Während die Erste Vorsitzende Karin Dostal die Parade durch den Saal anführte, moderierte wie immer Jannis Rösner den närrischen Abend mit Witz und Charme. 19 Auftritte – mit Pause – standen dieses Jahr auf dem Programm und es wurde wieder ein abwechslungsreicher Mix aus Moderation, Gesang, Marsch, Büttenreden und Tanz geboten. Rösner begrüßte Ehrengäste aus Stadt und Politik, von denen sich später einige während des Programms auf der Bühne einfanden wie Bürgermeister Alexander Simon und CDU-Fraktionschef Dirk Büttner.
Stadtverordnetenvorsteherin Andrea Sehr und Ortsvorsteher Christoph Striedter klatschen mit den Ortsvorsteherinnen Eva Waitzendorfer-Braun und Martina Smolorz begeistert Applaus. Die Frauen waren gut zu erkennen an ihren bunt gemusterten Schutzhelmen.
Bei den Büttenreden war die Kommunalwahl das beherrschende Thema. Rösner riet, bei Briefwahl reichliche Mengen an Klebestift und Tesafilm zu Hause zu haben. Folgerichtig wurden etliche Themen dazu aufgespießt: Steuern, Straßen- und Brückenzustände in Eppstein, die geliebten Gelben Tonnen sowie die neue Funktion von Andrea Sehr, die demnächst als Erste Stadträtin ins Rathaus einziehen werde. Sehr wurde von Besenmann Dirk Büttner sogar freudig als „neue Sabine“ Willkommen geheißen und Simon sprach von „neuem Wind“ im Rathaus.
Büttner trat das elfte Mal als Protokoller beim GCC auf, wechselte dafür wieder seinen Stadtverordnetenstuhl mit dem Besenstiel. Doch er kehrte in diesem Jahr nicht aus. Dafür teilte er reichlich mit Worten aus und vor seinen Spitzen waren weder der Burgvereinsvorsitzende Ramon Olivella im Elferrat sitzend noch Karin Dostal geschützt. Die Anspielung auf seine avisierte künftige Aufgabe in Liederbach, nämlich die des Bürgermeisters, stellte er mit den Personen des Elferrates spielerisch nach, um dem Publikum aufzuzeigen, wo sich geografisch Liederbach befände, was zu vielen Lachern im Publikum führte, weil es ausgerechnet Rösner traf, Liederbach zu verkörpern.
Auch die große Politik nahm er auf die Schippe mit einem angeblichen Brief vom Bundeskanzler, der ihn gebeten habe, bitte künftig die karnevalistische Berufsbezeichnung „Besenmann“ in „Stadtbildpfleger“ umzubenennen. Am meisten aber begeisterte das Publikum bei seiner Rede die liebevolle Erinnerung an den verstorbenen Ur-Fastnachter Heinz Seebold, der, fabulierte Büttner, auch über Eppstein hinaus bekannt gewesen sei. Mit Augenzwinkern wurde eine Reise mit Seebold zum Papst nach Rom geschildert, wo dieser mit dem Papst auf dem Balkon gestanden habe und Touristen auf dem Petersplatz Büttner gefragt hätten, wer denn der Mann neben Heinz wäre.
Am Ende von Büttners Rede stellte Jannis Rösner fest, dass der Besenmann dieses Jahr nicht ausgekehrt habe, dafür spielte Gerster einen Auskehrmarsch für Büttner, als dieser die Bühne im Vereinssaal möglicherweise zum letzten Mal als Besenmann verließ.
Der Bürgermeister trat wieder als Schultheiß „Anno 17schlagmichtot“ in die Bütt und neben den kommunalpolitischen Themen lobte er das Ehrenamt als Fundament der Gemeinschaft, freute sich über den Campingplatz, der den Tourismus stärken werde, und appellierte an alle, die Zukunft Eppsteins gemeinsam mit Herz und Humor zu gestalten. Gemeinsam mit dem Publikum stimmte er während seiner Rede zum Thema Vollsperrung B455 und zum geplanten Brückenabriss das Lied „Viel Glück und viel Segen auf all deinen Wegen“ an.
Die zahlreichen, musikalischen und sehr unterschiedlichen Einlagen ließen das Publikum feiern, tanzen und machten die Prunksitzung, wie jedes Jahr, zum besonderen Highlight der Karneval-Session. Die Frauengesangsgruppe „Knallbonbons“ brachte das Publikum mit temperamentvollen Liedern und selbst gedichteten Texten zu Abba-Songs in Stimmung, nahm die Gäste später zu einem „Fernsehabend“ mit und läutete am Ende der Sitzung das große Finale ein.
Die „Schneckscher“, die jüngste Gardegruppe, zeigten eine perfekt getanzte Polka, die Sternscher eine tolle Choreografie zu ihrer „Abba Mamma Mia“-Show. Die Gusbacher Herzcher schienen mit ihren funkelnden und glänzenden Kostümen direkt aus dem „Weltall“, so das Motto ihrer Show, herabgestiegen zu sein. Ein Mitglied der „Feinrippschläppscher“ plauderte zunächst aus seinem Leben, um wenig später als Nonne verkleidet mit den anderen „Feinrippschläppscher“ eine Show zu zeigen. Selbst „Prinz Charles“ und „Lady Camilla“ schauten für einen kurzen Schlagabtausch vorbei.
Und natürlich wurden auch wieder viele Orden überreicht, darunter auch der voriges Jahr neu eingeführte Ehrenorden für 44 Jahre Engagement im Verein, der an Brigitte Seebold ging.
Nach der Prunksitzung erwartete die Besucher und Akteure eine weiße Winterlandschaft vor der Tür, durch die sie sich auf dem Weg nach Hause zu kämpfen hatten.sr



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