Zerreißprobe Baustelle

Die B455 ist  an der Kreuzung Burgstraße/Staufenstraße nur einseitig befahrbar. Ein Abbiegen in die Staufenstraße nur von Fischbach kommend möglich. Die Ampelregelung erfordert Geduld von den Verkehrsteilnehmern.
            Foto: Beate Schuchard-Palmert

Die B455 ist an der Kreuzung Burgstraße/Staufenstraße nur einseitig befahrbar. Ein Abbiegen in die Staufenstraße nur von Fischbach kommend möglich. Die Ampelregelung erfordert Geduld von den Verkehrsteilnehmern.

Foto: Beate Schuchard-Palmert

Seit fast zwölf Wochen werden Autofahrten durch Eppstein zum nervenzerreibenden Abenteuer.

Die Vollsperrung der B455 im Bauabschnitt 4 wurde zur ersten Zerreißprobe; die insgesamt sechs Einzelabschnitte des fünften Bauabschnitts zwischen der Zufahrt Lorsbacher Straße und dem Alten Fischbacher Weg scheinen das noch zu toppen.

Nicht nur, dass die Freigabe der B455 noch einmal verschoben wurde, weil die Unterlagen zur neuen Verkehrsführung fehlten, die Ampelschaltung für den nächsten Abschnitt geriet auch zum Desaster: Am Verkehrsknotenpunkt der Bundesstraße mit Lorsbacher Straße, Münsterer Weg, Staufenstraße, Fischbacher Straße und Burgstraße kamen nicht einmal vier Fahrzeuge bei einer Grünphase weiter – und das tagelang an fünf Zufahrten. Der Münsterer Weg, eine Sackgasse, wurde sogar komplett abgeriegelt.

Für 3 Kilometer zu ihrer Arbeitsstätte beim Supermarkt in der Staufenstraße habe sie am Morgen fast eine Stunde benötigt, berichtete Bianca Tatzelt aus Eppstein.
 

Tatzelt, Verwaltungsmitarbeiterin bei Edeka, forderte mitte voriger Woche von Hessen Mobil, dass die Ampelschaltung auf längere Phasen umgestellt wird und protestierte auch gegen die kurzfristige Vorverlegung der neuen Baustelleneinrichtung von Montag auf Samstag. Eigentlich hatte sich der Markt auf einen fast regulären Wochenendeinkauf eingestellt. Stattdessen sperrte Hessen Mobil schon morgens die südliche Hälfte der Staufenstraße samt Abbiegemöglichkeit Richtung Burgstraße und Vockenhausen und aus umgekehrter Richtung in die Staufenstraße.

Einige Autofahrer waren so irritiert von den wechselnden Verkehrsführungen, dass sie aus lauter Verzweiflung versuchten, trotzdem von Vockenhausen kommend in die Staufenstraße einzubiegen. Andere versuchten, über eine mit Felsbrocken abgesperrte Fahrspur auf den Parkplatz zu gelangen – und scheiterten. Ein Fahrzeug musste am Samstag sogar mit Hilfe eines Abschleppwagens von einem Felsbrocken gehoben werden.

Zwar hat Hessen Mobil einen Bauzeitenplan aufgestellt und jeden Abschnitt einzeln erläutert. Wenn dann allerdings diese Pläne kurzfristig freitags für die nächste Woche geändert werden, bleibt auch im Rathaus keine Möglichkeit mehr, Einfluss zu nehmen.

Etwa eine Woche dauerte es, bis am Montag endlich die Ampelschaltung auf längere Grünphasen umgestellt war. Anwohner der Staufenstraße, die Richtung Eppstein fahren wollen, müssen ohnehin in der aktuellen Bauphase entweder weite Umwege fahren, oder eine weitere Ampel in Kauf nehmen, weil sie in der Fischbacher Straße drehen. Manche fahren bis zum Wendehammer, etliche wenden mitten auf der Straße und blockieren sie zusätzlich.

„Wir fühlen uns als wären wir Aussätzige“, macht ein Anwohner seinem Unmut Luft. Seit dem 15. Juni sei es nicht möglich, von Eppstein oder Fischbach aus kommend nach Hause in die Staufenstraße zu fahren. Sogar für Fußgänger dauere es an der Fußgängerampel zwölf Minuten, um die Bundesstraße zu überqueren. Seit Montag seien immerhin die Signaltaster auch für die Kinder zu erreichen. Zuvor lagen sie hinter Bauzäunen. Während der Ferien war zudem der Fußweg An der Hohl für drei Wochen gesperrt – „Unser einziger sicherer Weg zum Kindergarten und zur Schule“, sagt der Familienvater.

Wie seine Nachbarn ist er gespannt, welche Überraschungen die nächste Bauphase nach dem 11. September bringt. Dann wird die westliche Straßenseite zwischen Burgstraße und Fischbacher Straße erneuert. bpa

Weitere Artikelbilder:

Kommentare

Anmelden oder Registrieren um Kommentare zu schreiben


X