Vor zwei Jahren stellte er seinen Dokumentarfilm „System Change - A Story of growing Resistance“ über den Protest im Dannenröder Forst gegen den umstrittenen Bau der A 49 fertig. Auch bei der Räumung von Lützerath 2023 war er mit der Kamera dabei. Jetzt zeigt er seinen Film noch einmal im Rahmen der „Natourale“ Filmnacht am Freitag, 17, April, im Murnau-Filmtheater in Wiesbaden.
Vorangestellt werden Ausschnitte aus früheren Dokumentarfilmen des Filmemachers. Anschließend ist ein Gespräch mit Volker Angres geplant, langjähriger ZDF-Umwelt-Chef und einer der bekanntesten Umweltjournalisten Deutschlands.
„Der schmale Grat – Filmschaffende zwischen Journalismus und Aktivismus“ sei das eigentliche Thema der Naturfilmnacht, betont Sparwasser. Unter den Bedingungen von Klimakrise, gesellschaftlicher Polarisierung und wachsendem Erwartungsdruck an Medien stelle sich die Frage neu, ob Dokumentarfilme heute Haltung zeigen können oder sogar müssen. „Wo endet Berichterstattung und beginnt Engagement?“, fragt Sparwasser.
Er selbst habe in den vergangenen Jahren den Weg eingeschlagen vom klassischen Naturfilm hin zu Arbeiten, die sich zunehmend mit ökologischen und gesellschaftlichen Konflikten auseinandersetzen, sagt der 68-Jährige. Diese Entwicklung steht laut Sparwasser exemplarisch für eine breitere Bewegung im Dokumentarfilm.
Von seinem Film sagt er selbst, er sei kritisch, unbequem und nicht neutral. Sparwasser lässt darin die Aktivisten zu Wort kommen, die er über zwei Monate lang mit seiner Kamera beobachtet hat, spricht mit Wissenschaftlern und will vor allem das System aufdecken, das hinter den Ereignissen steht.
Der Biologe, Zoologe und promovierte Pharmakologe, der in Eppstein aufgewachsen ist und bis heute in der Altstadt lebt, hat auf seinen Expeditionen die Welt erkundet, schrieb in Reisemagazinen für Off-Road-Fans und Abenteuer-Reisende, löste sich aber längst von diesem Image und wandte den Blick von den Raritäten und den, wie er selbst es einmal formulierte, „Bruchstücken einer einst intakten Natur“ hin zum Menschen: Denn die Konflikte, die Eingriffe, das was die perfekte Natur stört, ist für ihn längst das eigentliche Thema seiner Reportagen. Deshalb legt er den Fokus zunehmen auf Umwelt- und Klimaschutz, koloniale Kontinuitäten, soziale Gerechtigkeit und aktivistischen Widerstand.
2017 gründete er mit dem inzwischen verstorbenen südafrikanischen Filmemacher Phil Hathingh die Firma „Perentie-Productions“, benannt nach den stattlichen australischen Riesenwaranen.
Danach arbeiteten die beiden unter dem Namen Southern Cross Films (southernxfilms) zusammen und drehten Filme über den internationalen, illegalen Tierhandel, hauptsächlich zwischen Afrika und Asien, und kritische Beiträge zur Klimagerechtigkeit oder zur Kommerzialisierung des Naturschutzes. Themen dazu findet Sparwasser auch vor der Haustür: In den vergangenen Jahren hat er sich auch in Eppstein immer wieder zu Naturthemen gemeldet und beispielsweise die gewinnorientierte Forstwirtschaft kritisiert. Die Dürre-Katastrophe im heimischen Wald führt er auch auf die fortschreitende Versiegelung von Naturflächen zurück und die jahrzehntelange Aufforstung mit nicht standortgerechten Bäumen anstelle eines natürlich gewachsenen Waldes.
Zur Naturfilmnacht gibt es auch einen neuen Podcast. Die erste Folge ist abrufbar unter dem Link https://youtu.be/Z0VJEmcFGr4.
Die Filmnacht im Murnau Filmtheater in der Murnaustraße 6 in Wiesbaden am Freitag, 17. April, beginnt um 20.15 Uhr. Ticktes gibt es unter www.murnau-stiftung.de/filmtheater.


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