„Tea fort wo“ bezaubert Konzertbesucher

Jörg Meder und Elektra Miliadou mit ihren Violen da gamba des 16. und 17. Jahrhunderts.Foto: Caren Lewinsky

Jörg Meder und Elektra Miliadou mit ihren Violen da gamba des 16. und 17. Jahrhunderts.Foto: Caren Lewinsky

Jörg Meder und Elektra Miliadou füllten die Talkirche mit begeisterten Zuhörern. Phillip Sladdin begrüßte am Eingang die Eintretenden, darunter Eppsteiner und Besucher aus der Umgebung.

Auch Familie, Fans und Freunde Meders waren unter den Musikliebhabern, wie auch ein guter Freund und Kollege, Eric Plandé aus Oberursel und Lehrer an der Musikschule Eppstein. Plandé erzählte von gemeinsamen Aufnahmen in Paris, bei denen er Saxophon und Meder die Viola da Gamba spielte. Er freue sich auf eine gemeinsame Jazzinitiative demnächst in Frankfurt.

Die Künstler betraten in elegant lässiger Kleidung den Chorraum, in dessen Zentrum ihre schönen Violen auf sie warteten.

Heike Schuffenhauer begrüßte die beiden Musiker zu diesem ganz besonderen ersten Konzert des Jahres und stellte die Musiker kurz vor. Meder verbrachte Kindheit und Jugend in Niederjosbach. Der studierte Theaterpädagoge leitet übergreifende Konzertformate von der Musik des 17. Jahrhunderts bis zu experimenteller Musik, Jazz und Flamenco. Seine Duopartnerin Miliadou kommt aus Griechenland und gab zuvor in Stuttgart ein Konzert. Sie unterrichtet ebenfalls und konzertiert mit verschiedenen Ensembles der Alten Musik, sowie der antiken und traditionellen griechischen Musik.

Das Duo begann zu spielen. Warme, tiefe Klänge erfüllten die Talkirche und verwandelten den Ort des Glaubens in einen Raum voll fantastischer Träume.

Nach einem ruhigen „Il Doloroso“ von Thomas Morley aus dem 16. Jahrhundert, gab Meder in einer kurzen Einleitung bekannt, dass „die Violen da gamba längere Zeit zum Einstimmen benötige.“ Diese ersten drei Stücke kategorisierte er als Dialog der beiden Violen. Dann folgten das mäßig flotte, muntere „Il Rondinella – Das Schwälbchen“ und schließlich „Il Grillo – Die Grille“ , welche filmmusikartig anmuteten. Die „Fantazie, Courant“ von Matthew Locke aus dem 17. Jahrhundert lud die Zuhörerschaft zum träumerischen Tanz ein. „Ayre“, „Saraband“ und „Courant“ von John Jenkins aus dem 17. Jahrhundert waren deutlich leichter und eingängiger und animierten die Zuhörer zu lautem Applaus und zu munteren Zurufen. Auch die Musiker schienen von den Melodien erfüllt zu sein und wiegten mit dem ganzen Körper, so weit es das Spielen ihrer Instrumente zuließ.

Das Publikum, das nun nach jedem Lied applaudierte, war begeistert und hoch konzentriert. Die folgenden „Fantazie“ und „Sarabande“ wurden mit Trillern und im Wechsel vorgetragenen und mit sich wiederholenden Melodiemustern in unterschiedlichen Tonhöhen. Die abschließende Suite in D von Jenkins entpuppte sich als zwei leichte, melodische Tänze „Ayre“ und „Allemand“. Eine Zugabe genossen die Zuhörer, bevor sie sich nach langem Schlussapplaus erhoben.

Phillip Sladdin bedankte sich für das fabelhafte Konzert, überreichte den Meistermusikern Präsente und bat um Spenden für die Musiker, immerhin sei Miliadou extra aus Griechenland angereist.

In zwei Wochen, am 7. Februar, erwartet die Konzertliebhaber „Barocco in due“ von Petra Köhs mit Barockcello und Andreas Köhs mit der Truhenorgel um 18 Uhr. ccl

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