Schutt und Abraum: Das Ende einer Brücke

Brücke mit hängenden Steinen…
            Foto: Stadt Eppstein

Brücke mit hängenden Steinen…

Foto: Stadt Eppstein

Auf offener Landstraße wäre Eppsteins Fußgängerbrücke vermutlich in vier Tagen Geschichte gewesen – so dauert der Abriss noch bis Ende der Woche, also knapp 14 Tage.

Dann machen Bagger und Greifarme der Firma Burde Engeneering aus Klein-Winternheim Platz für eine große Fräse, die in der nächsten Woche die alte Oberfläche der Bundesstraße abhebt.

Als Grund für den behutsamen Brücken-Abriss führt Firmenchef Johannes Burde von „Burde Engeneering“ die besondere Lage der Brücke neben einem Wohnhaus und am Bach an. „Gerade mal 15 Zentimeter waren an der engsten Stelle zwischen Brückenaufgang und Hausecke Platz“, schildert Burde, warum seine Mitarbeiter die Brücke in einzelne Teile getrennt und Abschnitt für Abschnitt separate Bruchstücken herabgelassen haben – insgesamt rund 300 Tonnen Stahlbeton.

Bevor die Last abgeladen wurde, kamen Sortiergreifer und eine Betonschere zum Einsatz. Sie arbeiteten weitgehend leise und staubfrei, um die benachbarten Burgstraßenbewohner so wenig wie möglich zu belästigen. Zur Kontrolle wurde der Zustand der Gebäude vor Beginn der Abrissarbeiten festgehalten. Ein Erschütterungsmesser misst in einem der Wohnhäuser die Erdbewegung. Auch am Bach muss das Abrissunternehmen besondere Vorsicht walten lassen. Einfach die Beton- und Eisenteile ins Wasser stürzen lassen, das geht nicht. Die Untere Naturschutzbehörde machte klare Vorschriften: Eine Unterkonstruktion soll verhindern, dass größere Brückenteile in den Bach stürzen und der Bach sich dort aufstaut. Das Widerlager zur Stützmauer am Weg von der Bogenstützmauer zum Bahnhof muss abgesägt werden, um die Stützmauer nicht zu beschädigen.

Die Einzelteile der Brücke haben Burde und Bürgermeister Alexander Simon schon vorige Woche unter die Lupe genommen und festgestellt, dass der Zustand der Fußgängerbrücke noch schlechter war als angenommen. Burde zeigte auf Betonteile aus dem Brückenüberbau, aus denen die runde Eisenbewehrung herausragt. Fast alle sind angerostet, einige zeigen deutliche Schäden durch Lochfraß. „Das dürfte im Beton eigentlich nicht passieren“, sagt Burde.

Die Bewehrungsstäbe in der Treppe und in den Brückenträgern seien vergleichsweise weniger angegriffen. Dort fließe das Wasser besser ab, während es in den Quereisen des Überbaus längst korrodiert sei.

Ein großes Problem sei außerdem das Streusalz, das seit Jahrzehnten in die Oberfläche eindringen konnte. Auch wenn einige Bruchstücke und die Eisenhaufen am Wegrand auf den ersten Blick massiv und solide scheinen: Laut Burde täuscht der Eindruck. Der bogenförmige Brückenüberbau weise deutliche Schäden auf. bpa

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