Der Magistrat hat deshalb in seiner jüngsten Sitzung den Stromnetzbetreiber Syna gebeten, eine fundierte Prüfung zu Chancen und Risiken von zentralen und dezentralen Batteriestromspeichern für das Ortsnetz vorzunehmen. „Die technischen, regulatorischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen sollen dabei realistisch aufgezeigt werden“, sagt Bürgermeister Alexander Simon und führt weiter aus: Die Stadt habe bereits Kontakt zu anderen Kommunen aufgenommen, um sich ihre Erfahrungen schildern zu lassen über bereits am Netz befindliche Stromnetzspeicher.
Die Stadt geht davon aus, dass derartige Speicher die Strommärkte stabilisieren, die Energieversorgung sichern und eine effizientere Nutzung von Strom aus erneuerbaren Energien ermöglichen. Der Markt für solche Speicher befinde sich derzeit in einer dynamischen Entwicklungsphase, so Simon. Ob ein Batteriestromspeicher ans Netz angeschlossen werden kann, hänge jedoch von vielen Faktoren ab: von den technischen Anschlussbedingungen, der verfügbaren Netzkapazität sowie dem Ergebnis der Netzverträglichkeitsprüfung durch den zuständigen Netzbetreiber.
Die Prüfung von Batteriestromspeichern für das Ortsnetz im Stadtgebiet von Eppstein „wird als ein sinnvoller und notwendiger Schritt angesehen, um die Energieversorgung resilienter, nachhaltiger und zukunftsfähiger zu gestalten“, sagt Simon. Der Antrag soll die Voraussetzung für eine fundierte Entscheidung für konkrete Maßnahmen schaffen. Auch die rechtlichen Voraussetzungen werden dabei geprüft. Zugrunde liegt das Energiewirtschaftsgesetz (ENWG).
Die Stadt Eppstein steht – wie viele andere Kommunen auch – vor der Herausforderung, die Energieversorgung zukunftssicher, klimafreundlich und gleichzeitig wirtschaftlich tragfähig mit zu gestalten. Vor dem Hintergrund der Energiewende, steigender Anteile erneuerbarer Energien sowie wachsender Anforderungen an Netzstabilität und Versorgungssicherheit gewinne der Einsatz von Batteriestromspeichern zunehmend an Bedeutung, betont Simon.
Das örtliche Stromnetz werde durch die Syna betrieben, sagt Simon, deshalb sei es sinnvoll, den Netzbetreiber prüfen zu lassen, inwieweit dezentrale oder zentrale Batteriestromspeicher einen Beitrag zur Netzstabilität und Versorgungssicherheit leisten können.
Mit dem zunehmenden Ausbau von Photovoltaik- und Windkraftanlagen komme es vermehrt zu Einspeiseschwankungen. Batteriespeicher können kurzfristige Lastspitzen abfedern, Frequenzschwankungen ausgleichen und so die Stabilität des lokalen Stromnetzes erhöhen. Das Risiko von Netzüberlastungen werde verringert. Vor allem aber können Batteriespeicher überschüssig erzeugten Strom zwischenspeichern und zeitversetzt wieder ins Netz einspeisen. Dadurch, so Simon, werde der Eigenverbrauch vor Ort gesteigert und die Abregelung bei Überkapazität minimiert.
Der Ausbau klassischer Netzinfrastruktur ist kostenintensiv und mit langen Planungszeiten verbunden. Batteriespeicher könnten, so Simon, als flexible Alternative oder Ergänzung dienen, weil sie Lastspitzen reduzieren.
Aus diesen Vorteilen ergeben sich laut Stadt auch wirtschaftliche Chancen für die Kommune: So werde geprüft, welche Geschäftsmodelle es gibt und ob sich Investitionen in Speichertechnologien langfristig wirtschaftlich lohnen oder ob beispielsweise städtische Grundstücke verpachtet werden können.
Außerdem seien Batteriespeicher wichtig für den Klimaschutz, führt Simon an: CO2-Emissionen werden reduziert, da erneuerbare Energien effizienter genutzt werden. Insofern sei die Prüfung von Batteriespeichern ein erster Schritt, wie er im neuen Klimaschutzkonzept vorgesehen sei. Die Stadt habe nun die ersten Umsetzungsschritte in die Wege geleitet.EZ/bpa

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