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Altstadt: Autos zu schnell und zu laut

Die westliche Bugstraße vom Bahnhof aus.    Foto: EZ

 

Über die Zukunft der Altstadt diskutierten vor kurzem Anwohner und Mandatsträger. Die CDU hatte zum Altstadtrundgang mit Bürgermeister Alexander Simon eingeladen und wollte von den Bewohnern selbst Nöte und Anregungen hören. Ein gutes Dutzend Bürgerinnen und Bürger waren der Einladung gefolgt. Wie nicht anders zu erwarten, gehen Hoffnungen und Ideen weit auseinander.

Einig waren sich alle darin, dass die Autos zu schnell durch die Altstadt fahren und, dass der reine Durchgangsverkehr unterbunden werden müsste. Deshalb kündigte die CDU als ein Ergebnis dieses ersten Altstadttreffens an, dass sie in der nächsten Stadtverordnetenversammlung im Februar ein Verkehrsgutachten beantragen werde. Sollte die Stadtverordnetenversammlung zustimmen, könnte das Gutachten zum Verkehr bis Ende 2019 vorliegen und 2020 erste verkehrsberuhigende Maßnahmen, beispielsweise eine Einbahnstraßenregelung, getestet werden.

Die unterschiedlichen Interessen und Wünsche der Altstadtbewohner wird es wohl kaum ausgleichen, allenfalls Vorschläge zur Steuerung des Verkehrs hinsichtlich der künftigen Entwicklung machen. Die Wünsche der Bewohner Alt-Eppsteins klaffen weit auseinander. Das war einer der Gründe, warum ein Altstadtforum, das die Stadt vor einigen Jahren zusammengerufen hatte, ohne Ergebnis auseinanderging: Geschäftsleute und Gastronomen wünschen mehr Parkplätze, möglichst viele Kurzzeitplätze und freie Fahrt für ihre Kunden, viele Altstadtbewohner drängen auf Dauer- oder gar feste Anwohnerparkplätze und argumentieren, dass den Kunden Fußwege vom Bahnhof oder Parkplätze am Stadtrand zugemutet werden könnten.

Alexander Simon nutzte die Gelegenheit, wie er sagte, „um mit den Menschen direkt ins Gespräch zu kommen. Die Bewohner bekommen die Verhältnisse jeden Tag mit.“

Der frühere Stadtarchivar und Altstadtbewohner Bertold Picard sieht die Altstadt der Zukunft nicht im Einzelhandel, sondern als attraktiven Wohnstandort und empfahl der Politik, diese Entwicklung zu fördern. Die Altstadt als Geschäftsmeile und die durch Geschäfte belebte Stadtmitte gab es in Eppstein, so der Historiker, sowieso nur während eines begrenzten Zeitraums. Die von vielen gewünschte Wiederbelebung ist deshalb aus seiner Sicht eine die Vergangenheit verklärende Idee. Statt dessen müsse die Stadt versuchen, die Leerstände zu beheben und die Wohnnutzung zu fördern.

Egal wohin die Entwicklung geht, den Autoverkehr in den engen Altstadtgassen sehen viele Eppsteiner als Problem: Autofahrer sind häufig zu schnell, geparkt wird, wo gerade Platz ist, unabhängig davon, ob es erlaubt ist oder gar Rettungswege versperrt werden. Die einen wünschen sich strengere Kontrollen des ruhenden Verkehrs, die anderen beschweren sich, dass sie zu häufig Strafzettel erhalten. Durch den Gegenverkehr in der engen Burgstraße kommt es oft zu chaotischen Situationen. Als Alternative wurde eine Einbahnstraße ins Gespräch gebracht, zunächst auf Probe. Damit die freie Bahn nicht zum Rasen verleitet, sollten zusätzliche Parkplätze die Straße verengen, so ein Vorschlag. „Es ist eine Herausforderung, sämtliche Interessen unter einen Hut zu bringen“, fasst der Bürgermeister die Situation zusammen, „Verkehrsströme in der Altstadt neu zu regeln ist schwieriger, als es auf den ersten Blick scheint“, sagte Simon, Zufahrten für Rettungskräfte und Feuerwehr seien eine Herausforderung. Er erwarte die Beratungen in Politik und Bürgerschaft mit Spannung.

Der Lärm der abrollenden Reifen auf dem Kopfsteinpflaster ist ebenfalls ein altbekanntes Problem, mit dem die Bewohner der Burgstraße wohl noch lange leben müssen. Für dieses Jahr steht im Haushaltsplan zwar Geld für eine Deckenerneuerung in der Burgstraße bereit, allerdings nur im asphaltierten Teil der Straße zwischen der östlichen Zufahrt von der Bundesstraße bis zur östlichen Burgauffahrt. Das Kopfsteinpflaster steht noch nicht zur Debatte.

Den Rundgang mit den Altstadtbewohnern will die CDU noch im März wiederholen, dann zum Thema Belebung und Verschönerung der Altstadt. bpa

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