Auszeichnung für Kultur und Unternehmertum „mit Herz“

Landrat Michael Cyriax, Ralf Otto und Vorstandsvorsitzender Oliver Klink (v.l.) bei der Ehrung.Foto: Taunus Sparkasse

Landrat Michael Cyriax, Ralf Otto und Vorstandsvorsitzender Oliver Klink (v.l.) bei der Ehrung.Foto: Taunus Sparkasse

Die Taunus Sparkasse hat wieder ihren Bürgerpreis an engagierte Menschen und Initiativen aus dem Hochtaunuskreis und dem Main-Taunus-Kreis vergeben. Unter dem Motto „Mit Herz dabei“

erhielten zwölf Preisträgerinnen und Preisträger die Auszeichnung in einer Feier im Campus der Taunus Sparkasse in Bad Homburg.

Überreicht wurde das Preisgeld in Höhe von je 500 Euro zusammen mit einer Glas-Stele von Michael Cyriax und Ulrich Krebs, die Landräte der beiden Kreise, und dem Vorstandsvorsitzenden der Taunus Sparkasse, Oliver Klink. Sie machten deutlich: Auch im nächsten Jahr wird der Bürgerpreis wieder verliehen. Das Motto der Ausschreibung lautet dann „Von Menschen für Menschen“.

Unter den Preisträgern 2026 war auch der Eppsteiner Ralf Otto in der Kategorie „Engagierte Unternehmer“. Otto eröffnete 2007 die „Wunderbar Weite Welt“ im denkmalgeschützten Eppsteiner Bahnhof. Zusammen mit seiner Frau Sylvie und seiner Nichte Anne habe er das Gebäude mit großem persönlichem Einsatz umgebaut, so die Jury. Seit fast 20 Jahren verbinde das Haus hochwertige Gastronomie mit einem anspruchsvollen Kulturprogramm. Mit rund 40 Konzerten pro Jahr sowie Ausstellungen regionaler Künstlerinnen und Künstler habe es sich zu einem wichtigen Treffpunkt entwickelt und stehe für die kulturelle Vielfalt im Main-Taunus-Kreis.

Die Idee für das neue Konzept stammt von der Namensvetterin „Wunderbar“ in Höchst, die Ralf Otto zusammen mit seinem Bruder Siegfried 1988 gegründet und über 30 Jahre lang geführt hat. Die „Wunderbar“ war seinerzeit das erste Szenelokal mit regelmäßigen Konzerten im Frankfurter Westen und profitierte von der Nähe zum Neuen Theater.

„Die Wunderbar in Höchst war mein Vorbild für die Wunderbar Weite Welt in Eppstein“, erinnert sich Otto. Der verkehrsgünstigen Standort im Bahnhofsgebäude sei ein großer Vorteil, ebenso die Lage im kühlen Taunus: „Die Hitzeperioden im Sommer wurden in den vergangenen Jahren immer länger“, sagt Otto. Für das Lokal im Zentrum von Höchst, ohne ausreichend gedämmte Wände, bedeutete das auch einen immer längeren Verdienstausfall im Sommer.

Vor allem aber habe ihn die Vision des damaligen Bürgermeisters Ralf Wolter fasziniert: „Er wollte Angebote schaffen, um junge Familien nach Eppstein zu locken“, sagt der Gastronom. Otto habe ein familienfreundliches Lokal mit einem neuartigen Kulturangebot für Eppstein schaffen wollen. „Das hat einfach gepasst: Wolters Idee und die Möglichkeiten, die ich in dem neuen Gebäude gesehen habe.“

Inzwischen haben Sohn Joschka Mader und Schwiegertochter Saskia Büchs die Wunderbar übernommen. Vater Ralf kümmert sich nach wie vor um die Konzerte und die Musiker. „Der Konzert-Aufbau und die persönliche Betreuung der Musiker, die für einen Abend am Bahnhof Station machen, sind harte Arbeit“, sagt Otto. Da der Auftritt in der Wunderbar meist ein Neben-Engagement zur eigentlichen Tour ist, muss Otto hin und wider improvisieren, wenn sich der Tournee-Plan oder die Besetzung kurzfristig ändern. Aber das seien in all den Jahren eher Ausnahmen gewesen. Die meisten Musiker seien sehr zuverlässig.

Dabei sei das Ambiente, die direkte Nähe zu den Fans, die sich während des Auftritts gratinierten Ziegenkäse oder eine Salat-Bowl schmecken lassen, für die meisten Musiker erst mal ungewohnt. „Die spielen sonst auf großen Bühnen und mit Abstand zum Publikum“, sagt Otto schmunzelnd.

Rückblickend habe sich der Aufwand gelohnt, erinnert er sich. Längst habe die Wunderbar einen Ruf als Konzertkneipe über Eppsteins Grenzen hinaus.

Die größte Sorge bereitet Otto die aktuelle wirtschaftliche Situation im Land: „Bei Restaurantbesuchen sparen die Menschen als erstes“, weiß er aus Erfahrung und lobt seine Nachfolger, dass sie neue feste Formate wie den Kultur Dienstag geschaffen haben, um Stammkunden und vor allem auch die Eppsteiner an sich zu binden.bpa

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