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Wildschweine verwüsten Gärten in Vockenhausen

Wildschweine sind Kulturfolger und lassen sich von Gartenzäunen nicht abhalten. In der weichen Erde finden sie leicht Würmer oder Schnecken. Foto: pixabay.com

Roland Schmidt-Ertelt und seine Frau Petra sind alarmiert. Auf dem Nachbargrundstück Am Dornbusch in Vockenhausen ist der Garten frisch umgepflügt.

Die Wildschweine waren da und haben auf der Suche nach Schnecken, Regenwürmen und anderem eiweißreichen Kleingetier Blumenrabatte und Rasenflächen auf einer Länge von 6 bis 8 Meter verwüstet. Auch auf den Grundstücken einer weiteren Nachbarin, Petra Geci, haben die Wildschweine gerade in einer Neuanpflanzung beim Suhlen unübersehbare Spuren hinterlassen. Das Ehepaar Schmidt-Ertelt hat einen ähnlichen Überfall am 3. November des vergangenen Jahres erlebt. Der Garten wurde wieder hergerichtet, aber am Neujahrstag bot sich ihnen nach einem weiteren Besuch der Wildschweine erneut ein Bild der Verwüstung.

Jetzt schützt ein Elektrozaun auf der Seite zur kürzlich heimgesuchten Nachbarin das Grundstück. „Der wird nur bedingt helfen, irgendwann haben die sich daran gewöhnt und trampeln den nieder“, macht sich Roland Schmidt-Ertelt keine Illusionen. Schutz böten auf lange Sicht nur dicke Metallstäbe oder Betonmauern. Solche Bollwerke möchten er und seine Nachbarn aber nicht errichten. Sie appellieren stattdessen an Jagdpächter und Forstamt, verstärkt tätig zu werden.

Für Förster Peter Lepke ist die Sache klar: Wohngebiete seien „befriedete Bezirke“, da dürfe nicht gejagt werden. Lepke rät zu Zäunen und erwähnt Sprays, die Wildschweine für einige Zeit abhalten können. Schmidt-Ertelts haben es mit Tabletten probiert, die den Tieren einen schlechten Geschmack im Maul hinterlassen sollen. Kurzfristig könne das helfen, aber die Mittel müssten immer wieder neu ausgebracht werden, um weitere Besuche der Tiere zu stoppen.

„40 Jahre lang herrschte hier Ruhe“, sagt Roland Schmidt-Ertelt. Die Bestände müssen seiner Meinung nach in den vergangenen Jahren stark angewachsen sein. Der Vockenhäuser geht nach vielen Gesprächen davon aus, dass die Jagdpächter zu wenig tun, um die vermehrungsfreudigen Tiere zu reduzieren.

Für die Pächter des Jagdreviers, Kurt und Hubert Roth, ist es gar nicht so einfach, Wildschweine zu erlegen. „Sie haben momentan keine richtigen Einstände und sind viel unterwegs“, sagt Kurt Roth. Die Tiere wechseln von Ehlhalten nach Vockenhausen und Niederjosbach oder auch nach Eppenhain. Von überbordend großen Beständen geht er rund um Eppstein nicht aus. Zumal die Wildschweine, die als Kulturfolger gelten, extrem bejagt würden. Die Jagdzeit wurde auf das ganze Jahr ausgedehnt; Frischlinge und männliche Tiere stehen ständig im Fadenkreuz der Jäger. „Aber da ist gar nicht so einfach dran zu kommen“, weiß Roth aus eigener Erfahrung. „An den Tagen, an denen wir in der Nähe der geplagten Gartenbesitzer im Revier sitzen, kommen die Wildschweine nicht.“

Kurt Roth war schon am Sonntag, also vor den Nachfragen der EZ, Am Dornbusch. Er habe mit einer Mieterin der Familie Geci gesprochen und den Schaden inspiziert. Die Wildschweine hätten dort eine passende Stelle gefunden, sagt er: Das Gebiet grenzt an das Naturschutzgebiet an der Mohrsmühle, bietet viel Deckung und feuchte Stellen zur leichten Nahrungssuche.

Die von Anwohnern geforderten Treibjagden gebe es bereits in jedem Herbst. Sie stehen jetzt im November wieder an. Die Hegegemeinschaften jagen dann revierübergreifend, damit die Wildschweine nicht einfach anderswohin verschwinden. „So gut man der Dinge Herr werden kann, wird alles versucht, was getan werden kann“, verspricht der Jäger, der den Ärger der Gartenbesitzer gut nachempfinden kann. Die Grundstücke der Familie Roth auf Hof Häusel werden schließlich auch immer wieder von den Schwarzkitteln heimgesucht. sp

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