Über 30 Besucherinnen und Besucher – vorwiegend aus den fünf Stadtteilen – waren der Einladung gefolgt und brachten eine Vielfältigkeit im Angebot von Brotaufstrichen und Belägen, die ihres Gleichen suchten. In den vergangenen Jahren hat es sich eingebürgert, dass mitgebrachte Speisen als kleines Buffet angerichtet wurden. Für „fairen“ Kaffee, Tee und Orangensaft sorgte die Steuerungsgruppe, ebenso für Brötchen und Brot. Prinz sichtete zahlreiche „Frühstücks-Wiederholer“, aber auch Bürger aus Eppstein, die das erste Mal dabei waren. Zum gemeinsamen Frühstück und dem – wie immer regen Austausch – hatte die Gruppe erstmals einen Tauschtisch organisiert. Dort durften die Teilnehmer eigene Sachen abstellen und andere Sachen mitnehmen. Um in die Fairtrade-Fachthemen einzusteigen hatte Prinz wieder ein kleines Fairtrade-Quiz vorbereitet.
Als Vertreterin der Stadt kam Erste Stadträtin Andrea Sehr vorbei, die in ihrem kleinen Körbchen nicht nur Blumen und Marmelade mitgebracht hatte, sondern auch die begehrte Urkunde, die für zwei weitere Jahre Eppstein als „Fairtrade-Town“ auszeichnet. In ihrer kurzen, launigen Ansprache betonte Sehr, dass sie stolz sei, dass Eppstein unter den über 900 Fairtrade-Städten Deutschlands sei und bleiben werde.
Für die Auszeichnung als Fairtrade-Stadt gibt es fünf Kriterien: Die Stadt muss einen offiziellen Beschluss fassen, dass sie den fairen Handel unterstützt. Eine lokale Steuerungsgruppe muss Aktivitäten wie das Altstadtfrühstück umsetzen. In örtlichen Geschäften und Gastronomiebetrieben werden Fairtrade-Produkte angeboten. Öffentliche Einrichtungen wie Schulen, Vereine und Kirchengemeinden verwenden Fairtrade-Produkte und führen Bildungsaktivitäten zum Thema fairen Handel durch. Die Steuerungsgruppe betreibt aktive Öffentlichkeitsarbeit. Dazu gehören regelmäßige Berichte in den lokalen Medien und eine eigene Präsenz im Internet, um die Bürger über die Aktionen zu informieren.
In Eppstein ist diese Präsenz direkt auf der Homepage der Stadt integriert. Andrea Sehr lobte in diesem Zusammenhang auch den Eine-Welt-Stand, der sich bereits seit vielen Jahren auf dem Wochenmarkt am Freitag mit entsprechenden Produkten präsentiere und dankte Gudrun und Joachim Souverein, die beim Frühstück natürlich auch dabei waren.
Pamela Engel-Hajri aus Frankfurt strandete an diesem Tag eher zufällig beim Altstadtfrühstück. Nach einem Notfallzahnarztbesuch war sie auf der Suche nach einem Kaffee und stand vor dem noch geschlossenen Burg-Café. Neugierig folgte sie den Stimmen und landete schließlich auf dem Gottfriedplatz. Ricarda Prinz besorgte einen Becher mit Kaffee und integrierte die zufällige Besucherin, die sich sehr für die Arbeit der Fairtrade-Gruppe interessierte, sofort in die Gemeinschaft.
Die nächste Aktion der Fairtrade Gruppe ist für Dienstag, 29. September, in der Wunderbar Weite Welt im Rahmen des KuDi (Kulturdienstag) ab 19 Uhr: ein Abend zum Mitdenken, Mitreden und Genießen. Gezeigt wird der Film „The Chocolate War“. Er beleuchtet eindrücklich globale Ungerechtigkeiten im Kakaoanbau. Danach ist viel Zeit für Gespräche, Impulse und Informationen, die das Fairtrade-Team Eppstein gibt. Außerdem gibt es ein Fairtrade-Quiz. Der Eintritt ist an diesem Abend frei, um Anmeldung wird vorab aufgrund der Platzkapazitäten gebeten: mail[at]wunderbar-weitewelt.de[dot]sr


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