Zeit für Inventarisierung genutzt – neue Sammlung fürs Museum

Rita Quack 2012 bei einer der letzten Ausstellungen in ihrem Bremthaler Atelier.Foto: EZ-Archiv

Die Zwangspause bei Burgführungen, Veranstaltungen und Museumsführungen im vergangenen Jahr hat Stadtarchivarin Monika Rohde-Reith genutzt, um die Erfassung von Archivalien und des Museumsbestandes voranzubringen. Noch immer ist erst ein Teil der Bestände des Archivs inventarisiert.

Jede Akte muss bewertet werden, so die Archivleiterin, „ob sie im Gedächtnis der Stadt bestand haben soll“. Sie muss von Metall befreit, gereinigt in säurefreie Verpackungen umgelagert werden. Mit Inventarnummer versehen, wird die Akte dann mit einer Museums- und Archivsoftware erfasst. Damit können die Akten nach Ablauf von Fristen auch von Außenstehenden genutzt oder Fotos und Akten künftig digital zugänglich gemacht werden. Unterstützt wird die Museumsleiterin dabei von Sonja von Saldern, die einige Stunden im Archiv und im Museum arbeitet.

Bisher sind laut Rohde-Reith sämtliche Bestandsakten aus Alt-Eppstein bis zum Jahr 1977 erfasst und 30 Prozent der Nachlässe aus Alt-Eppstein bearbeitet und erfasst. Etwa die Hälfte der alten Akten bis 1977 aus Niederjosbach sind bearbeitet und digital erfasst. Vom Bremthaler Bestand bis 1977 sind bislang nur fünf Prozent der Akten erfasst und von Ehlhalten und Vockenhausen noch gar keine der alten Akten. Vom neueren Bestand aus der Gesamtstadt Eppstein nach 1977 ist ebenfalls erst ein geringfügiger Teil bearbeitet und digital erfasst. Nachlässe aus Vockenhausen seien zumindest geordnet, so Rohde-Reith.

Gleichzeitig wurde auch der Museumsbestand geordnet und inventarisiert. Gegenstände aus der Ausstellung oder in den Museumslagern sind zu 60 Prozent inventarisiert und zu einem kleinen Teil digitalisiert. Gemälde und Bilder sind zu 80 Prozent inventarisiert und zur Hälfte digital erfasst. Fotos und Postkarten sind ebenfalls zur Hälfte erfasst und etwa ein Drittel digitalisiert. Etwa die Hälfte der Medien ist ebenfalls inventarisiert.

Zwei kleinere Gemälde hat das Stadtmuseum im vergangenen Jahr erstanden: Am Schlosseingang in Eppstein im Taunus“ von 1829, ein Gemälde des Städel-Schülers und Mitbegründers der Kronberger Malerkolonie Jakob Fürchtegott Dielmann konnte zum Einstiegspreis auf einer Auktion ersteigert werden. Es zeigt das westliche innere Burgtor und ist die früheste Ansicht dieser Szenerie im Museum – siehe Bericht auf Seite 5.

Eine Ansicht von Eppstein um 1900 stammt aus Privatbesitz und wurde durch Vermittlung des Eppsteiners Bernd Fuchs in Niedernhausen angekauft. Einen Kupfer- und einen Stahlstich erhielt das Museum von einem Hofheimer Sammler, darunter eine der frühesten Ansichten von Eppstein um 1683 von Sebastian Furck.

Eine umfangreiche Sammlung erhielt das Museum im vorigen Jahr als Schenkung: Die zeitgenössische Bremthaler Künstlerin Rita Quack hat einen großen Teil ihres Oeuvre dem Burgmuseum vermacht. Die Sammlung umfasst 942 Zeichnungen, Kalligrafien, Drucke, Montagen und Radierungen. Die Familie Quack hat dem Stadtarchiv zudem noch ein Regal gesponsert, um das Gesamtwerk zu lagern. Darunter sind auch großformatige Kunstwerke.

Zuletzt war das umfangreiche Werk der Künstlerin für die Öffentlichkeit in einer Retrospektive auf 30 Jahre künstlerischen Schaffens 2012 zugänglich. Damals lud die Künstlerin anlässlich der Schließung ihres Ateliers in der Wiesbadener Straße zu vier großen Ausstellungen ein.

Seitdem hat Quack trotz ihrer Parkinson-Erkrankung mit Kunstprojekten wie ihren witzigen, kuriosen und zum Nachdenken anregenden „WortArt“-Collagen aus Buchstaben, Wörtern und Titel-Fragmenten, den all-täglichen Fundstücken aus ihrer Tageszeitung, Aufmerksamkeit erregt.

Zusammen mit einem jungen Künstler bemalte sie Stühle als Symbole für die Sesshaftigkeit und ließ ihre Fans beim Kunstkrimi „Tatort Kunst“ über den Täter und rätselhafte Taten grübeln.bpa

Kommentare

Der Inhalt dieses Feldes wird nicht öffentlich zugänglich angezeigt.
CAPTCHA
Diese Frage hat den Zweck zu testen, ob Sie ein menschlicher Benutzer sind und um automatisierten Spam vorzubeugen.
4 + 16 =
Lösen Sie diese einfache mathematische Aufgabe und geben das Ergebnis ein. z.B. Geben Sie für 1+3 eine 4 ein.


X