Umso wichtiger sei es, sie dabei zu unterstützen, sich sicher, kritisch und selbstbewusst in der digitalen Welt zu bewegen, sagte Lehrerin Lysann Schwarz, die als Beauftragte für Jugend- und Medienschutz an der Schule an einem Konzept arbeitet, um möglichst viele Schüler dafür zu sensibilisieren.
Zum Beispiel mit Hilfe des Medienkompetenz-Trainings „Social PROject“ für den siebten Jahrgang der Freiherr-vom-Stein-Schule. Schon vor einem Jahr gab es die erste Aktion mit Trainerin Maja Sommer zum Thema Medienkompetenz mit den damaligen 7. Klassen.
Diesmal beschäftigten sich die Schülerinnen und Schüler der fünf siebten Klassen gemeinsam mit Maja Sommer mit Fragen, die sie selbst ganz konkret betreffen: „Wie wirken soziale Medien auf uns? Warum vergleichen wir uns so schnell mit anderen? Was sind Fake News? Und wie können wir erkennen, ob Inhalte im Netz echt sind oder mithilfe von künstlicher Intelligenz manipuliert wurden?“
In einem offenen Austausch hatten die Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit, eigene Erfahrungen zu schildern, Fragen zu stellen und gemeinsam über Chancen und Risiken digitaler Medien nachzudenken. Sie diskutierten, mit welchen Methoden soziale Medien oder Apps Abhängigkeiten erzeugen und waren sich schnell einig, dass Belohnungssysteme wie das Sammeln von Symbolen für eine Aktion mit einer angesagten App eindeutig dazu gehören. Ziel des Trainings, so Maja Sommer, war es nicht, Verbote auszusprechen, sondern Orientierung zu geben, zum Nachdenken anzuregen und Handlungssicherheit zu vermitteln.
Ein besonderes Highlight für die Jugendlichen war die Begleitung des Projekts durch das Fernsehen. Ein Team des ZDF sammelte in der Schule Eindrücke aus dem Training. Der Beitrag über Medienbildung an Schulen wurde im Rahmen des „Safer Internet Days“ bereits am Montag im ZDF-Magazin „Volle Kanne“ ausgestrahlt.
Passend dazu nahmen einige der Eppsteiner Schülerinnen und Schüler am „Safer Internet Day“ am Dienstag an einer digitalen Schulstunde von „klicksafe“ teil, einer Initiative, die sich europaweit für ein sicheres Internet für Kinder einsetzt und etliche Online-Angebote für Kinder und Jugendliche bereithält. Unter dem Titel „KI and me“ geht es darum, künstliche Intelligenz besser zu verstehen, kritisch zu hinterfragen und einen bewussten Umgang mit digitalen Technologien zu entwickeln.
So zeigte Sommer den Jugendlichen KI-generierte Bilder, die täuschend real wirken und doch komplette digitale Schöpfungen sind. Die Jugendlichen waren auch erstaunt, wie leicht KI einer Person in einem realen Video eine Aussage täuschend echt unterschieben kann oder reale Personen in völlig neuen Zusammenhängen erscheinen lässt. Sommer wies auf Datenschutzbestimmungen hin, warnte vor Internetmobbing, aber auch vor sexualisierten Darstellungen aus ursprünglich harmlosen Fotografien oder Videos.
Vor allem aber sollten Jugendliche die Gefahr erkennen, die durch emotionale Abhängigkeit von einer künstlichen Intelligenz entstehe. „Die KI ist immer freundlich, immer bestätigend“, sagte Sommer, nebenbei gehe das Gefühl für Zeit verloren, die dann für echte Beziehungen fehle. Die Kritikfähigkeit nehme ab und auch die Fähigkeit Widerstand auszuhalten oder, dass etwas nicht sofort gelingt.
Lysann Schwarz lobte: „Die Inhalte knüpfen direkt an das Social PROject an und vertiefen die Themen auf anschauliche Weise.“ Die Entwicklung sei so rasant, dass es wichtig sei möglichst alle Schüler mit solchen Programmen zu erreichen werden. Dazu sei künftig auch eine intensivere Elternarbeit notwendig, aber auch weitere Projekte, so denkt sie beispielsweise über einen komplett Handyfreien fünften Jahrgang nach. bpa

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