Presseprobe der Burgschauspieler mit barockem Charme

Die Burgschauspieler spielen eine barocke Komödie, gespickt mit Pointen und Mundart, und freuen sich auf ihr Publikum. Foto: Sabrina Reulecke

Allen Wetterprognosen zum Trotz luden die Burgschauspieler zu ihrer Presseprobe auf die Burg. Dieses Jahr wird es „barock“ bei den Burgis, denn gespielt wird die Komödie „Sganarelle oder Der Heiler wider Willen“ nach Molière in einer Bearbeitung von Simon Werle.

Die Darsteller trugen an diesem Abend erstmals ihre Kostüme. Helga Terzka, bei den Burgschauspielern zuständig für den Kostümfundus, und Burgschauspielerchefin Juliane Rödl nahmen Maß für kleine und größere Änderungen. Etliches kommt aus dem Fundus im Rathauskeller, teilweise wurden aber auch Sachen hinzugekauft.

Die Presseprobe begann mit einer Perückenprobe von Markus Meiners, der für Maske und Frisuren zuständig ist. Nicola Sasse, im neuen Stück als Madame Géronte zu sehen. Die Mutter der verliebten Lucinde (Judith Lisem) hatte auf einem Stuhl mitten auf dem Burghof Platz genommen, während Meiners eine barock aufgetürmte Perücke mit Haarnadeln festzustecken versuchte – eine nicht ganz schmerzfreie Prozedur für Sasse. Mehr Spaß hatte Schauspielerkollege Robin Sommer, der Lucindes jugendlichen Liebhaber Leander spielt, und keine so aufwändige Haarpracht erhielt.

Für das Pressefoto wurde eine lustige, dynamische Szene auf der Bühne gezeigt, von Rödl und ihrem Team die „Miau-Szene“ genannt. Bei den Aufführungen wird dabei auch das Publikum aktiv miteinbezogen, verriet Rödl. Sie räumte ein, dass die Truppe lange nach einem passenden neuen Stück gesucht habe. Die Wahl fiel auf Molières 1666 in Paris uraufgeführte Komödie, die mit Motiven und Figuren der italienischen Comedia dell’arte spielt. Ihr seien beim Lesen sofort die idealen Rollenbesetzungen eingefallen, schwärmte Rödl. Als Besonderheit ihrer Aufführung nannte sie die vier unterschiedlichen Dialekte, die auf der Bühne gesprochen werden, das und das schnelle Tempo der mit derben Späßen und Pointen gespickten Dialoge seien eine große Herausforderung für die Schauspieler.

Tony Jäckel überwachte als Souffleur mit konzentriertem Blick, das Geschehen auf der Bühne und folgte mit seinem Finger jeder Zeile im Drehbuch. Noch musste er oft eingreifen. Auch Juliane Rödl korrigierte teilweise noch Standpositionen, verwies auf falsche Abgänge, drapierte Kostüme neu und gab Regieanweisungen. Die erste Szene aus dem zweiten Akt musste komplett wiederholt werden.

Den Darstellern auf der Bühne war die Spielfreude aber schon deutlich anzumerken. Da es nur noch vier Wochen bis zur Premiere sind, proben die Burgis nun zwei Mal pro Woche, jeweils mittwochs und samstags. In diesem Jahr stehen gleich drei neue Schauspieler auf der Bühne: Nicole Decher als Sganarelles Eheweib, Jasmin Spielmann als Magd, Jacqueline und Robin Sommer als Leander. Nach zehn Jahren wieder dabei ist Judith Liesem als Lucinde, Madame Gérontes Tochter.

Die Aufführungen finden am 29. und 30. Juni sowie am 6. und 7. Juli jeweils um 19.30 Uhr statt. Der Kartenvorverkauf läuft über www.frankfurtticket.de, www.eppstein.de und an der Abendkasse. sr

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