Viel geschafft in Kenia – Rollstuhl-Prototyp in Arbeit

Die neue Plumbing-Class hat sich gut entwickelt. Lehrer und Schüler sind dankbar für das viele Material aus Deutschland.Fotos: privat

Guido Ernst vom Freundeskreis Ostafrikahilfe war im August nach 20 Monaten Pause in Kenia, um sich um die verschiedenen Projekte des Vereins zu kümmern.

Die Planung war kompliziert, aber die Help Allianz der Lufthansa sprang ein, damit auch die 200 Kilo Gepäck nach Mombasa transportiert werden konnten. Vermittelt hatte dies das altgediente Mitglied Heinz Erhard aus Niederjosbach.

Neben 20 Flaschen Desinfektionsmittel, kofferweise Verbandsmaterialien, Wartungs- und Ersatzteile für medizinisches Gerät und vier Koffer voller Material für die Elektrikerklasse der Berufsschule hatte der Vorsitzende des Vereins mehrere Flaschen „Breendeler Apfelwein“ im Gepäck. Schließlich musste er viele Gespräche führen und Kontakte erneuern, damit der von Dr. Hans Meisemann aus Bremthal gegründete Freundeskreis weiterhin so erfolgreich in Kenia helfen kann.

Im Health Center, einer Tagesklinik, konnten zwei von vier kaputten Geräten auf Anhieb repariert werden. „Dass die Röntgengeräte weiterhin nicht funktionieren, kratzt natürlich am Ego eines deutschen Handwerksmeisters, doch leider war ich dagegen machtlos“, so Ernst.

Stolz und froh war er dennoch, denn er konnte in elf Tagen trotz zwischenzeitlichem Magengrummeln etwa 90 Prozent seiner Aufgabenliste abarbeiten, „was unter diesen Umständen und den kenianischen Verhältnissen keine schlechte Quote ist“. Zumal auch kleine Dinge Menschenleben retten können. Im Krankenhaus waren sie beispielsweise glücklich über die Bedienungsanleitung für ein Sonographiegerät, das jetzt seinen Dienst tut.

Besonders beeindruckend war für GuidoErnst die Lebensmittelausgabe des Feeding-Programmes der Ostafrikahilfe. Die Organisatorin Betty berücksichtigt auch viele Menschen mit Behinderung, die von der Armut besonders betroffen sind. „Als ich dann mit ansehen musste, wie ein Mann auf seinen Händen kam, war ich echt fertig. Welcher Lebenswille und Überlebenswille muss in so jemand stecken?“, fragte er sich.

Um zu helfen, möchte Ernst mit seiner Firma und in Zusammenarbeit mit einer Schule, den Prototyp eines Rollstuhl-Dreirads konstruieren. Das Gefährt soll mit in Afrika zu bekommenden Teilen von Schülern der Metallklasse der vom Verein unterstützten Berufsschule gebaut und gewartet werden. Die Planungen laufen bereits.

Als Ernst in der Baharini Primary School, der vom Verein geförderten Grundschule, ankam, sah er ein Zelt, in dem etwa 100 Schüler unterrichtet werden. In der größten Klasse der Schule saßen sogar 127 Schülerinnen und Schüler. Obwohl eine Schulpflicht besteht, schaffe es die kenianische Regierung nicht, ausreichend Klassenräume zu bauen, so Ernst.

Aber es hat sich eine Ölgesellschaft als Sponsor gefunden. Sie baut auf einem bestehenden Schulgebäude weitere Klassenräume, die in den nächsten Monaten bezugsfertig sein werden. Eine andere Ölgesellschaft hat eine neue Küche gebaut, die sogar eine Vorratskammer für Lebensmittel bietet. Ernst hofft, dass sich diese Ölgesellschaft auch an der Schulspeisung beteiligte. Der Freundeskreis sorgt seit vielen Jahren dafür, dass die 1650 Kinder täglich eine warme Mahlzeit bekommen.

Im vom Verein unterstützten Kinderkrankenhaus in Kilifi war bei Ernsts Ankunft die neue Newborn Unit für Neugeborene in Betrieb. Ein Anbau kann nun wieder bestimmungsgemäß betrieben werden, um fehl- und mangelernährte Kinder zu behandeln. „Der Sauerstoffgenerator, den ich voriges Mal mitgebracht habe, wird rege genutzt“, freute sich Ernst zudem. Begeistert war er auch, weil das kaputte Dach, um dass er sich kümmern wollte, bereits repariert und sogar von innen neu gestrichen worden war. Dass dies ohne Anstoß von außen geschah, drückt in den Augen Ernsts, die besondere Wertschätzung der Menschen für die Einrichtung aus.

„Ich hoffe, dass ich in sechs Monaten erneut nach Kenia reisen kann, denn die regelmäßige Präsenz ist unabdingbar für den Erfolg unserer Aktivitäten“, so sein Fazit. Der Freundeskreis ist bis dahin auf Spenden angewiesen, um weiter zielgenau helfen zu können.

Überwiesen werden können sie auf das Konto: Freundeskreis Ostafrika e.V., IBAN: DE96 5105 0015 0225 0372 80 bei der Nassauischen Sparkasse (Spendenbescheinigungen werden automatisch bei Angabe von Namen und Adresse erteilt).

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