Daniel Nebe ist der neue Mann für Wasser und Kanalisation

Daniel Nebe ist der neue Fachbereichsleiter Wasser & Kanal.Foto: bpa

Seit Dezember hat Daniel Nebe die Fachabteilung Wasser und Kanal, die ehemaligen Eppsteiner Stadtwerke, übernommen. Dankbar ist der gelernte Technische Zeichner für Tiefbau für die gründliche Einarbeitungszeit mit Vorgänger Ernst-Ludwig Abel.

Denn mit Kanalbau und Wasserleitungen, Renaturierung und Hochwasserschutz beschäftigt sich der Wiesbadener bereits seit seiner Ausbildung zum Tiefbau-Zeichner, „aber in der öffentlichen Verwaltung bin ich ein Quereinsteiger“, sagt er, „und bin froh, dass ich alles so gründlich gezeigt bekommen habe“.

Künftig muss er dafür sorgen, dass die 70 Kilometer Kanalisation und rund 90 Kilometer Wasserleitung samt technischer Einrichtung und Gebäude funktionieren und sämtliche Straßenbaustellen mit ihm abgestimmt werden. Die nächste große Tiefbaustelle noch in diesem Jahr ist die Grunderneuerung der Cuntzstraße in Alt-Eppstein. Marode Wasserleitungen gebe es im gesamten Stadtgebiet, da die meisten vor über 40 Jahren gebaut wurden. Besonders häufig kamen Rohrbrüche zuletzt in der Lorsbacher Straße vor. Möglicherweise stehen dort nächstes Jahr größere Maßnahmen an.

Bei einer Komplettsanierung wie zuletzt in der Gimbacher oder demnächst in der Cuntzstraße greifen die unterschiedlichsten Abteilungen im Rathaus ineinander“, sagt Nebe. Umso wichtiger sei, dass das Netzwerk und die Abstimmung funktioniert. Frank Kleffmann, zuständig für Kanalisation, und Wassermeister Harald Mager mit seinen drei Wasserwerkern sind Nebes direkte Ansprechpartner, ebenso Verwaltungsangestellte Bettina Ernst.

Aber auch mit den anderen Abteilungen, Tiefbau oder Hochwasserschutz funktioniere die Zusammenarbeit sehr gut, lobt Nebe die neuen Kollegen.

Gelernt hat er in einem privaten Ingenieurbüro, musste auch die Vermessung übernehmen und war zum Beispiel an der Planung und Dimensionierung von Kläranlagen beteiligt. Später arbeitete er als Bauleiter. „Da habe ich bei der Ausführung gleich aus den eigenen Fehlern auf dem Papier gelernt“, sagt er offen.

In seiner Lehrzeit hat er noch mit Bleistift und Lineal gearbeitet und weiß die technischen Möglichkeiten am Computer sehr zu schätzen: „Zum Beispiel die computergesteuerte Simulation des Wasserdrucks bei bestimmten Neigungswinkeln und Abzweigungen“, sagt er und fügt hinzu: „Für mich sind die technischen Neuerungen wichtige Hilfsmittel, aber ich kann auch noch Pläne ohne Computer zu Papier bringen“.

„Hydraulische Spiele am Computer“, so Nebe können dabei helfen, Probleme in der Kanalisation oder beim Ablauf von Regenwasser zu lösen. „Wasser fließt immer nach unten“, lautet der Grundsatz seiner Arbeit. Ein Kanalsystem muss entsprechend ausgetüftelt sein, damit der Abfluss zuverlässig, auch bei großen Wassermengen, funktioniert.

In Eppstein, wo kaum eine Straße waagrecht verläuft, sei das eine besondere Herausforderung, findet er. Allerdings muss er eher selten neue Anlagen planen, sondern die bestehenden erhalten und an neuralgischen Punkten, wo es immer wieder zu Überschwemmungen in Wohngebieten kommt, nach neuen Lösungen suchen: Wenn Rückstauklappen im Kanal nicht ausreichen, um Wassermassen bei Sturzregen aufzuhalten, muss das Wasser, so Nebe, an anderer Stelle aufgehalten werden. Das auszutüfteln ist eine seiner Aufgaben.

Renaturierung und Hochwasserschutz sind aus seiner Sicht Voraussetzungen dafür, die Burgstadt vor Starkregenereignissen besser zu schützen. Denn das Kanalsystem allein sei, selbst, wenn noch größere Rohre verlegt würden, nicht in der Lage, bei einem Sturzregen das gesamte Oberflächenwasser aufzunehmen.

Hochwasserschutz ist beim Bauamt angesiedelt. Dessen Leiter Michael Durchholz und Nebe vertreten sich gegenseitig. Deshalb verschafft Nebe sich bereits einen Überblick über die zahlreichen Bachläufe, die Topografie und die Fließrichtung des Regenwassers im Stadtgebiet. Nicht nur bei Starkregenereignissen fließe viel zu viel Wasser direkt in die Bäche und von dort über die Flüsse ins Meer, findet Nebe. Dieses Wasser fehle bei der Wasserneubildung in den unteren Bodenschichten. Im Taunus mit seinem undurchdringlichen, felsigen Untergrund müsse das Regenwasser schon möglichst weit oben an den Hängen und an möglichst vielen Stellen aufgefangen werden. Deshalb schlägt er vor, wo immer es möglich ist, Mulden und Versickerungsflächen anzulegen.bpa

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