spüren bekommen: Vor der Pandemie, 2019, begrüßte der Erste Vorsitzende Wolfgang Nothdurft nach der Einschulung über 40 Väter und Mütter als neue Mitglieder im Förderverein, seitdem gibt es kaum noch Neuzugänge, vor allem weil der Verein während der Pandemie nicht für sich werben konnte und auch die Aktivitäten der Schule stark eingeschränkt waren.

Im vorigen Jahr war die Schule zwar wieder deutlich aktiver und auch der Förderverein gefragt, aber neue Mitglieder hat er kaum gewinnen können. Immerhin: „Einige Fahrten und Projekte konnten mit Unterstützung des Fördervereins realisiert werden“, informiert Wolfgang Nothdurft.

Mit einer festen Summe pro Jahr wird auch die Schulbücherei unterstützt. Der Verein verwaltet außerdem die Spendeneinnahmen aus dem Sponsorenlauf der Schülerinnen und Schüler – „Da mussten auch voriges Jahr wieder über 20 000 Euro verbucht und verteilt werden“, sagt Nothdurft. Über diese Aktivitäten legt der Vereinsvorstand in der Mitgliederversammlung am Dienstag, 24. Januar, Rechenschaft ab. Die Sitzung beginnt um 18.30 Uhr in Raum 207 des Schulgebäudes. Auch der Vorstand steht an diesem Abend zur Wahl. Gesucht werden neue Gesichter für Vereinsvorsitz und Stellvertretung sowie Kassen- und Schriftführung.

Nothdurft, der im April 1980 direkt nach seinem Referendariat als Mathematik- und Physiklehrer an der Eppsteiner Gesamtschule anfing, die Schule von 2006 bis 2015 als stellvertretender Schulleiter und bis 2016 als Schulleiter führte, war schon während seiner Berufsjahre Mitglied im Schul-Förderverein und übernahm nach seiner Pensionierung den Vorsitz. Viele Eltern, so Nothdurft, habe er vermutlich deshalb zur Mitgliedschaft bewegen können, weil es die Generation seiner ehemaligen Schüler sei. Fast 36 Jahre war er an der Freiherr-vom-Stein-Schule als Lehrer und erlebte dort „glückliche Zeiten, aber auch Schreckliches“, fasst er zusammen. Das einschneidendste Erlebnis war das Attentat vom 3. Juni 1983, bei dem ein mit zwei Pistolen bewaffneter Mann in der Schule fünf Menschen tötete und anschließend sich selbst. 14 weitere Menschen wurden zum Teil schwer verletzt. Auch Nothdurft war während des Attetats im Unterricht und hörte die Schüsse. Die Folgen seien an der Schule noch viele Jahre zu spüren gewesen, sagt Nothdurft. Psychologische Betreuung gab es damals noch nicht.

Das zweite gravierende Ereignis an der Schule sei der Brand 2008 gewesen. Dabei wurde das Schulgebäude weitgehend zerstört. Nothdurft war damals bereits stellvertretender Schulleiter und arbeitete am Wiederaufbau mit.

Nach 43 Jahren Arbeit im Schul-Förderverein, so der Lorsbacher, sei es nun jedoch an der Zeit, die Verantwortung in jüngere Hände zu geben. „Im Namen der Schule würde ich es begrüßen, wenn ein neuer Vorstand der Vereinsarbeit neuen Schwung geben könnte“, sagt Nothdurft. Fördervereine sind Teil der Elternarbeit für eine Schule und unterstützen mit ihren Geldmitteln einzelne Schülerinnen und Schüler, ganze Klassen oder auch Gruppen. „Leider fand sich in den vergangenen Jahren niemand, der bereit war, von Elternseite im Vorstand mitzuarbeiten. Dabei geht es um einen Zeitaufwand von nur vier bis fünf Sitzungen im Jahr. Ich würde mir wünschen, dass dieser Zeitaufwand für die Eltern im Sinne ihrer Kinder möglich ist“, verdeutlicht Nothdurft die Situation.

Er weist darauf hin, dass der Förderverein Spenden für die Schule verwalte und viele bereits bestehende Projekte unterstütze, er könne aber auch neue Projekte vorschlagen. So wollte der Förderverein während der Pandemie Mittel für Schüler-Laptops für die Homeschooling-Phasen. „Doch dann übernahm der Kreis als Schulträger diese Aufgabe“, erinnert sich Nothdurft.

Aus seiner Sicht sei das Elternengagement an der Freiherr-vom-Stein-Schule so lange er denken könne beispielhaft. Keine andere Schule habe eine Pausen-Cafeteria, die von den Eltern ehrenamtlich betrieben werde. Doch auch dieses Team suche dringend Unterstützung. „Dabei geht es dort um Arbeitseinsätze an ein oder zwei Vormittagen pro Monat“, sagt Nothdurft.

Der 69-Jährige will sich künftig mehr seinen anderen Hobbys widmen. Er ist in seinem Heimatort Lorsbach Mitglied im Gesangverein, außerdem im Vorstand eines Akkordeon-Orchesters, „allerdings nur als Kassierer“, sagt Nothdurft, den musikalischen Part überlasse er seiner Frau, seinen drei Kindern und inzwischen den Enkeln. Seit 1965 gehört er den christlichen Pfadfindern VCP in Lorsbach an, zunächst in der Kinderstufe, später auch als Ranger und Rover. Inzwischen ist er Kassierer im Landesverband. „Zahlen sind nun mal mein Metier“, sagt er schmunzelnd und freut sich, dass zwei Enkel im Sommer zum Weltpfadfinderlager in Süd-Korea fliegen.

Informationen zur Vereinsarbeit oder zur Arbeit in der Cafeteria geben der stellvertretende Schulleiter Christoph Krüger oder Rektor André Roselt unter poststelle[at]freiherr-vom-stein[dot]eppstein oder die Internetseite www.fvss-eppstein.de.bpa

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