Emotionaler Abschied und Aufbruch

Mit dem Abschlusszeugnis in der Hand stellten sich Real- und Hauptschulabgänger zum letzten Foto an ihrer alten Schule auf. Foto: Beate Schuchard-Palmert

Mit dem Abschlusszeugnis in der Hand stellten sich Real- und Hauptschulabgänger zum letzten Foto an ihrer alten Schule auf. Foto: Beate Schuchard-Palmert

Nicht die messbaren Abschlussnoten standen bei der Feier für die Abschlussklassen der Freiherr-vom-Stein-Schule im Mittelpunkt, sondern das, was „dank eurer Teilhabe unsere Schule zu dieser Gemeinschaft macht“, fasste es Schulleiter Christoph Krüger in seiner Rede zusammen.

Emotional wurden einige beim Abschlusslied, „I gotta feeling“, das alle Schulabgänger gemeinsam mit der Schulband sangen. Spätestens da flossen auch ein paar Tränen – und sei es auch nur aus Erleichterung, den Stress endlich abzuschütteln und das Abschlusszeugnis in Händen zu halten.

Auch die Lehrer hoben in ihren zum Teil emotionalen Abschiedsworten eher die gemeinsamen Klassenfahrten hervor als herausragende Klassen- oder Einzelleistungen: „Ihr wart spektakulär zuverlässig“, lobten etwa die Lehrer zum Abschluss ihre R10b. Realschulzweigleiter André Roselt übernahm als Mitglied des Fördervereins die Aufgabe, herausragende Schülerinnen und Schüler zu belohnen. Während die Klassenbesten diesmal bewusst ohne Nennung ihrer Durchschnittsnote ausgezeichnet wurden, wurde das soziale Engagement individuell hervorgehoben: Max Linke aus der G10a beispielsweise sei der IT-Ansprechpartner in der ganzen Schule gewesen, für Mitschüler ebenso wie für etliche Lehrer. Linda Franke aus der G10b wurde für ihre diplomatische Art gelobt, Basema Abbara und Lilly Demirtas aus der R10a für ihr starkes Engagement und ihre gute Laune. Anna Franzreb aus der H9 beeindruckte, so Roselt, mit ihrer aufrichtigen und ehrlichen Art – und mit ihren selbstgebackenen Kuchen, die sie sogar zum Abschlussstreich mitgebracht habe, lobte Roselt.

Sein Organisationstalent, vor allem auf der gemeinsamen Klassenfahrt, und seine ruhige Art, so Roselt über Robin Kisa aus der R10b, habe ihn zum „Kleber“ der Klassengemeinschaft gemacht.

Auch für die Klassenbesten hatte der Förderverein ein Präsent. Ausgezeichnet wurden von den 42 Schülern mit Realschulabschluss Lukas Rosenfeld aus der R10a und Dario Steiner aus der R10b für die beste Einzelleistung. Unter den insgesamt 25 Jugendlichen aus H9 und PUSCH-Klasse schnitten Elias Rampello aus der H9 mit der besten Durschnittsnote ab. Aus der PUSCH-Klasse wurden Maria Savchenko, Lina Schmidt und Azain Shahzad Shaikh ausgezeichnet. In diesem hessischen Förderprogramm ist der Praxisanteil besonders hoch.

Dieses Jahr erreichten vier Schüler mit Migrationshintergrund erstmals parallel zu ihrem Hauptschulabschluss ein Deutsch-Diplom. Wie sehr sich die Schüler über ihren Abschluss freuten, brachten die Schüler der PUSCH-Klasse auf den Punkt: „Wir haben nicht nur Deutsch gelernt, sondern auch, wie man Herausforderungen meistert“, sagte eine Schülerin.

Ausbildung, Schule oder FSJ

Von der Gesamtschule wechseln die meisten Gymnasiasten auf die Oberstufe.Foto: bpa

Ein anderer Schüler verabschiedete sich kurz und bündig: „Lange Reden sind nicht unser Ding: Also macht‘s gut!“ Fast die Hälfte der Hauptschülerinnen und Hauptschüler wechselt auf eine Berufsfachschule, fünf haben einen Ausbildungsplatz, auch ein Freiwilliges Soziales Jahr wurde gewählt. Zweimal steht eine Wiederholung des Abschluss-Jahres im Raum. Im Gymnasialzweig machten Ines Frank, G10a, und Linda Freund, G10b, die besten Abschlüsse. Von den 40 Gymnasiasten wechseln mehr als die Hälfte auf eine Gymnasiale Oberstufe. Die beliebteste ist die GOS der Main-Taunus-Schule. Elf Schüler besuchen ein Berufliches Gymnasium, die meisten von ihnen die Brühlwiesenschule, zwei wechseln auf eine Fachoberschule.

Von den 42 Realschülern wechseln die meisten an eine gymnasiale Oberstufe, ein Berufliches Gymnasium oder eine Fachoberschule, um sich weiter zu qualifizieren.

Fanny und Nia gehören zu den 14 Jugendlichen, die nach der Mittleren Reife eine Ausbildung beginnen: Fanny hat eine Ausbildungsstelle in einem Hotel in Sachsenhausen. Nach ihrem Schulpraktikum, so Fanny, habe für sie festgestanden, dass sie ins Hotelfach möchte. Freundin Nia beginnt eine Ausbildung als Verkäuferin in Bad Homburg.

Vier Schüler absolvieren ein Freiwilliges Soziales Jahr. Zu ihnen gehört auch Paul Ernst aus Bremthal. Er will das FSJ dazu nutzen, um sich zu entscheiden, ob er eine Ausbildung zum Erzieher machen oder doch lieber ins Handwerk will.bpa

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