Das hätten vor der Saison vermutlich nicht viele erwartet. So traten die EppLarer Handballer mit viel Vorfreude auf den vorletzten Spieltag der Saison 2025/2026 am vergangenen Samstag beim direkten Konkurrenten TG Rüsselsheim an. Während die HSG EppLa mit einem Unentschieden vorzeitig die Klasse halten würde, brauchte die TG Rüsselsheim am besten einen Sieg, um mit der zuletzt das Feld aufrollenden HSG Goldstein/Schwanheim Schritt zu halten.
Trotz der großen Lockerheit auf EppLarer Seite im Vorfeld entwickelte sich das Spiel zu einem klassischen Abstiegskrimi. Die Partie wurde vor allem von den beiden Abwehrreihen und den dahinter agierenden Torhütern geprägt. Bei beiden Teams war die ausbaufähige Wurfquote auffällig. Getragen von den mehr als 150 Eppsteiner und Langenhainer in schwarz gekleideten Auswärtsfans setzten sich die Taunus-Handballer in der 18. Minute erstmals auf 9:6 ab. Die Gastgeber nutzten insbesondere die Fehlwürfe der HSG EppLa geduldig aus, um sukzessive wieder heranzukommen und sogar mit einer 12:11-Führung in die Halbzeitpause zu gehen.
Die Eppsteiner und Langenhainer Handballer berappelten sich in der Kabine jedoch und hielten das Spiel bis zur 40. Minute offen, bevor sie sich wie in der ersten Halbzeit erneut langsam absetzen konnten. In dieser Phase setzte sich insbesondere Felix Schier immer wieder durch und Youngster Linus Partale fand mehrfach Jannik Groß am Kreis, der alle drei seiner Würfe verwandelte. Doch wer bei der 22:18-Führung für EppLa in der 50. Minute dachte, dass der Klassenerhalt schon in trockenen Tüchern sei, sollte zwar recht behalten, allerdings wurde es nochmal spannender als erhofft.
Wieder wurden Torchancen nicht genutzt und die EppLarer Jungs verpassten es, frühzeitig den Deckel drauf zu machen. Zwei Minuten vor Schluss glich Rüsselsheim aus (25:25). Beide Mannschaften erzielten noch je ein Tor und die HSG hatte den vermeintlich letzten Angriff – verlor aber sieben Sekunden vor Abpfiff den Ball. Es folgten dramatische Szenen: Rüsselsheim spielte den Ball in den Gegenstoß, schloss aber erst kurz nach der Schlusssirene ab. Moritz Schreyer stellte allerdings so oder so mit einer starken Parade sicher, dass es zu keinen Diskussionen kommen würde und belohnte sich damit noch einmal mehr für seine starke Leistung (32,4 Prozent Paradenquote).
Die Eppsteiner und Langenhainer Fans kannten kein Halten mehr. Der Freudentaumel zum Klassenerhalt wurde von den Anhängern mit der Mannschaft unter Begleitung von Thomas De Tina frenetisch an der Trompete besungen. Nach einer langen Partynacht wird sich bei der HSG allmählich jeder bewusst, dass sich Mannschaft und Staff geholt haben, was in ihnen steckte und an was sie zu jeder Zeit geglaubt haben: den Klassenerhalt und damit die Oberliga 2026/2027.
Beim letzten Heimspiel wollen die Jungs am kommenden Samstag nun gegen den feststehenden Aufsteiger Dotzheim/Schierstein nochmal alles reinwerfen, sich mit einer leidenschaftlichen Leistung bei ihren Fans bedanken und im Anschluss gemeinsam auf die zurückliegende Saison anstoßen. Das Spiel findet um 18 Uhr in Langenhain statt. Zuvor bestreitet auch die zweite Herrenmannschaft um 16 Uhr ihr letztes Heimspiel gegen die HSG Dotzheim/Schierstein III. Für die treuen Zuschauer winken nach Abpfiff des Herren-I-Spiels diverse Kisten „Freibier“.
Es spielten: Schreyer, Keller; Bocklet (8/6), F. Schier (7), Erdmann, Löffler, Groß (je 3), Partale, Pursche (je 1), Großkopf, Skrobisch, Lang, Wrede, Warhonowicz, Dorner, L. Schier.

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