Geschäfte sorgen sich wegen B455-Sperrung

Geplante Bauabschnitte auf der B455.Skizze: Hessenmobil

Geplante Bauabschnitte auf der B455.Skizze: Hessenmobil

Eine geplante Baustelle in Hofheim, die länger dauert als vorgesehen, eine unvorhergesehene Baustelle an der Hofheimer Brücke und dann noch Ruppertshain, das seit knapp vier Jahren wegen einer Baustelle gesperrt ist. Über eine Fertigstellung und Freigabe zum 12. Juni gibt es bislang nur Gerüchte.

Das schreckt Hessenmobil jedoch nicht ab die Großbaustelle auf der Bundesstraße 455 bei Eppstein auch noch in Angriff zu nehmen. Die Bürgerversammlung mit Vertretern von Hessenmobil zum Bauabschnitt 4 – der ersten Baustelle des Projekts – fand erst nach Redaktionsschluss statt. Den ortsansässigen Geschäftsleuten brennt es allerdings jetzt schon unter den Nägeln. Sie trafen sich zu einer Online-Konferenz am Dienstagnachmittag.

B455 wird in vielen kleinen Abschnitten erneuert

Edeka-Chef Dirk Baßler, Timo Reichard von der Goldbach-Apotheke in Vockenhausen, der Eppsteiner Zahnarzt Ulf Kerkhecker, seine Kollegin Clarissa Lenk aus Bremthal und Christian Buch vom Kaufhaus Buch in Hofheim wünschen sich bessere Absprachen und einen Ansprechpartner bei Hessenmobil oder der zuständigen Bauleitung, mit dem am besten vorab und im Verlauf der weiteren Bauabschnitte mindestens monatlich die Detailarbeiten besprochen werden.

„Wir wollen wissen, wie verbindlich die Verträge sind, die Hessenmobil mit den Baufirmen abschließt, damit die Bauzeit wirklich nur so lang wie nötig dauert“, macht Timo Reichard seine Sorgen deutlich. Überhaupt nicht einleuchtend sei aus ihrer Sicht, dass Hessenmobil nicht zumindest eine Baustelle in Hofheim und die in Ruppertshain abschließt, bevor eine neue begonnen wird.

Die Unternehmer fordern einen regelmäßigen Runden Tisch mit Hessenmobil, der Stadt, der Wirtschaftsförderung des MTK und dem Gewerbeverein IHH, um die einzelnen Abschnitte im Detail zu besprechen, „damit wir Geschäftsleute uns gezielt darauf einstellen können“, sagt Baßler.

Laut Bürgermeister Alexander Simon werde eine solche Baustellensprechstunde gerade eingerichtet. Gedacht sei an eine digitale Sprechstunde mit Hessenmobil und dem städtischen Bauamt. Die Koordination übernimmt Regina Martin vom IHH.

Christoph Buch hatte zur Illustration Detailpläne der Baustellen in Hofheim mitgebracht. „Dadurch wissen wir genau, wann und wo was gebaut wird und können gezielt darauf reagieren“, sagt er. Auch er sieht in der zeitlichen Verquickung mit einer weiteren großen Baustelle auf einer Durchfahrtstraße ein zusätzliches Risiko vor allem für die Geschäfte.

Bislang liegen von Hessenmobil die Pläne für die einzelnen Bauabschnitte in diesem Jahr vor. Demnach folgt auf die für sechseinhalb Wochen geplante Vollsperrung der B455 zwischen den Kreuzungen Burgstraße West und Abzweigung Lorsbacher Straße eine einwöchige Vollsperrung am 30. Juli von der Kreuzung Lorsbacher Straße bis Burgstraße.

Während der sechswöchigen Vollsperrung wird die alte Fußgängerbrücke im Auftrag der Stadt abgerissen. Parallel dazu wird die gesamte Fahrbahn erneuert und der Gehweg auf der Altstadtseite am Rand befestigt.

Hessenmobil richtet während der gesamten Bauzeit großräumige Umleitungen schon ab Königstein über die B8 für Fahrzeuge Richtung A3 oder Richtung Wiesbaden ein. Auch auf der A3 werden Hinweisschilder montiert.

Die Vertreter des Straßenbauamts brachten die Umleitungsplanung zur Bürgerversammlung am vergangenen Mittwochabend mit: Fahrzeuge Richtung Niedernhausen und Bremthal werden demnach von Hofheim aus über Langenhain umgeleitet und von Lorsbach aus über Fischbach, Schneidhain und Königstein zur B8.

Innerörtlich wird für den Verkehr in der Burgstraße eine Einbahnregelung von Eppstein Foils bis zur Talkirche eingerichtet. So können Fahrzeuge aus Fischbach oder Lorsbach in die Burgstraße einfahren, aber nicht auf dem gleichen Weg zurückgelangen. Für Fahrzeuge aus der westlichen Burgstraße endet die Fahrt am Wernerplatz.

Während der Vollsperrung wird auch die Einmündung von der Lorsbacher Straße in den Rödelbergweg gesperrt. Die Anwohner fahren solange über den Theodor-Fliedner-Weg oberhalb des Bahndamms, der während der Bauphase zur Einbahnstraße erklärt wird.

Für die Rettungsfahrzeuge wird eine Bedarfsampel eingerichtet, damit sie notfalls gegen die Einbahnrichtung fahren können.

„Das wird eine harte Zeit“, sagt der Bürgermeister und bittet die Eppsteiner um Geduld – und Solidarität für direkt betroffene Geschäfte wie Edeka, Aldi und die Tankstelle, aber auch Ärzte, Geschäfte und Apotheken in den Stadtteilen. Denn ab 10. August geht es schon weiter mit Bauabschnitt 5b und einer halbseitigen Sperrung Richtung Fischbach für sieben Wochen und vom 28. September mit Abschnitt 6 und einer halbseitigen Sperrung Richtung Fischbach für weitere sechs Wochen. Freigegeben ist die Strecke jeweils für Fahrzeuge Richtung Fischbach. Weiter geht es 2027 mit den Abschnitten 1 bis 3 Richtung Schmelzmühle.bpa

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