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Kein Glasfasernetz für Alt-Eppstein und Bremthal-Süd

Lageplan der Deutschen Glasfaser für das Plangebiet Bremthal-Nord.

Die Deutsche Glasfaser (DG) hat ihre Entscheidung getroffen: Drei Stadtteile, Ehlhalten, Niederjosbach und Vockenhausen, werden komplett ausgebaut, in Bremthal werden die Straßen zwischen Hessenring und Niederjosbacher Straße als Gebiet Bremthal-Nord erschlossen.

Das Gewerbegebiet Valterweg und die Wiesbadener Straße gehören nicht mehr dazu. Für ganz Bremthal, so Projektleiter Mirko Tanjsek von der Deutschen Glasfaser, reichen die Vertragsabschlüsse nicht aus. In Alt-Eppstein stagnierten die Anmeldungen bis zur Fristverlängerung am 4. Mai bei rund 30 Prozent der Haushalte.

Viele Bremthaler hätten sich noch in den beiden letzten Aprilwochen angemeldet, teilte Mirko Tanjsek mit. In der Wiesbadener Straße und südlich davon war die Nachfrage trotzdem nicht groß genug. „Wir haben uns bemüht in Alt-Eppstein oder dem südlichen Teil Bremthals einen Hotspot auszumachen, wo sich möglicherweise Anmeldungen häufen und wir doch noch aktiv werden können“, sagte Tanjsek. Es habe aber nicht gereicht.

Die SPD warf insbesondere dem Bürgermeister vor, Eppstein werde zu einer Zweiklassengesellschaft – die Bürger mit FTTH-Anschluss und schnellem Internet und die ohne. Stadtrat Dieter Falk lässt n einem Kommentar auf unserer Internetseite seinem Ärger freien Lauf: Die DG gehöre einer „Heuschrecke“, dem US-Finanzinvestor KKR, Eppstein lasse sich von diesem profitgetriebenen Unternehmen die Bedingungen diktieren, wetterte der SPD-Mann und forderte: „Entweder alle Eppsteiner bekommen Glasfaser oder niemand!“

SPD-Pressesprecher Jürgen Baesler kritisierte, dass die DG Alt-Eppstein nun komplett aufgebe und sieht darin ein „wahrlich schlechtes Zeichen für Alt-Eppstein“. Nicht nur, dass der Kernbereich veröde. Dem Tourismus, Handel und Gewerbe sei dies auch nicht förderlich.

Bürgermeister Alexander Simon wies diese Vorwürfe zurück. Ursprünglich habe die DG nur in den aussichtsreichen Stadtteilen aktiv werden wollen. Er habe sich aber von Anfang an dafür eingesetzt, dass die DG in ganz Eppstein für den Glasfaserausbau wirbt. Das bestätigte Projektleiter Tanjsek in einer Stellungnahme zu Falks Vorwürfen auf unserer Internetseite. Ursprünglich habe das Unternehmen Bremthal gar nicht in die Nachfragebündelung aufnehmen wollen, da der Stadtteil von Telekom und Unitymedia recht gut versorgt sei und sich die DG dort nur wenig Chancen ausrechnete. In Hattersheim beispielsweise wirbt die DG nur in den Stadtteilen Eddersheim und Okriftel.

Der Bürgermeister, so Tanjsek, habe aber schon in den ersten Vorgesprächen darauf bestanden, dass alle Stadtteile die gleiche Chance bekommen. Aber nicht jeder Ortsteil habe diese Chance wahrgenommen, sagte Tanjsek.

Das Unternehmen teilte aber auch mit, dass es „den Gesamtausbau, zumindest für ganz Bremthal noch nicht ad acta gelegt“ habe und den weiteren Verlauf dort beobachte. Interessenten, die noch einen Vertrag abschließen wollen, können dies online auf der Seite der Deutschen Glasfaser tun.

Simon bedauerte auch aus persönlichen Gründen, dass das Interesse in Alt-Eppstein zu gering war. Die Entscheidung der DG gegen den Glasfaserausbau in Alt-Eppstein betreffe auch ihn, seine Straße sei auch nicht beim Ausbau dabei. Er räumte ein, enttäuscht zu sein: Sein Hauptziel, ganz Eppstein mit Glasfasernetz zu versorgen, sei nicht erreicht worden. Das sei wie beim Fußballspiel, sagte der Eintracht-Frankfurt-Fan: „Das Finale haben wir verpasst.“

Die von Falk geforderte Konsequenz, zugunsten der Einheitlichkeit auf den gesamten Glasfaserausbau zu verzichten, komme jedoch gar nicht in Frage. Simon: „Jetzt haben wir zumindest den Fuß in der Tür.“ Von einer Zweiklassengesellschaft in Eppstein wollte er nichts wissen. Eppstein sei deshalb nicht abgehängt. Zurzeit gebe es auch noch andere Initiativen, beispielsweise will der MTK die Schulen mit besserem Netz ausstatten. Dass die Stadt einspringt und die fehlenden Gebiete mit öffentlichen Mitteln ausbaut, scheitere schon am Vergaberecht und übersteige die Mittel der Stadt.

Die DG spricht von einer Investition in Höhe von 1,5 Milliarden Euro für rund eine Million Anschlüsse in den kommenden Monaten in den von ihr umworbenen Gebieten in Deutschland. Umgerechnet auf Eppstein mit 1500 bis 1800 Haushalten dürfte das Unternehmen zwei bis drei Millionen Euro investieren, die sich durch die mindestens 24-monatige Kundenbindung und Folgeverträge amortisieren sollen. bpa

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Kommentare

Die ehemalige Volkspartei SPD kritisiert den Glasfaserausbau...

... in China ist gerade ein Sack Reis umgefallen.

Hoffentlich wird diese Partei bald einstellig. In den letzten Jahren wurde nur Bockmist verzapft.

Kommt es nun zu Verzögerungen beim Ausbau?

Was ich in dem Artikel lesen musste, hat mich sehr verärgert. Da steht steht wörtlich:

Die SPD warf insbesondere dem Bürgermeister vor, Eppstein werde zu einer Zweiklassengesellschaft – die Bürger mit FTTH-Anschluss und schnellem Internet und die ohne. Stadtrat Dieter Falk lässt n einem Kommentar auf unserer Internetseite seinem Ärger freien Lauf: Die DG gehöre einer „Heuschrecke“, dem US-Finanzinvestor KKR, Eppstein lasse sich von diesem profitgetriebenen Unternehmen die Bedingungen diktieren, wetterte der SPD-Mann und forderte: „Entweder alle Eppsteiner bekommen Glasfaser oder niemand!“

Denkt die SPD auch mal nach, was sie da sagt? Vermutlich zeigen sich schon die ersten Folgen:

Auf der Website von DG steht nun seit 3 Wochen bei allen Eppsteiner Stadtteilen:
"Die Nachfragebündelung ist nun beendet und wir erfassen alle Verträge und überprüfen diese.“ (Phase 2)

Mein Bruder wohnt in Hünstetten und bei denen war die Nachfragebündelung am 18.5.19 ausgelaufen.
https://www.deutsche-glasfaser.de/netzausbau/gebiete/bechtheim-beuerbach-goersroth-kesselbach-ketternschwalbach-limbach-oberlibbach-strinz-trinitatis-wallbach-und-wallrabenstein/
Am 17.5. hatte Hünstetten nur 38% erreicht. Bereits nach nur einer Woche war die Phase 2 abgeschlossen und die Planungsphase (Phase 3) gestartet.
Vermutlich bekommt nun Hünstetten mit seinen 10 Stadtteilen vor Eppstein seinen Netzausbau, nur weil es politische Querelen gibt.
Unseren Netzausbau wird dies vermutlich um gut ein halbes Jahr verzögern. Vielen Dank liebe SPD. Die Wähler werden es Euch danken…

Ehlhalten hatte bereits in der regulären Zeit 41% erreicht. Die Verlängerung bis zum 4.5.19 war ein Entgegenkommen der DG und nur notwendig, um die Schläfer in den anderen Stadtteilen noch zu überzeugen. Die DG hätte das nicht tun müssen. Sie deshalb als „Heuschrecke“ zu betiteln ist eine Frechheit.

Ich hoffe sehr, dass sich die DG beim Ausbaus an der %-Quote richtet. D.h. den Ausbau in dieser Reihenfolge:
Ehlhalten 46%, Niederjosbach 41%, Vockenhausen 40%. Danach erst die in dem Artikel genannten Stadtgebiete von Eppstein 30% und zum Schluss Bremthal.

Vorwürfe, wir werden eine geteilte Stadt, und Jammern sind nicht angebracht:
Jeder Bürger hatte das gleiche Angebot und ausreichend Zeit. Wer nicht will, der hat schon…

Mit freundlichen Grüßen
Ralf Haenlein

Bremthal Süd ohne Glasfaser?

Zwei neue Stadtteile sind geboren, einer mit Zukunft und der andere mit Stillstand.
Leider wohnen wir in dem zuletzt genannten, na ja Pech gehabt.
Improvisieren wir halt weiter mit Koaxial- und Kupferkabel. Seit mehr als zwei Jahrzehnten gehört der ehemalige Staatskonzern der Telekommunikation Unternehmen und Anteilseignern mit „Heuschreckencharakter“. Nach deren Geschäftsmodellen sind Einzelkunden eher uninteressant.
Bremthal-Süd hat schöne Ecken und Einwohner, also daran kann es nicht liegen.
Vielen Dank Herr Bürgermeister, Sie haben das Projekt Glasfaser überhaupt erst möglich gemacht.

Bremthal Süd und Eppstein

Sehr geehrter Herr Ehmke, ein wundervoller, demokratischer Kommentar von Ihnen. Es tut mir für Sie persönlich und den anderen Bürgern, welche den Glasfaserhausanschluss zugestimmt haben, sehr leid.

Mit freundlichen Grüßen

@ Herrn Dr. Dieter Falk

Sehr geehrter Herr Dr. Falk, Ihr Kommentar im Artikel "Kein Glasfaser für Alt Eppstein und Bremthal-Süd" und die Forderung von Ihnen "Entweder alle Eppsteiner bekommen Glasfaser oder niemand" kann ich nicht nachvollziehen.

Mittlerweile sind in vielen Konzernen sogenannte "Heuschrecken". Meines Erachtens spiegelt sich in Ihrem Kommentar die Entäuschung, dass es in Ihrem Wohnort Alt-Eppstein leider keine Verlegung der Glasfaser gibt. Ich finde es schade für die Hauseigentümer in Alt-Eppstein und Bremthal-Süd, welche sich entschlossen haben Glasfaseranschluss legen zu lassen.

Die Voraussetzungen für die Verlegung von Glasfaser war von vorneherein klar. 40% der Haushalte in Eppstein (Stadtteile) evtl. auch Teilgebiete der einzelnen Stadtteile wurden in Betracht gezogen. Die Bürger der einzelnen Stadtteile Ehlhalten, Vockenhausen und Niederjosbach haben per "Bürgerentscheid" sich entschlossen, einen Glasfaserhausanschluss verlegen zu lassen. Die Bürger, welche keine Glasfaserhausanschluss wünschen, sind nicht verpflichtet einen Anschluss verlegen zu lassen.

Es war ein demokratischer Beschluss der Bürger von Ehlhalten, Vockenhausen, Niederjosbach und Bremthal-Nord, welchen Sie als Stadtrat von Eppstein und Poltiker nicht akzeptieren wollen? Leider ist es für die Bewohner der Stadt Eppstein, was die Digitalisierung betrifft, eine Zweiklassengesellschaft. Zweiklassengesellschaften gibt es auch in anderen Bereichen.

Sie sollten es demokratisch sehen sowie auch wirtschaftlich für das Unternehmen und nicht als Kampfansage für die Wahl des Bürgermeisters/in.

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