In der Diskussion: Üppiges Grün am Bach und Hochwassergefahr

Die Büsche entlang des Dattenbachs zwischen Am Bündelberg und Taunusstraße wurden seit einigen Jahren nicht zurückgeschnitten.Foto: jp

Das Betonbett des Dattenbachs zwischen Rathaus und Taunusstraße hat sich in den vergangenen Jahren in ein grünes Biotop verwandelt. Der Dattenbach versorgt Sträucher und Gräser mit Feuchtigkeit. Sie danken es ihm und bedecken die schnöden Steinwände mit üppig wucherndem Blattwerk.

Doch nicht alle Anwohner sind begeistert von diesem Anblick. Zuletzt seien die Sträucher vor dem bislang letzten Entenrennen des Lions-Clubs 2019 zurückgeschnitten worden, erinnert sich eine Anwohnerin. Seitdem wuchert das Grün, eingeengt zwischen Betonmauern. Die Vockenhäuserin befürchtet, dass bei Hochwasser oder starken Regenfällen der Querschnitt des Kanals nicht ausreicht und das Wasser über die Ufer tritt. Dann wären zumindest etliche Keller in Gefahr, überflutet zu werden.

Auch Thomas Schäfer, Fraktionsvorsitzender der SPD, hat in der jüngsten Stadtverordnetenversammlung gefordert, dass der Magistrat sich mit dem für Bachläufe zuständigen Schwarzbachverband in Verbindung setzt. Der Verband solle die Bachläufe insbesondere in den bebauten Gebieten kontrollieren und gegebenenfalls einen Rückschnitt veranlassen.

Büsche und Bäume schränken das Bachbett und damit die Durchflusseigenschaften erheblich ein, so die SPD. Sie weist in ihrem Antrag auf den Bewuchs des Schwarzbachs in Höhe der Brücke zwischen Bundesstraße und Altstadt hin. Dort sei das Bett durch Bäume eingeengt und der Zustand aus ihrer Sicht besorgniserregend.

Frank Goebel, Technischer Geschäftsführer des Abwasserverbandes, nahm auf Anfrage der Stadt Stellung zur Gewässerunterhaltung und gab Entwarnung: Der Pflegezustand der Bäche, so Goebel, würde allgemein „als gut bis sehr gut“ bezeichnet. Größere Defizite seien nicht entdeckt worden

Er wies darauf hin, dass die rund 100 Kilometer Bachläufe des Schwarzbaches und seiner Nebenbäche zweimal im Jahr von den Mitarbeitern des Verbands begangen und dabei auch die Gehölze kontrolliert werden. Zur allgemeinen Kontrolle der Ufer kommen laut Goebel noch regelmäßige Gewässerschauen hinzu. Sie würden von den Landkreisen veranlasst und zusammen mit den Unteren Naturschutzbehörden unternommen.

Gehölzpflegearbeiten seien im Verbandsgebiet nur während der Schnittzeit vom 1. Oktober bis Ende Februar möglich. Darauf wies auch der für Hochwasserschutz in Eppstein zuständige Stadtrat Berthold Gruber hin. Die Stadt habe den Verband bereits auf einige besonders stark bewachsene Uferregionen aufmerksam gemacht.

Laut Goebel müsse nicht jedes Grün entfernt werden. So stelle hohes Gras bei starken Abflüssen kein Hindernis dar, da es sich ins Bachbett ablege. Auch sei der Abwasserverband nicht für Mäharbeiten an verwilderten und verwucherten Ufern oder Uferböschungen in parkähnlichen Uferregionen zuständig. Das sei Grünanlagenpflege und kein Bestandteil der Gewässerunterhaltung. So hat die Stadt beispielsweise im Frühjahr selbst entlang des Bergmann-Michel-Wegs in Vockenhausen Gras und Büsche zurückgeschnitten.

Mit der Gewässerunterhaltung hat der Verband vor einigen Tagen bereits in Ehlhalten begonnen: Vor der Brücke in der Langstraße wurde das Bachbett ausgebaggert und Schlamm und Steine, die sich dort angesammelt hatten, beseitigt.bpa

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